Auch abseits der Pisten bietet Leogang Wintervergnügen vom Feinsten – sowohl im Schnee als auch in den Hütten steht Genuss im Vordergrund.

Auch abseits der Pisten bietet Leogang Wintervergnügen vom Feinsten – sowohl im Schnee als auch in den Hütten steht Genuss im Vordergrund.
© Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang

Hang zum Genuss: Tipps für den Einkehrschwung in den Salzburger Bergen

Wenn im Spätwinter die Sonne Überstunden macht, lassen sich auch die Salzburger Skiberge nicht lumpen und packen ihre schneeweiße Festtagstracht aus.

Gegensätze ziehen sich an. Sagt man. Gegensätze ziehen Skifahrer an. Weiß man.  Weil sich daraus beste Pistenverhältnisse ergeben. Gerade im Spätwinter, wenn die Temperaturen nachts noch tief unter den Gefrierpunkt rutschen und den Schnee frieren lassen, gegen Mittag die Sonne aber schon so stark ist, dass sich die durch den Nachtfrost gehärtete Oberfläche in einen butterweichen Firn­teppich verwandelt. Das Ergebnis dieser Temperaturunterschiede sind je nach Tageszeit gegensätzliche, aber jedenfalls beste Bedingungen für abwechslungsreiches Skifahren: am Vormittag sportlich griffig, am Nachmittag weich und genussreich.

Diese Mischung vermengt sich in und rund um Saalbach – Austragungsort des diesjährigen alpinen Ski-Weltcupfinales und der Weltmeisterschaften im kommenden Jahr – auf gut 270 Abfahrtskilometern zu einem Gesamterlebnis. Ausprobieren lässt sich das im Glemmtal zwischen Zwölferkogel auf der einen und Reichkendlhof und Reiterkogel auf der anderen Talseite auf optimal breiten Carvingpisten. Auf beiden Seiten gibt es zudem insgesamt rund 60 Hütten, wo man sich um die kulinarische Versorgung der Sonnenanbeter kümmert. Von der Breitfußalm, Winkler Alm und Hintermaisalm am Zwölferkogel bis zur Alm 1350, der Wieseralm und Reiteralm entlang des Höhenrückens der Hochalm: Überall warten neben anderen Spezialitäten die drei »K« der Hüttenkulinarik: Kaspressknödelsuppe, Kasnock’n, Kaiserschmarren – und im Anschluss Liegestühle auf der Terrasse. Eine kurze Rast im Laufe eines langen Skitages hat noch nie geschadet …

Vom Glemmtal aus lassen sich dank Ticketverbund auch die Nachbarskigebiete unkompliziert inspizieren. Insgesamt macht das 408 Kilometer Piste – eine Strecke von Graz nach Wien und wieder zurück nur auf Ski oder Snowboard. Ein Winter reicht da nicht. Aber man kann ja im »Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn« beginnen. So geht es im Norden über den großen und kleinen Asitz mit Ausblick auf die Leoganger Steinberge Richtung Leogang, im Süden zur Schmittenhöhe in Zell am See. In Leogang wartet nicht nur ein neuer 8er-Sessellift, sondern auch wochentags ab Mittag chillige Livemusik auf der Sonnenterasse des »Asitzbräu«. Eine kurze Rast im Laufe eines langen Skitages hat ja noch nie geschadet.

Allumfassender verwöhnt wird man unten im Tal im »Puradies«. Das Naturresort im Kleid eines Designhotels bietet nicht nur eine direkte Verbindung vom Skidepot zur Steinbergbahn und am Nachmittag als letzte Abfahrt eine Privatpiste zurück zum Hotel, sondern auch eine Spa-Landschaft mit zahlreichen Rückzugsoasen, private Chalets, ein umfassendes Aktiv- und Mentalprogramm sowie eine Küche, in der Hausherr Michael Madreiter Rindfleisch vom eigenen Bio-Bauernhof gegen eine vegan-vegetarische Vielfalt antreten lässt. »50 : 50« hat er als Zielvorgabe ausgegeben.

Abenteuerliche Steillage

Der Wechsel ins Skigebiet Schmittenhöhe gelingt dank »zellamseeXpress« von Saalbach/Viehhofen autofrei. Mit der Kettingbahn geht’s direkt aufs Gipfelplateau der »Schmitten«. Vor hier, tausend Höhen­meter über dem Ortszentrum, wirken Zell am See und Thumersbach auf der anderen Uferseite wie Miniaturen. Der Hausberg der Bezirkshauptstadt dient als eine Art Aussichtsterrasse. Er bietet – abgesehen von einer großzügigen Fernsicht auf das Zeller Becken, die umliegenden Grasberge und schroffen Gipfel und Gletscher der Hohen Tauern – fünf langen Talabfahrten, darunter mit der »Trass« jene abenteuerlich abfallenden Pisten, die bis zu 70 Prozent Gefälle besitzen und einen guten Kanteneinsatz und eine solide Technik erfordern. Die Länge von vier Kilometern wird zudem zu einer ernsthaften Konditionsprüfung. Dafür gibt es später zwischen den 77 Abfahrtskilometern ausreichend Terrassenplätze und Aussichtsplatzerln, an denen man sich vom intensiven Pistenzauber erholen und die im Sonnenlicht glitzernde Bergwelt bestaunen kann.

Als eine Möglichkeit bietet sich dafür die »AreitLounge« direkt beim AreitXpress an. Die Führung des Lokals ist neu (Philipp Posch und Silke Gaschnitz folgten im Herbst der in Pension gegangenen Edith Pfeffer), der Blick Richtung Kitzsteinhorn und Großvenediger aber unverändert genial. Eine kurze Rast im Laufe eines langen Skitages hat auch hier noch nie geschadet. Oder man probiert das ausgebaute Res­taurant bei der aus Platzgründen versetzten neuen Bergstation der Sonnkogelbahn, wo einem auf der Sonnenterrasse die Schmittenhöhe und die Hohen Tauern vor die Nase geschoben werden. Serviert werden dazu regionale Pinzgauer Schmankerl. Das Wild stammt von heimischen Jägern, die Kräuter von den Almen der Umgebung, die Limonade aus eigener Produktion. Auch die Bahn selbst ist eine »Spezialität«: Es ist die weltweit erste Kombibahn aus 6er-Sessellift und 8er-Gondel.

Nachhaltiger Spaß

Ebenfalls eine Premiere feierte zu Saisonbeginn das Hotel »Places« in Obertauern. Es ist das dritte Haus der Valamar-Hotelgruppe in dem Salzburger Traditionsskiort. 34 Millionen Euro wurden in ein Konzept investiert, das auf ökologische Nachhaltigkeit, einen Lifestylemix aus alpinem Flair und coolen City Vibes samt DJ-Acts und eigenem Musikprogramm sowie einen großzügigen Wellnessbereich setzt. Es ist eines von rund 150 Hotels, die sich auf dem schneesicheren Hochplateau versammeln. Ergänzt werden sie von einem umfangreichen kulinarischen Angebot an Spitzenrestaurants und Hütten sowie beidseitig der zentralen Straße von gut einhundert Kilometern Pistenabfahrten, die sich in sämtlichen Himmelsrichtungen über die Hänge legen.

So kann man, wenn man möchte, den ganzen Tag in der Sonne Skifahren – man braucht dafür nur der ausgeschilderten »Tauernrunde« in einer der beiden Richtungen folgen: Die roten Schilder weisen den Weg im, die grünen gegen den Uhrzeigersinn durchs gesamte Skigebiet. Schon in der Früh, bei der ersten Auffahrt mit der Gondel Richtung Zehnerkar oder Gamsleiten, strahlt die Sonne mit einem um die Wette und sie bleibt bei jedem Schwung bis zur letzten Abfahrt am späten Nachmittag vom Seekareck oder Hundskogel eine treue Begleiterin. Entlang der Pisten und ihren 26 Liften gibt es aber ausreichend Möglichkeiten, dem eigenen Schatten zu einer der Hütten zu folgen, die auch hier vom natürlichen Himmelsscheinwerfer ausreichend mit Licht und Wärme versorgt werden. Eine kurze Rast im Laufe eines langen Skitages hat ja noch nie geschadet.

Mitten im Skigebiet und doch eine andere Welt: Das »Seekarhaus« ist eine verlässliche kulinarische Oase in der Schneewüste Obertauerns.
© Geisler & Trimmel
Mitten im Skigebiet und doch eine andere Welt: Das »Seekarhaus« ist eine verlässliche kulinarische Oase in der Schneewüste Obertauerns.

Adressen – Zell am See

Mayer’s auf Schloss Prielau
Spitzenkoch Andreas Mayer lebt hier seine Leidenschaft auf höchstem Niveau aus. Eigene Aromaküche mit Menüs aus 120 Parfum-Essenzen.

Hofmannsthalstraße 10, 5700 Zell am See
T: +43 6542 72911, mayers-restaurant.at

Salzburgerstube
Ob 5-gängiges Gourmet-Diner oder à la carte: ein Rundumgenusserlebnis, das auf höchstem Niveau und in bester Lage serviert wird.

Auerspergstraße 11, 5700 Zell am See
T: +43 6542 765, salzburgerhof.at

Flos Restaurant
Regionalität trifft Weitblick, Aal trifft Goldrübe: Florian Zillner kocht mit Blick über den Tellerrand. Feines Casual-Dining mit viel Liebe zum Detail.

Schmittenstraße 79, 5700 Zell am See
T: +43 6542 72123, flosrestaurant.at

AreitLounge
Direkt bei der Bergstation des AreitExpress. Ob drinnen am offenen Kamin oder draußen auf der Terrasse: spektakuläre Aussichten in einem chilligen Ambiente.

T: +43 6542 57177, areitlounge.at

Saalbach Leogang

Echt.Gut.Essen im »Forsthofgut«
Exklusiver Rahmen mit gerade einmal zehn Plätzen, aber jeder Menge Platz für Fine-Dining-Hochgenuss von Michael Helfrich basierend auf regionalen Zutaten.

Hütten 2, 5771 Leogang
T: +43 6583 8561, forsthofgut.at

Ess:enz im »Puradies«
Wenn Albert Dschulnigg mit seinem Team aufkocht, dann gibt es Pasta mit Trüffeln, Saalfeldner Forelle im Salzteig oder beste Steaks.

Rain 9, 5771 Leogang
T: +43 6583 8275, puradies.com

Arte Vinum
Arte Vinum, Woods und Sky Bar – Genuss wird im Alpine Palace großgeschrieben. Im Gourmetrestaurant speist man fein und regional-kreativ. Der Weinkeller spielt alle Stückerl, viele Raritäten.

Reiterkogelweg 169, 5754 Hinterglemm
T: +43 6541 6346, hotel-alpine-palace.com

Wiesergut
Genuss ohne Eile, gesund und ursprünglich – das ist Slow Food. Getragen wird dieser Gedanke von Produkten vom eigenen Hof und aus der Region.

Wiesern 48, 5754 Hinterglemm
T: +43 6541 6308, wiesergut.com

Liebe Heimat
Genusshandwerk mit dem Geschmack und den Produkten aus der Region wie Pinzgauer »Erdäpfelnidei« und »Heimat-Reindl«.

Vorderglemm 778, 5753 Saalbach
T: +43 664 6570854, liebe-heimat.at

Xandl Stadl
Bestes heimisches Fleisch, Gewürze der Extraklasse und perfektes Handwerk werden in der Xandl-Küche zu feinen Gerichten. Außergewöhnliche Wein- und Champagnerauswahl.

Zwölferkogelweg 540, 5754 Hinterglemm
T: +43 664 1127909, restaurant-hinterglemm.at

Obertauern

Das Seekarhaus
Zentrale Lage mitten im Skigebiet, mit exzellenter Küche von Stefan Fischer und grandiosem Ausblick von der Sonnenterrasse.

Seekarstraße 32, 5562 Obertauern
T: +43 6456 20010, seekarhaus.at

Fritz & Friedrich
Die Alpen, Asien und die Welt treffen sich auf den Tellern von Michael Matteotti und Michiel van den Berg. Sie schaffen Genusserlebnisse wie Ura-Maki von der Bauernente.

Rosenweg 1, 5562 Obertauern
T: +43 6456 73540, fritzundfriedrich.com

Herzenslust
Von Snacks bis Steaks, regional bis international, delikat bis robust und rustikal bis edel: der neue alpine Foodstyle in lokaler und globaler Interpretation.

Schrotteralmstraße 3, 5562 Obertauern
T: +43 6456 20222, tauern-herz.at

Treff 2000
Der ehemalige Michelin-Star- und Zwei-Hauben-Koch Franz Fuiko führt diese erste Anlaufstelle für Weinliebhaber am Berg. Mehr als 120 Weine ergänzen das feine, stets frisch gekochte Speisenangebot.

Wiseneggerstraße 70, 5562 Obertauern

T: +43 64567347, treff-2000.at

Steinbock
Junges, modernes Alpindesign für feine Alpinküche aus regionalen Produkten, kombiniert mit internationalem Einschlag und guter Weinauswahl.

Römerstraße 75, 5562 Obertauern

T: +43 6456 7245, steinbock-obertauern.at


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Erschienen in
Falstaff Nr. 01/2024

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Klaus Höfler
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