Apfelstrudel und Sachertorte: Das Menü der Oscars 2026
Österreichische Spitzenköche bei den Oscars 2026: Wolfgang Puck, Bernhard Zimmerl, Mike Köberl und Thomas Sandhofer servierten Apfelstrudel, Backhendl und internationale Klassiker beim »Governors Ball« der Oscars 2026.
Die 98. Oscar-Verleihung am gestrigen Sonntag im »Dolby Theatre« bot nicht nur den glamourösen roten Teppich und die Verleihung der begehrten Trophäen, sondern auch ein spezielles kulinarisches Programm. Für die rund 1.500 Gäste des »Governors Ball«, arbeiteten mehr als 130 Köch:innen und 45 Konditor:innen, darunter der österreichische Starkoch Wolfgang Puck, unterstützt von seinem Sohn Byron, sowie die österreichischen Spitzenköche Bernhard Zimmerl, Mike Köberl und Thomas Sandhofer.
Austria goes Hollywood
Wolfgang Puck, der ursprünglich aus Kärnten stammt und seit Jahrzehnten in Kalifornien lebt, ist bei den Oscars längst eine feste Größe. Zum 32. Mal leitete er in diesem Jahr das Menü für den »Governors Ball« – gemeinsam mit seinem Sohn Byron als Co-Küchenchef. Zusammen koordinierten sie ein riesiges Team, das Tausende Portionen gleichzeitig vorbereitete: 12.000 Teller und über 14.000 Gabeln waren im Dauereinsatz, dazu 160 Kilogramm japanisches Miyazaki A5 Wagyu-Rind, 30 Pfund edler Kaluga-Kaviar und sogar zwei Gallonen flüssiges 24-Karat-Gold, um die Mini-Schokoladen-Oscars zu verzieren.
Bernhard Zimmerl steht heuer zum dritten Mal in der Oscar-Küche. Mit seinem Gourmetrestaurant »Zimmerl« im Waldviertel, das erst vergangene Woche von Falstaff als »Neueröffnung des Jahres« ausgezeichnet wurde, bringt er nicht nur seine Erfahrung, sondern auch österreichische Klassiker wie Apfelstrudel, Kardinalschnitten und Backhendl mit schwarzem Kaviar in die Küche von Hollywood. »Es ist jedes Mal eine große Ehre und absolut faszinierend, mit Wolfgang Puck zusammenarbeiten zu dürfen. Dass ich bereits zum dritten Mal als Waldviertler bei einem der größten Events in Los Angeles dabei sein darf, macht mich sehr stolz«, so Zimmerl.
Mike Köberl, ebenfalls aus Österreich und mit Kärntner Wurzeln, gehört längst zum Inventar der Oscar-Küche. Seit über 20 Jahren unterstützt er seinen Mentor Wolfgang Puck bei der logistischen Herkulesaufgabe, die Gäste der A-Prominenz auf höchstem Niveau zu verpflegen. Nach seiner Lehre in Villach zog es ihn 1987 in die USA, wo er im legendären »Spago« in Los Angeles auf Puck traf. Es folgte eine weltweite Reise mit Stationen von Shanghai bis zu den Cayman Islands, bevor er in Wien im »Bristol« und im »Livingstone« die hiesige Gastronomie prägte. Nach seinem eigenen Erfolgsprojekt, dem Restaurant »Spoon« in der Wiener Innenstadt, begleitete Köberl zuletzt als Küchenchef den Relaunch des Traditionsbeisls »Sopherl am Naschmarkt«.
Neu im Team ist Thomas Sandhofer, der normalerweise im »Infinity Restaurant« im »Resort Scheiblhofer« in Andau kocht und dieses Jahr ebenfalls das Team von Wolfgang Puck unterstützt. Sandhofer, der Michael Köberl seit Jahren kennt, gehört damit erstmals zur Crew der Oscar-Küche und erlebt die komplexe Logistik des Galadinners hautnah. »Es ist eine besondere Ehre, Teil dieses Teams zu sein und bei einem der bekanntesten Events der Welt mitkochen zu dürfen«, so der Burgenländer.
Auf den Tellern
Das diesjährige Menü war eine Mischung aus bekannten Favoriten und kleinen Überraschungen. Klassiker wie Chicken Pot Pie mit Trüffel, Makkaroni mit Käse und Mini-Wagyu-Burger wurden genauso serviert wie frisch zubereitete Sushi-Rollen, Izakaya-Häppchen und hausgemachte Pizzen in Oscar-Form, belegt mit Räucherlachs und Kaviar. Byron Pucks Artischocken-Agnolotti mit Trüffeln gingen in 3.000 Portionen über die Theke, und Zimmerls Backhendl mit schwarzem Kaviar fand viel Beachtung. Vegetarische und leichtere Optionen wie Süßer-Erbsen-Falafel mit Hummus oder Taro-Wurzel-Tacos mit Mango und Avocado rundeten das Angebot ab.
Beim Dessert durfte es dann glitzern: 2.000 Mini-Schokoladen-Oscars wurden mit essbarem 24-Karat-Goldstaub besprüht, dazu gab es frisch zubereitetes Gelato, Himbeer-Panna-Cotta, Mokka-Tiramisu sowie die österreichischen Klassiker Apfelstrudel (nach dem Rezept von Pucks Mutter) und Kardinalschnitten. Wein, Champagner und außergewöhnliche Cocktails wie der »After Glow« von Lorenzo Antinori aus Hongkong begleiteten das Essen.