Avocado-Toast und Chia: So sah Essen 2016 aus – und das hat sich 2026 (kaum) verändert
Auf Instagram reisen gerade alle zurück ins Jahr 2016 und feiern nostalgische Momente. Doch hat sich in der Welt der Kulinarik in zehn Jahren tatsächlich so viel verändert, wie es die alten Fotos vermuten lassen? Ein Blick in den Rückspiegel.
Instagram fühlt sich zurzeit an wie ein kuratierter Zeitsprung: überbelichtete Fotos, Urlaubsgrüße aus Bali, Schnappschüsse vergangener Mode-Sünden und das omnipräsente Mantra »2026 ist das neue 2016«. Im Kern geht es darum, Bilder auf Social Media zu zeigen, die vor zehn Jahren entstanden sind. Selbst die Tagesschau springt auf den Zug auf und teilt auf Instagram, was die Welt 2016 bewegte. Auf den ersten Blick wirkt alles herrlich nostalgisch. Doch beim genaueren Hinsehen offenbart sich ein Stimmungsbarometer für eine Gesellschaft, die sich nach der Leichtigkeit von 2016 sehnt. Nur stellt sich die Frage: War damals wirklich alles besser – und hat sich in zehn Jahren so viel verändert? Ein Blick auf die kulinarischen Trends von 2016 liefert eine Tendenz.
Hashtag Superfood
Man mag es kaum glauben: 2016 liegt tatsächlich schon zehn Jahre zurück. Doch bereits damals galt die unausgesprochene Regel: »Phone eats first«, was dazu führte, dass Unmengen an Essensbildern auf den sozialen Medien landeten. Eindrücklich kann man heute an ihnen erkennen, dass 2016 ein Jahr voller magischer Verheißungen war. Sogenannte Superfoods wie Goji-Beeren oder Chiasamen traten plötzlich ins Rampenlicht. Sie galten als besonders nährstoffreich und so streute man sie großzügig über Müsli, Joghurt oder Salate. Auch die Schüssel hatte plötzlich ihren großen Auftritt. Egal, ob Smoothie Bowls, Açai Bowls oder asiatisch angehauchte Poké Bowls – in ihr wurde alles serviert, was als gesund galt.
Den wohl größten Zuspruch erfuhr jedoch die Avocado. Sie landete auf fast jedem Brot, am liebsten in Kombination mit pochierten Eiern. Schon damals drehte sich einiges um gesunde Ernährungsweisen und »Clean Eating«. Also der bewusste Verzicht auf stark verarbeitete Lebensmittel und Fertigprodukte zugunsten natürlicher, vollwertiger Zutaten. Und schon damals begannen immer mehr Menschen, die Herkunft und Qualität ihrer Speisen kritisch zu hinterfragen. Klingt irgendwie bekannt, oder?
Zurück in die Zukunft
Zehn Jahre später, im Jahr 2026, bleibt das Essen eng verknüpft mit Gesundheit und Selbstoptimierung – nur tritt das Ganze in einem neuen Gewand auf. Darmfreundliche Ernährungsweisen, der Hype um Protein oder sogenanntes »Fibre-Maxxing« zeigen: Essen soll nicht nur sättigen, sondern bestenfalls einen Gesundheitsauftrag erfüllen. Und auch die Präsentation der Gerichte ist noch immer genauso entscheidend wie vor zehn Jahren. So ist am Mantra »2026 ist das neue 2016« mehr dran, als man sich eingestehen mag.
Und während es so scheint, als hätte sich im Großen und Ganzen kaum etwas verändert, gibt es jedoch einen drastischen Unterschied. Zehn Jahre zuvor musste niemand bei jedem Foto oder Video überlegen, ob es sich um einen stark manipulierten oder KI-generierten Inhalt handelt. Heute wirkt selbst ein perfekt aussehendes Croissant auf den ersten Blick verdächtig. Die wirklich spannende Frage lautet daher nicht, was sich seit 2016 verändert hat – sondern an welchem Punkt wir 2036 stehen werden.