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© Shutterstock/Plateresca

Die »Gilda« aus dem Baskenland erobert jetzt Europas Aperitivo-Kultur

Spanien
Spanische Küche

In Spaniens Bars gehört sie so selbstverständlich dazu wie der Espresso in Italien. Jetzt entdeckt auch TikTok die »Gilda«, traditionsreicher Pintxo aus dem Baskenland.

Kaum größer als ein Bissen, gehört die »Gilda« zu den bekanntesten Snacks Spaniens. Sie besteht aus grüne Olive, eine eingelegte Guindilla-Pfefferoni und eine Sardelle, aufgespießt auf einen Zahnstocher. Die Olive bringt Fruchtigkeit, die Sardelle Salz und Umami, die Pfefferoni Säure und eine milde Schärfe. Zusammen ergibt das einen Happen, der Lust auf den nächsten Schluck Wein macht.

Obwohl die »Gilda« in Nordspanien ein Alltagssnack ist, erlebt sie derzeit einen überraschenden zweiten Frühling. Auf TikTok zeigen Food-Creator:innen ihre Lieblingsvarianten, filmen Barvitrinen oder bauen ganze Aperitivo-Abende rund um den baskischen Klassiker auf. Die Videos gehen viral und werden millionenfach angesehen. Eine Entwicklung, die in Spanien vermutlich für Verwunderung sorgt.

Klassiker aus dem Norden

Die Heimat der »Gilda« liegt im Baskenland. Genauer gesagt in San Sebastián. Die Stadt, gilt als eine der kulinarischen Hauptstädte Europas. Hier gehören Pintxos zum Alltag und Abenden mit Freund:innen. Anders als Tapas, die meist auf kleinen Tellern serviert werden, werden Pintxos auf Brot oder Spießen angeboten. Der Zahnstocher ist dabei namensgebend für den Snack: »Pintxo« heißt so viel wie »kleiner Spieß«. Man bestellt nicht ein großes Menü, sondern viele kleine Happen. Jede Bar hat ihre Spezialitäten.

Die »Gilda« gilt als Urmutter aller Pintxos. Entstanden sein soll sie Ende der 1940er-Jahre in einer Bar in San Sebastián. Ihren Namen erhielt sie nach dem Film »Gilda« mit Rita Hayworth. Die Hauptfigur galt als temperamentvoll und ein wenig gefährlich – was viele an den Snack erinnerte.

Dass die »Gilda« gerade jetzt viral geht, mag zwar die Spanier:innen überraschen, aber kleine Barsnacks sind unter Foodies schon länger beliebt. Man denke nur an die Aperitivo-Kultur aus Italien. Und die »Gilda« ist außerdem überraschend einfach und  kann ohne viel Vorbereitungszeit zubereitet werden, weshalb es längst zahlreiche Varianten gibt. Manche ersetzen die Sardelle durch Thunfisch oder Bonito, andere ergänzen Kapern, eingelegte Zwiebeln oder unterschiedliche Olivensorten.


Miriam Al Kafur
Digital Redakteurin
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