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Falstaff Talk mit Björn Frantzén: «Das, was wir machen, ist ein Lifestyle und nicht irgendein Job»

Interview
Koch
Schweiz
Schweden
Dubai
Nachwuchs

Wenn Andreas Caminada und Marcel Skibba zur Fundaziun Uccelin Charity auf «Schloss Schauenstein» laden, kochen die Besten der Branche zugunsten der Nachwuchsförderung. In diesem Jahr war der schwedische Starkoch Björn Frantzén mit von der Partie, der erst kürzlich zwei neue Lokale in Dubai eröffnet hat. Mit Falstaff sprach er über Herausforderungen, Ziele und seine Motivation.

Falstaff: Herr Frantzén, in einem früheren Falstaff-Interview haben Sie berichtet, dass es während Ihrer Zeit in Grossbritannien in den 1990ern in den Küchen durchaus martialisch zuging. Wie denken Sie heute an diese Zeit zurück?

Björn Frantzén: Im Nachhinein war auch diese Zeit sehr hilfreich. Ich denke, man nimmt immer etwas mit, wenn man Herausforderungen gemeistert und harte Zeiten überstanden hat. Der Weg ist immer positiv.

Wenn man Ihre bisherigen Erfolge betrachtet, wirken diese nahezu übermenschlich. Woher kommt der Antrieb hierfür?

Das weiss ich nicht genau. Ich wurde aber so erzogen, dass man etwas richtig macht oder es gleich ganz bleiben lässt. Man versucht immer, so nahe wie möglich an seine persönliche Bestleistung zu kommen und tut alles, was es hierfür braucht. In den letzten Jahren habe ich es zudem geschafft, mich mit wirklich talentierten, hart arbeitenden Menschen zu umgeben, die dieselbe Vision wie ich teilen. Wir arbeiten hart, aber wir haben auch jede Menge Spass. Das ist sehr wichtig. Das, was wir machen, ist ein Lifestyle und nicht irgendein Job.

Björn Frantzén wird im kommenden Jahr ein Restaurant in Marbella (Spanien) eröffnen: die «Brasserie Astoria».
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Björn Frantzén wird im kommenden Jahr ein Restaurant in Marbella (Spanien) eröffnen: die «Brasserie Astoria».

Gab es dennoch jemals einen Punkt, an dem Sie dachten, ok, ich kann nicht mehr?

Naja, es ist nicht so, dass man jeden Tag aufwacht und auf Wolken schwebt. Natürlich gibt es Höhen und Tiefen. Aber auch wenn es manchmal hart ist, freue ich mich grundsätzlich jeden Tag darauf, zur Arbeit zu kommen und mit den Menschen dort Zeit zu verbringen – meiner Restaurant-Familie. Sie bauen einen auch mal auf, wenn man mal persönliche Probleme hat oder down ist, und das weiss ich sehr zu schätzen.

Gibt es Dinge, die Sie noch erreichen wollen?

Ich denke, man versucht immer irgendwie, Grenzen auszuloten und neue Herausforderungen zu finden. Wenn ich ehrlich bin, hätte ich mir niemals erträumt, dass ich jemals zwei Restaurants mit drei Michelin-Sternen und mehrere Spitzenlokale rund um den Globus haben würde. Alles, was jetzt noch kommt, ist reiner Bonus. Deshalb sind wir sehr wählerisch, was neue Projekte betrifft, die wir annehmen. Wir wollen nur noch Sachen machen, die uns wirklich Spass machen. Geld ist keine treibende Kraft diesbezüglich.

Vor ein paar Wochen haben Sie gleich zwei Restaurants in Dubai eröffnet: das «Studio Frantzén» und das «FZN» im «Atlantis, The Palm».

Genau. Ich war das erste Mal vor dreizehn, vierzehn Jahren in Dubai, und es hat mir sehr gut gefallen. Die Leute dort sind sehr freundlich, das Wetter ist gut, man kann bequem hinfliegen und es gibt tolle Golfplätze. Ich spiele sehr viel Golf in meiner Freizeit, in Schweden sind die Plätze aber fast sechs Monate im Winter wegen des Wetters geschlossen. Ganz anders in Dubai. Mir geht's um solche Dinge. Ich möchte das Leben genussvoll gestalten.

Danke für das Gespräch, Björn Frantzén.

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Dominik Vombach
Dominik Vombach
Chefredaktion Schweiz
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