Studie zeigt: Schon geringe Mengen Alkohol fördern Sprachkenntnisse
Schon geringe Mengen Alkohol können die Sprachfähigkeit verbessern, wie Forschende der Universitäten Bath und Freiburg herausfanden. Für diese Erkenntnis wurden sie mit dem satirischen Anti-Nobelpreis ausgezeichnet.
Manchmal genügt schon ein kleiner Schluck, um die Hemmschwelle beim Sprechen einer Fremdsprache zu senken. Das zeigt zumindest eine Studie, die in Zusammenarbeit zwischen der University of Bath und der Universität Freiburg entstanden ist. Für diese ungewöhnlichen, aber wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse wurden die Forschenden mit dem Ig-Nobelpreis ausgezeichnet, einer Auszeichnung, die Studien ehrt, aber auch zum Schmunzeln anregt und gleichzeitig zum Nachdenken über Forschung und ihre Wirkung auf den Alltag einlädt. Bei der diesjährigen Verleihung des Ig-Nobelpreises wurde eine Forschungsgruppe für ihre Studie zum sogenannten »Dutch Courage«-Phänomen mit dem Preis in der Kategorie Frieden ausgezeichnet.
Schon geringe Mengen reichen
Dafür begleitete die Forschungs-Gruppe rund 50 deutschsprachige Teilnehmende, die kürzlich Niederländisch gelernt hatten. Ein Teil der Gruppe erhielt eine kleine Menge Alkohol, der andere ein alkoholfreies Getränk, bevor alle ein kurzes Gespräch in der erlernten Sprache führten. Die Aufnahmen wurden anschließend von niederländischen Muttersprachler:innen bewertet – mit dem Ergebnis, dass Alkohol offenbar zu flüssigerem und sichererem Sprechen beitrug.
Die Auswertung zeigte, dass Teilnehmende, die eine geringe Menge Alkohol konsumiert hatten, im Niederländischen tatsächlich eine etwas bessere Aussprache zeigten als die Vergleichsgruppe. Die Forschenden betonen jedoch, dass weitere Untersuchungen nötig seien, um zu prüfen, ob sich die Ergebnisse auch auf andere Sprachen und Lernende übertragen lassen. Ihr Fazit: Ein moderater Alkoholkonsum kann möglicherweise Hemmungen beim Sprechen einer Fremdsprache senken – ein Effekt, der allerdings mit Vorsicht zu interpretieren ist. Ob ein Glas Sake oder Wein tatsächlich zu mehr Sprachgewandtheit führt, bleibt also vorerst offen.