Hot or not: KI bewertet Restaurants nach Schönheit der Gäste
Schön essen gehen? Wohl eher mit schönen Menschen. «LooksMapping» bewertet über 9.800 Lokale in den USA – nicht nach gutem Essen, sondern nach der Optik der Besucher:innen.
Dass eine KI-basierte Plattform zeigt, wo die angeblich attraktivsten Menschen essen, ist schockierend. Dass diese Plattform aus den USA stammt, eher weniger – oder?
Die neue Website «LooksMapping» bewertet nicht Essen oder Service, sondern die Attraktivität der Gäste in über 9.800 Restaurants in New York, Los Angeles und San Francisco. Analysiert wurde die angebliche Schönheit der Gäste durch künstliche Intelligenz. So erzielt beispielsweise das beliebte puertoricanische «Cocotazo» (4.8 Sterne bei 251 Google-Rezensionen) bloss einen Punkt, während das Sushi-Restaurant «Shinn WEST» (4.3 Sterne bei 207 Google-Rezensionen) mit einer glatten 10 glänzt.
Wäre in Europa illegal
Umgesetzt hat dieses Tool der 22-jährige Programmierer Riley Walz. Die Grundlage für die KI bildeten 587.ooo Profilbilder von Google-Accounts aus Restaurant-Reviews, auf denen Gesichter erkennbar waren. Daraus ermittelte die KI das geschätzte Alter, Geschlecht und die vermeintliche «Hotness». In Europa wäre eine solche Analyse laut der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) rechtlich unzulässig. Eine informierte Einwilligung der untersuchten Personen wäre notwendig.
Die Bewertung ist relativ absurd. Ein verschwommenes Foto senkt den Score, ein Hochzeitskleid erhöht ihn. Die KI wertete also nicht nur Gesichter, sondern auch visuelle Kontexte wie Outfits, Bildqualität und Hintergrund aus. Die Plattform offenbart auch systematische Verzerrungen. Lokale von People of Color (PoC) schneiden auffallend schlechter ab. Kritiker:innen sprechen von algorithmischem Bias, andere sehen in «LooksMapping» eine satirische Auseinandersetzung mit digitaler Oberflächlichkeit.
Fest steht: Schönheit liegt hier nicht im Auge des Betrachters oder der Betrachterin, sondern im Auge des Algorithmus.