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Weißburgundertrauben: Weil dem »Pinot blanc« ein Gen fehlt, das die Bildung von blauen Farbpigmenten verursacht, haben die Beeren eine helle, grünlich-gelbe Farbe.

Weißburgundertrauben: Weil dem »Pinot blanc« ein Gen fehlt, das die Bildung von blauen Farbpigmenten verursacht, haben die Beeren eine helle, grünlich-gelbe Farbe.
© ÖWM | WSNA, beigestellt

In neuem Licht: Die Sieger der Weißburgunder Trophy 2025

Weißburgunder
Weißwein
Deutschland
Tasting

Lange Zeit sah es so aus, als würde die junge Winzergeneration dem Weißburgunder mit Distanz begegnen. Doch jetzt liegen an der Spitze unserer Weißburgunder-Trophy gleich zwei jüngere Betriebe – und verleihen der Sorte mit ihren Weinen neuen Glanz.

Warum macht man Blindproben? Um überrascht zu werden! Beim Finale der diesjährigen Weißburgundertrophy erfüllte sich dieser Satz in nahezu beispielhafter Weise: Der Wein mit der Nummer sieben, auffällig durch seinen Biss und seine kalkige Mineralität am Gaumen, landete auf Platz drei – wie sich nach dem Entfernen der Blindproben-Überzieher offenbarte, das ­Sonnenberg-GG aus dem Weingut Jülg in Schweigen/Südpfalz. So weit erst mal keine Überraschung, Johannes Jülg lag mit seinen Weinen schon oft weit vorne in ­unseren Wettbewerben.

Anders Wein Nummer 15, dessen Punkteschnitt ihn auf Platz zwei setzte: Dieser packend geradeaus gebaute und dabei wunderbar würzige Weißburgunder stammt von einem Novizen in unseren Tastings: Florian Reus aus Randersacker, 41, hatte mit Klaus Peter Keller und mit Paul und Sebastian Fürst am Beginn seiner Winzerlaufbahn höchst prominente Lehrmeister. Dann jedoch verließ Reus die Weinwelt, um sieben Jahre lang Leistungssport als Langstreckenläufer zu betreiben. Im Jahr 2015 wurde er sogar Weltmeister im 24-Stunden-Lauf mit zurückgelegten 263 Kilometern. Seit 2018 ist Reus zurück in der Weinbranche – und offenbar steht er hier am Beginn einer weiteren ­Langstreckenkarriere.

Auf Platz eins landete schließlich der Wein mit der Startnummer drei: ein seidiger, unglaublich fein gearbeiteter Wein mit krei­diger Mineralität, subtil und fest zugleich. Das aufgedeckte Etikett offenbarte das Herxheimer Kirchenstück vom Weingut Gabel. Oliver Gabel, Mitte 30, ist nicht mehr unbedingt ein Newcomer, seit einem guten Jahrzehnt lässt er mit überzeugenden Talentproben aufhorchen. Doch dieser Weißburgunder legt nahe, dass er einen neuen Level an Souveränität und Stilsicherheit erreicht hat. Auch der Weißburgunder als Sorte hat bei unserer Trophy eine Reifeprüfung abgelegt: Es lohnt, die Probennotizen auf den Folgeseiten zu konsultieren: Das deutsche Weißburgunder-Schaffen ist an ­seiner Spitze hoch aus­differenziert. Und bringt auf verschiedenste Weisen größten Genuss.

Top 3 der Weißburgunder Trophy 2025

Liebliche Blütentöne, weiße Schokolade, etwas Neuholz. Der Gaumen zeigt sich straff und stoffig, gut extrahierte, vitale Phenole treffen auf gebündelten Extrakt und eine...
Pfalz, Deutschland
Würzig und vielschichtig im Duft, Hefegeprägt, Holzwürze, gelbe Frucht, Mango, Apfel, Apfelschale, Minze, Estragon, Kamillenblüte, Zitronenzeste, Gesteinsmehl, jodige...
Franken, Deutschland
Kultivierter Holzeinsatz, jugendlich-pikante Sortenwürze mit kräuterwürzigen Anklängen. Im Mund herrlich frisch und von knackiger Spannung getragen, intensiv, deutlich...
Pfalz, Deutschland

Sortenprofil


Weißburgunder

Der Weißburgunder ist eine helle natürliche Mutation des Spätburgunders, die in Burgund gegenüber dem Chardonnay als weniger qualitativ hochwertig gilt. Allerdings gibt es durchaus auch im Burgund Anhänger der Sorte.

Sortentyp
Im Duft zeigt sich der Weißburgunder zuweilen floral oder auch beerig, in der Gaumenstruktur hat er oft eine etwas mildere Säure als der Chardonnay. Der große Vorzug des Weißburgunders in Deutschland ist, dass es vielerorts noch alte Reben gibt, die den Weinen Mineralität vermitteln.

 

 

Erschienen in
Falstaff Magazin Schweiz Nr. 2/2025

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Ulrich Sautter
Ulrich Sautter
Wein-Chefredakteur Deutschland
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