Influencer-Rezepte sind out, Klassiker dagegen stark im kommen
Im »Confusion Studio« im neunten Bezirk stellte »Lieferando« gemeinsam mit Spitzenköchin Viktoria Fahringer die Bestelltrends des Jahres vor – und setzte diese auch gleich kulinarisch um.
Bereits zum dritten Mal hat Lieferando die »Lieferando Trends« rund um Kulinarik und Essverhalten erhoben. Mit der »Trend Edition 2025« liegt der Fokus erstmals auf österreichischen Entwicklungen statt auf globalen Trends. Die Analyse basiert auf einer repräsentativen Umfrage des unabhängigen Marktforschungsinstituts TQS Consulting & Research sowie auf dem Bestellverhalten der heimischen Lieferando-User:innen.
Die Ergebnisse bringen einige spannende Einblicke: Das beliebteste Gericht bleibt wie im Vorjahr die Pizza Salami, gefolgt von der Pizza Margherita – gleichzeitig das Top-Gericht unter den vegetarischen Bestellungen. Zwar sind die prozentualen Veränderungen eher klein, doch ein Trend zeichnet sich ab: Vegane und vegetarische Gerichte verlieren leicht an Anteil und machen nun 3,29 Prozent des Gesamtbestellvolumens aus.
Kulinarik-Trends und Blind Tasting
Gleichzeitig könnte die Spitzenposition der Pizza künftig wackeln: Sie verzeichnet ein Minus von 3,57 Prozent, während Kebab-Bestellungen um 2,32 Prozent zulegen konnten. »Dass Klassiker bei den heimischen Lieferando-User:innen hoch im Kurs stehen, zeigt auch unser jährlicher Schnitzel-Index«, erklärt Mathias Dech, Lead Business Analyst bei Lieferando Österreich.
Mithilfe der erhobenen Daten war es »Lieferando« schließlich möglich vier große Trends der User:innen herauszufiltern und sie zu benennen: »Echter Genuss, statt Schall und Rauch«, »Qualität im Preisdilemma«, »Fremdkochen als sozialer Kitt« und »Voll-von ist das neue frei von«. Diese Trends wurden im Rahmen der Präsentation von Spitzenköchin Viktoria Fahringer kulinarisch interpretiert und zur Blindverkostung serviert.
Zwischen echtem Genuss und Preisdilemma
Beim Foodtrend »Echter Genuss statt Schall und Rauch« zeigt sich deutlich, dass der einst vielgehypte »Foodporn« und aufwendige Influencer-Rezepte an Bedeutung verlieren. Stattdessen rücken Einfachheit, Authentizität und traditionelle Gerichte wieder stärker in den Mittelpunkt. Die Daten belegen, dass bei Männern Klassiker wie Schnitzel, Gulasch oder Kaiserschmarrn besonders beliebt sind. Und auch Frauen greifen gerne zu traditionellen Gerichten – allerdings oft mit einem kleinen, individuellen Twist.
Der zweite Trend betrifft nicht nur die Endkonsument:innen, sondern auch die gesamte Gastronomiebranche. Konsument:innen wünschen sich Geschmack, hochwertige Zutaten und Nachhaltigkeit. Gleichzeitig zeigt sich jedoch eine deutliche Preisgrenze: 23 Prozent der Befragten würden für ein nachhaltiges Produkt keinesfalls mehr bezahlen, während 55 Prozent zumindest einen Aufpreis von bis zu zehn Prozent akzeptieren. Darüber hinaus wird es jedoch eng – nur ein Prozent der Österreicher:innen ist bereit, mehr als 30 Prozent zusätzlich für nachhaltige Lebensmittel auszugeben. Diese Zahlen machen die Lücke zwischen Anspruch und Realität sichtbar, die auch die Gastronomie klar zu spüren bekommt. Aktuell geben nur sechs Prozent der Befragten an, mehrmals pro Woche auswärts essen zu gehen.
Fremdkochen und »Frei von«
Der dritte sichtbare Trend zeigt, dass Essen verbindet – und das nicht nur im Restaurant, sondern auch zu Hause. 66 Prozent stimmen der Aussage zu, dass Essen ein soziales Erlebnis ist und Mahlzeiten gern mit anderen geteilt werden. Aber dieser Trend hat auch seine Kehrseite: Besonders junge Eltern spüren den gesellschaftlichen Druck, täglich frisch und gesund für die Familie zu kochen. Ein Comeback erlebt allerdings der Mittagstisch: Für 42 Prozent der Befragten ist das Mittagessen die wichtigste Mahlzeit des Tages. Und dabei muss es nicht immer Selbstgekochtes sein – 47 Prozent bestellen, wenn sie nicht einkaufen oder kochen möchten, 44 Prozent aus Zeitgründen und 39 Prozent, um sich zwischendurch etwas zu gönnen.
Last but not least zeigt der vierte Trend ein klares Umdenken: Jahrelang dominierten auf Speisekarten und Verpackungen »frei von«-Versprechen – frei von Zucker, Fett, Geschmacksverstärkern oder allem, was Ernährungstrends gerade infrage stellten. Heute achten jedoch nur 13 Prozent der Befragten bewusst auf bestimmte Diäten oder Nährstoffe wie Low Carb, High Protein oder Clean Eating. 87 Prozent folgen keiner speziellen Ernährungsform. Statt reiner Funktionalität rücken nun Emotion und Genuss in den Vordergrund. Gleichzeitig soll das Essen aber weiterhin gesund, ausgewogen und frisch sein – eben voll von wertvollen Nährstoffen, statt frei von allem.