Was Irish Coffee mit Wartezeiten am Flughafen zu tun hat
Der Irish Coffee ist weit mehr als Kaffee mit Schuss. Seine Entstehungsgeschichte zeigt, wie schnell aus einem kleinen »Notfalldrink« ein echter Klassiker werden kann.
Was in Italien häufig als Caffè Corretto bestellt wird – ein Espresso mit einem kleinen Schuss Alkohol, meist Grappa – hat in Irland sein eigenes Pendant: den Irish Coffee. Doch woher stammt das beliebte Kaffeegetränk?
Sein Ursprung reicht der Überlieferung nach bis in die 1940er-Jahre zurück – eine Zeit, in der vereinzelt erste Experimente mit Alkohol stattfanden. Im Westen Irlands, nahe des heutigen Shannon International Airport, befand sich damals ein kleiner Flughafen namens Foynes Airport. Aus diesem ehemaligen Flugboothafen entwickelte sich später der moderne Airport. In der Nähe des Flughafens arbeitete Barkeeper Joe Sheridan in einem kleinen Restaurant, in dem er regelmäßig Reisende mit Speisen und Getränken versorgte. Einer Überlieferung zufolge nahm hier auch die Entstehung des Irish Coffee ihren Anfang: An einem kalten Abend strandete eine Gruppe durchgefrorener amerikanischer Passagier:innen in Sheridans Lokal, nachdem ihr Flug wegen schlechten Wetters nicht starten konnte.
Um sie zu wärmen und zugleich aufzumuntern, servierte ihnen der Barkeeper starken Kaffee mit einem Schuss Whiskey und einer Haube aus Sahne – und so war der Irish Coffee geboren. Damit war die Geschichte aber noch nicht zu Ende: Richtig berühmt wurde der Drink angeblich erst, als der Reisejournalist Stanton Delaphane von der ungewöhnlichen Kreation erfuhr und überzeugt war, dass man dafür eigens nach Irland reisen müsse. Nach rund 10 Jahren der ursprünglichen Geschichte erlangte der Irish Coffee schließlich seinen heutigen Ruhm.
Wenn Kaffee auf Whiskey und Zucker trifft
Traditionell wird für den Irish Coffee Filterkaffee verwendet, je nach Verfügbarkeit kann er jedoch auch mit Vollautomaten-Kaffee zubereitet werden. Entscheidend ist die Zubereitung im hohen Glas, in dem der Irish Coffee später serviert wird. Idealerweise wird der Whiskey schon leicht erhitzt, bevor er im Glas mit dem Zucker vermischt wird – auf diese Weise löst sich der Zucker schneller im Alkohol. Anschließend wird der Kaffee hinzugegeben und das Ganze schlussendlich mit dem Sahnehäubchen verfeinert. Kleiner Hinweis am Rande: In diesem Fall wird die Sahne eher locker und nicht wie sonst steif aufgeschlagen.
Für Alljene, die sich am Irish Coffee versuchen möchten, hat Falstaff auch das passende Rezept parat – viel Spaß beim Nachmixen.