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Jennifer, Gernot und Manuel Schön.

Jennifer, Gernot und Manuel Schön.
© Matthias Köstler

Junger Fassbinder kreiert neues Hybridfass aus Holz und Stein

Niederösterreich
Innovation
Weinkeller

Innovation aus Niederösterreich: Das neue Hybridfass von Manuel Schön von der Fassbinderei Schön in Sitzenberg-Reidling vereint die Vorteile des klassischen Holzfasses mit stilistischen Einfluss alternativer Gefäße wie Ton-Amphoren, Betoneiern oder Steinbehältern.

Holzfässer aus Österreich sind international gefragt und in einigen der prominentesten Weingüter weltweit anzutreffen. Einer kleinen Fassbinderei aus Niederösterreich könnte nun ein innovativer Fortschritt in der Fassbinderei gelungen sein – als Antwort auf die veränderten Präferenzen in der Weinstilistik. Menschen trinken heute anders als noch vor zehn oder zwanzig Jahren. Vor allem dominante Holztöne rücken in den Hintergrund – gesucht werden Frucht und Frische.

Die Fassbinderei Schön im niederösterreichischen Sitzenberg-Reidling lebt seit mehr als 90 Jahren davon, aus fein selektiertem Holz Weinfässer zu kreiren. Manuel Schön ist selbst ein Vertreter der jungen Generation von Weinliebhaber:innen, die präzise Frucht und feine Aromatik lieben. Mit seinem neuen Konzept, wollte der 29-Jährige ein Holzfass kreieren, das dieser zeitgenössischen Stilistik gerecht wird – gleichzeitig sollten aber auch die Qualitäten des Ausbaus im Holz eingeflechtet werden.

Kombination aus Holz und Stein

Nach mehreren Jahren der Entwicklung sowie einer ausführlichen Testphase, unter anderem mit Projektweinen junger Winzer:innen, präsentiert Schön nun sein neues Hybridfass: Ein Fass, das die Vorteile des klassischen Holzfasses und den stilistischen Einfluss alternativer Gefäße wie Ton-Amphoren, Betoneiern oder Steinbehältern vereint. Dafür werden klassische Eichenholz-Dauben mit Steinplatten-Böden kombiniert, wodurch ein neuartiger Reifeprozess mit uniquem Aromaprofil entsteht.

Das Fass verbindet zwei Materialien, die seit Jahrhunderten im Weinbau existieren, aber selten miteinander in Verbindung gebracht werden.

Neue Stilistik für moderne Weine

Für das Holz der Dauben verwendet die Fassbinderei Schön Eichen aus Österreich, Frankreich, Deutschland oder Kroatien. Sanftes Toasting des Holzes bei 140 Grad und nachfolgend das Abtragen der ersten Schicht bietet Struktur, ohne aufdringliche Noten. Der Boden der Hybridfässer besteht aus Steinplatten, wobei die Wahl auf Schiefer und Granit aus der Region fiel. »Der Stein ist das ruhende Element. Er lässt kaum Sauerstoff durch, erfordert kein Toasting und gibt dem Wein die Möglichkeit, sich in Ruhe zu sammeln. Er bringt Klarheit, manchmal sogar eine subtile Salzigkeit«, so Schön. Durch den reduktiveren Ausbau würden Weine entstehen, die frischer und klarer im Ausdruck sind, aber auch die gewünschte Aromatik der Holzreifung bieten.

Das Hybridfass in seiner jetzigen Form ist erst der Anfang. Bereits jetzt erreichen uns Anfragen für Fässer mit Marmoreinsatz oder sogar Gärbehälter mit Betondeckeln. Es ist schön zu sehen, wie wir unser Handwerk mit frischem Wind in die Zukunft führen können.

– Manuel Schön

Die Kombination aus Holz und Stein soll je nach Kund:innenwunsch maßgeschneidert hergestellt werden, wobei verschiedene Holzarten, Toastings und Steinarten möglich sind. Wenn der Einfluss des Holzes nachlässt, könne das Hybridfass neu eingedeckt werden: Der Holzkörper wird erneuert, während der Stein bleibt. Das Hybridfass in Barrique-Größe kostet rund 1.200 Euro. Durch den Steineinsatz ist es mit 88 Kilogramm rund ein Drittel schwerer als das herkömmliche 225 Liter Fass.


 


Redaktion
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