Junges Team übernimmt die «Storchen Weinbar» in Luzern
Die «Storchen Weinbar» zählt zu den traditionsreichsten Weinbars in Luzern und liegt im Herzen der Altstadt, direkt am Kornmarkt. Seit 2003 kommen dort Weinliebhaber:innen auf ihre Kosten. Ab dem 11. Juni übernimmt ein junges, engagiertes Team die Leitung und bringt mit einem neuen kulinarischen Konzept frischen Wind in die Luzerner Altstadt.
Über fünfzehn Jahre lang wurde das Lokal von Regula Schurtenberger als klassische Weinstube geführt, bevor Luca Eichmann und Samuel Vörös von der «Brasserie Bodu» übernahmen und das Lokal zu einer modernen Weinbar umgestalteten. Nun, nach rund sechs Jahren, übergeben Luca Eichmann und Samuel Vörös das Zepter an die Junggastronomen Lorenzo Ñanculaf, Silvan Vogt, Ivan Monaco und Tilmann Schnyder.
«Gourmetstübli» im Obergeschoss
Während die bewährte Weinbar im Erdgeschoss unverändert bleibt, ist im Obergeschoss eine Neugestaltung geplant. Dort soll die schlichte Weinstube in ein «Gourmetstübli» umgewandelt werden. Da das Gebäude jedoch unter Denkmalschutz steht, sind keine sichtbaren Veränderungen geplant. «Uns ist es umso wichtiger, den ursprünglichen Charme der Weinbar zu bewahren und die Gäste insbesondere mit dem neuen kulinarischen Konzept zu begeistern», erklärt Ivan. Bisher setzte das Lokal auf eine einfachere Küche und servierte Tapas passend zum Wein. Das soll sich nun künftig ändern.
Verantwortlich für das neue Fine-Dining Konzept sind die Küchenchefs Ivan und Til, die beide mit einer bemerklichen beruflichen Laufbahn überzeugen. Ivan sammelte nach seiner Ausbildung wertvolle Erfahrungen in London, wo er unter anderem im «Dinner by Heston Blumenthal» und im «The Cut by Wolfgang Puck» arbeitete. Zurück in Luzern war er im «Stiefels Hopfenkranz» und im «Olivo» unter Hugues Blanchard tätig. Til wiederum sammelte seine Erfahrungen in der Schweiz und trat nach seiner Ausbildung seine erste Stelle im Grand Hotel «Jungfrau Victoria» in Interlaken an. Danach zog es ihn weiter nach Andermatt, ins «The Restaurant», bevor er dann für Sven Wassmer das «Verve by Sven» in Bad Ragaz miteröffnete. Zurück in Luzern kochte er unter anderem im «Lucide» unter Michèle Meier.
Präzise und reduziert
Ivan und Til sind stolz auf ihren Beruf, wie Til gegenüber Falstaff verrät: «Wir denken genau gleich und ergänzen uns in unseren Fähigkeiten perfekt.» So bringt Til unter anderem durch die Erfahrung bei Sven Wassmer das Handwerk und die Philosophie der neuen alpinen Küche mit, während Ivan besonders bei Heston Blumenthal vieles über Technik, Sensorik und Kreativität erlernte. Das Ergebnis: eine präzise und reduzierte Küche, bei der der Fokus auf den Produkten liegt, die mithilfe internationaler Zubereitungstechniken neu interpretiert werden. Das erste Menü wird ab dem 11. Juni als Mehrgangmenü im «Stübli» oder draussen auf der Terrasse serviert, ergänzt durch eine kleine saisonale Snackkarte und wöchentlich wechselnde Mittagsmenüs.
Die Gastgeberrolle übernehmen Lorenzo und Silvan. Zusammen haben sie bereits mehr als ein Dutzend Events umgesetzt und sind dadurch in der Luzerner Gastronomieszene bereits bestens vernetzt. Lorenzo schloss im vergangenen Dezember an der Hotelfachschule Luzern ab und war parallel bereits stellvertretender Betriebsleiter der «Storchen Weinbar».
Silvan hingegen kam als Quereinsteiger in die Branche und wirkte unter anderem im «Mill’Feuille» und in der «Magdi Beiz» mit und war zuletzt als Betriebsleiter im «db Public House» tätig. Die gemeinsame Leidenschaft für Wein verbindet Lorenzo und Silvan und so freuen sie sich darauf, den Weinkeller mit über 400 Positionen auch künftig mit Sorgfalt zu pflegen. «Ein Grossteil besteht aus Schweizer Weinen, diesen Fokus möchten wir unbedingt beibehalten, da auch wir beide grosse Fans der Schweizer Weinvielfalt sind», bekräftigt Silvan Vogt.
Das junge Team ist sich bewusst, dass die Weinbar nach wie vor ein älteres Publikum anzieht. Um zukünftig auch vermehrt jüngere Gäste anzusprechen, erweitert das Team das Angebot um auserlesene Schweizer Biere von Kleinbrauereien und eine überschaubare Cocktailkarte. Lorenzo erklärt: «Besonders junge Gäste haben oft Hemmungen beim Thema Wein; mit diesem ergänzenden Angebot möchten wir ein Zeichen setzen und zeigen, dass es hier für jede und jeden etwas gibt.»