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© David Künzler

Neues Kapitel nach «Stiefels Hopfenkranz»: Ein Pop-up und kreative Auszeit

Restaurant
Gastronomie
Luzern
Pop-up
Interview

Bereits im vergangenen Jahr kündigten Luigina und Moritz Stiefel die Schliessung ihres Luzerner Restaurants «Stiefels Hopfenkranz» an. Nach fast einem Jahrzehnt erfolgreicher Gastronomie freuen sich die Stiefels nun auf eine kreative Auszeit und blicken voller Vorfreude auf das geplante Pop-up im kommenden Herbst.

Im März des vergangenen Jahres gaben Luigina und Moritz bekannt, dass sie ihr Luzerner Restaurant «Stiefels Hopfenkranz» im Sommer 2025 aufgrund einer anstehenden Totalsanierung des Gebäudes schliessen werden. Nun steht fest, wann der finale Schlusspunkt gesetzt wird. «Am Samstag, den 10. Mai 2025, wird es einen letzten Service geben», teilt uns Luigina mit. Moritz plant bis dahin noch rund zwei wechselnde Degustationsmenüs, wobei er das Letztere seinen «Signature Dishes» widmen wird.

Von der Beiz zum Gourmet-Restaurant

Die Geschichte von «Stiefels Hopfenkranz» begann 2016, als Luigina und Moritz innerhalb weniger Monate die Zusage für ihr Lokal an der Zürichstrasse erhielten. Beide sind im angrenzenden Maihof-Quartier aufgewachsen und verbinden viele Erinnerungen an diesen Stadtteil. «Der persönliche Bezug zu unseren Gästen war uns von Anfang an wichtig, daher war das Lokal mit seiner überschaubaren Grösse der perfekte Match», erklärt Moritz. Luigina erinnert sich ebenso an die Anfangszeit: «Wir sind bestimmt auch ein bisschen blauäugig hineingegangen. Ich hatte zu Beginn noch einen anderen Job, während Moritz sowohl mittags als auch abends für unsere Gäste kochte und wir dadurch beide kaum Freizeit hatten.»

Das ursprüngliche Konzept war anders; ohne weisse Tischdecken konnten die Gäste auch à la carte von einer Bistrokarte wählen. Die ersten Jahre waren geprägt von einer Phase der Selbstfindung, in der die beiden viel ausprobierten und dazulernten. «Fehler sind dazu da, um daraus zu lernen», merkt Moritz an. Auch Luigina zieht aus dieser Zeit wertvolle Erfahrungen: «Die Selbstständigkeit fördert das persönliche Wachstum, da man unter anderem auch eine grosse Verantwortung für seine Mitarbeiter:innen trägt.» Rund fünf Lehrlinge konnten im Hause Stiefel wertvolle Erfahrungen sammeln, die für Luigina und Moritz stets ein wichtiger Bestandteil ihres Restaurants waren. «Der Kontakt zu jungen Menschen war uns immer wichtig. Auch wenn es herausfordernd war, haben sie uns genau so viel zurückgegeben», betont Luigina.

Das Duo blickt auf eine erfolgreiche Zeit mit vielen Highlights zurück. 2022 wurden sie von Falstaff zum Wirtepaar des Jahres gekürt. All die Jahre wurde stets kompromisslos saisonal und nach dem Motto «Nose to tail» gekocht. Auch abseits des Restaurants haben Luigina und Moritz eine Vielzahl an Events realisiert. Besonders in Erinnerung bleibt die bereichernde Zusammenarbeit mit der Schweizer Konzept- und Performancekünstlerin Sandra Knecht. Im Rahmen des Events «Hochgenuss» bereiteten Moritz und Sandra Knecht das peruanische Nationalgericht «Pachamanca» für rund 200 Gäste zu. Moritz erzählt voller Begeisterung: «Mit einem Bagger gruben wir ein Loch, um darin über mehrere Stunden Fleisch und Gemüse zu garen – für mich war das ein ganz persönliches Highlight.» Diese Zusammenarbeit eröffnete zudem Türen zu weiteren spannenden Projekten, darunter auch ein Pop-up beim renommierten Film Festival Locarno.

Geplantes Pop-up im Herbst 2025

Im Oktober planen die Stiefels bereits ihr erstes Pop-up, das vier bis sechs Wochen andauern soll. Den genauen Standort möchten sie bislang nicht vollständig enthüllen, jedoch geben sie einen Hinweis: «Es wird nicht in Luzern sein.» Zudem planen die beiden, weiterhin mit ihrem Catering-Service «Gour’Moments» aktiv zu bleiben.

Bevor sie sich jedoch neuen Projekten widmen, freuen sich die beiden auf einige Monate der Entspannung: «Handy aus, nichts tun und schlafen», lachen sie im Einklang. Sie sehen die Zeit nach der Restaurant-Schliessung als kreative Auszeit, um neue Inspiration zu finden. Beide sind überzeugt, dass das Nichts-Tun ein wichtiger Prozess für neue Kreativität ist.

Für die Zukunft wünschen sich Luigina und Moritz, in grösseren Dimensionen zu denken. «Bisher haben wir immer alles zu zweit gestemmt und können uns durchaus vorstellen, zukünftig ein Teil von etwas Grösserem zu sein», erklärt Luigina. Der Wunsch nach einem festen Restaurant ist momentan nicht präsent; stattdessen ziehen sie projektbasierte und konzeptionelle Arbeiten vor. «Wir freuen uns darauf, mit neuen Menschen zusammenzukommen und uns unabhängig von einem Standort weiterzuentwickeln», sagt Moritz.

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Corinne Husmann
Corinne Husmann
Autorin
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