Auf der Londoner Wein-Börse liv-ex traden Weinhändler aus aller Welt jeden Tag Spitzenweine im Wert mehrerer Millionen Pfund Sterling. Die Preisbewegungen, die so zustandekommen, zeichnen ein ziemlich genaues Bild der Kräfteverhältnisse auf dem Markt für feine und rare Weine. Die jetzt veröffentlichten Zahlen aus dem Augusthandel zeichnen ein krisenhaftes Szenario für den Handel mit Bordeaux-Weinen: Auf Bordeaux entfielen 34,7 Prozent der monatlichen Umsätze – noch nie in der 20-jährigen Geschichte der Handelsplattform lag dieser Anteil so niedrig.
Erst Anfang dieses Jahres war der Bordeaux-Anteil der Umsätze auf Liv-Ex unter 50 Prozent gefallen, noch im Jahr 2016 lag er bei beinahe 75 Prozent. Mit dem Absturz Bordeaux’ einher geht ein Rückgang des Kaufinteresses aus Asien: Innerhalb der ersten sechs Monate 2020, so Liv-Ex, seien Chinas Importe von Flaschenwein um mehr als ein Drittel gefallen.