Zum Inhalt springen
 © Shutterstock

Nachfrage nach Bio in Österreich so hoch wie noch nie

Bio
Österreich
Lebensmittel

Im Jahr 2025 erreichte der Anteil von Bio-Produkten im österreichischen Lebensmittelhandel einen neuen Höchstwert. Gleichzeitig stoßen Landwirte beim Umstieg auf biologische Landwirtschaft nach wie vor auf Hindernisse.

Während in den vergangenen Monaten viel über hohe Lebensmittelpreise diskutiert wurde, hat sich ein Segment davon wenig beeindrucken lassen: Bio. 2025 erreichte der Bio-Anteil im österreichischen Lebensmittelhandel mit knapp zwölf Prozent einen neuen Höchststand. Noch nie zuvor gaben Haushalte so viel Geld für Produkte aus biologischer Landwirtschaft aus.

Bio boomt

Rund 1,2 Milliarden Euro flossen im vergangenen Jahr in Bio-Lebensmittel, wie Zahlen der AMA-Marketing zeigen. Das entspricht einem Plus von 6,5 Prozent gegenüber 2024. Mengenmäßig fiel das Wachstum mit 2,3 Prozent zwar moderater aus, doch auch das ist ein klares Signal: Bio bleibt gefragt, selbst in wirtschaftlich angespannten Zeiten. Im Schnitt investierte jeder Haushalt knapp 360 Euro in Bio-Produkte, etwa 17 Euro mehr als im Jahr davor. Barbara Riegler, Obfrau von »Bio Austria«, betonte: »Bio ist gefragt wie lange nicht. Umso problematischer ist es, wenn ausgerechnet jetzt der Zugang zur Bio-Maßnahme versperrt ist. Das ist ein schlechtes Signal an alle Betriebe, die bereit wären, auf Bio umzustellen.«

Produktionsseite unter Druck

Während die Nachfrage steigt, sieht die Branchenvertretung Handlungsbedarf auf der Produktionsseite. In den vergangenen drei Jahren sind rund 1.000 Betriebe aus der Bio-Landwirtschaft ausgestiegen. 2025 hätten sich die Ausstiegszahlen zwar langsam stabilisiert, dennoch werde das Angebot knapper. Die Marktdaten zeigen steigende Bio-Einkäufe. Riegler erklärte: »Der Markt wächst, die Nachfrage ist da. Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass die heimische Bio-Produktion mitwachsen kann.« Zugleich warnte sie: »Wenn wir jetzt nicht gegensteuern, laufen wir Gefahr, Marktchancen nicht zu nutzen und Versorgungslücken am Ende mit Importware schließen zu müssen.«

Seit Ende 2024 ist kein Neueinstieg in die Bio-Maßnahme des ÖPUL mehr möglich. Nur bestehende Bio-Betriebe können ihre Flächen ausweiten. »Betriebe, die jetzt auf Bio umstellen wollen, stehen vor verschlossenen Türen, und ihre Leistungen werden nicht angemessen honoriert«, kritisierte Riegler. »Gerade in einer Phase wachsender Nachfrage brauchen wir Einstiege und Umstiege.«

»Der Markt ist bereit«

Österreich gilt europaweit als Vorreiter im Bio-Bereich: Rund 27 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche werden biologisch bewirtschaftet. Damit ist Österreich der einzige EU-Mitgliedstaat, der das Unionsziel von mindestens 25 Prozent Bio-Fläche bis 2030 bereits erreicht hat. »Der Markt ist bereit, die Konsumentinnen und Konsumenten sind bereit, und die Betriebe haben ihre Bereitschaft gezeigt«, so Riegler abschließend. »Wenn Bio politisch gewollt ist, muss Bio auch politisch ermöglicht werden.«


Redaktion
Mehr zum Thema
1 / 12