Gastro-Nomadinnen kochen auf dem Biohof
Céline und Camille Rohn kochen mit ihrem Pop-up-Projekt «Aplati» auf einem biodynamischen Bauernhof.
Die Gastro-Nomadinnen Céline und Camille Rohn haben ihr 10. Pop-up eröffnet. Hinter ihnen liegen Projekte auf einer hohen Alp, in pausierenden Restaurants und in stillgelegten Gartenbeizen. Nun kochen die Schwestern im Gewächshaus in Wohlen.
Die Rohns können auf eine treue Fangemeinde zählen, die ihnen praktisch überallhin nachreist. Der Weg auf den biodynamischen Hof Schüpfenried dauert mit dem Postauto ab Bahnhof Bern knapp eine Viertelstunde, die Bushaltestelle liegt direkt vor dem Hof. Und die Anreise lohnt sich schon wegen des Gartens: praktisch rings um den Hof blühen derzeit immer noch Blumen.
Der Abend bei «Aplati» startet im Freiluftstall von Bio-Bauer Fritz Sahli mit einem Heu-Tee. «Damit man das Terroir sofort schön im Mund schmeckt», sagt Camille Rohn. Das Essen findet dann im wohlig-warmen Treibhaus statt, das man mit einem kleinen Spaziergang durch die Apfelbaum-Hostet erreicht. Drinnen verschlägt es einem erst einmal die Sprache, denn an den Seiten stehen und blühen unzählige Pflanzen, Sukkulenten und Kakteen. «Noch näher an den Produkten könnten wir nicht sein», freut sich Céline Rohn.
Die Rohns gehen bei ihrem Menü auf die Saison ein, die Produkte vom Hof sind die Grundlage ihrer Menüplanung. Beispielsweise setzen sie kleine Junghuhn-Eier als Onsen-Eier ein. Die Hühner übrigens leben im fahrbaren Hühnerstall, den man ganz hinten auf dem Feld entdeckt. Fritz setzt seit 20 Jahren auf biodynamischen Anbau und auf Kreislaufwirtschaft – das erläutert der Bauer bei der Begrüssung der Gäste. «So kann ich über den Genuss meine Art Landwirtschaft den Leuten näherbringen», sagt er.
Was die Köchinnen weiter auf den Tisch bringen, bleibt eine Überraschung. Nur so viel: Die Kürbisse sind da, die Quitten sind reif, und Fleisch gibt es direkt vom Hof – gerade verarbeiten sie Suppenhühner. Wer die Rohns kennt: Bei Aplati steckt Hingabe im Essen.