Zum Inhalt springen
© Shutterstock

Schokolade als Anti-Aging-Wunder?

Schokolade
Wissenschaft

Eine neue Studie legt nahe, dass ein bitterer Bestandteil dunkler Schokolade mit einem langsameren biologischen Alter in Verbindung steht. Forscher warnen vor voreiligen Schlussfolgerungen.

Ein Inhaltsstoff dunkler Schokolade sorgt derzeit für Aufmerksamkeit in der Altersforschung. Theobromin, ein natürlicher Bitterstoff aus Kakaobohnen, steht laut einer Studie des King’s College London in Zusammenhang mit einem niedrigeren biologischen Alter. Untersucht wurden Blutproben von mehr als 1.600 Personen.

Das biologische Alter beschreibt, wie stark Zellen und Gewebe tatsächlich gealtert sind. Gemessen wird es unter anderem anhand epigenetischer Marker, die zeigen, wie aktiv bestimmte Gene sind. In der Studie wiesen Personen mit höheren Theobrominwerten im Blut günstigere Altersmarker auf.

Hoher Kakaoanteil nötig

Theobromin gehört zur selben Stoffgruppe wie Koffein, wirkt jedoch milder. Bekannt ist es vor allem für seinen Einfluss auf Gefäße und Kreislauf. Dunkle Schokolade enthält deutlich mehr davon als Milchschokolade, vorausgesetzt, der Kakaoanteil ist hoch.

Die Forschenden betonen allerdings: Der Zusammenhang ist rein beobachtend. Die Studie zeigt keine Ursache-Wirkung-Beziehung. Ob Theobromin selbst den Alterungsprozess beeinflusst oder ob andere Faktoren wie Ernährung, Bewegung oder Lebensstil eine Rolle spielen, bleibt offen.

Als Anti-Aging-Mittel taugt Schokolade daher nicht. Sie liefert zwar Kakao-Wirkstoffe, enthält aber auch Zucker und Fett. Die nüchterne Botschaft lautet: Dunkle Schokolade kann Teil einer ausgewogenen Ernährung sein, mehr aber auch nicht.


Redaktion
Mehr zum Thema
1 / 12