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Das Team im »Mraz & Sohn«: Hier ist alles etwas lockerer, als man es von der Sterneküche kennt. Mastermind ist Lukas Mraz (zweite Reihe, erster von rechts).

Das Team im »Mraz & Sohn«: Hier ist alles etwas lockerer, als man es von der Sterneküche kennt. Mastermind ist Lukas Mraz (zweite Reihe, erster von rechts).
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Wien Brigittenau: Kulinarik-Tour durch den 20. Bezirk

Wien Special 2025
Wien
Restaurant
Koch

Die Brigittenau mag es gastronomisch unkonventionell: Das »Mraz & Sohn«, eine der besten Adressen der Stadt, nimmt der Sterneküche die Steifheit, im »Petit Jeudi« gibt es Casual Fine Dining schon zum Frühstück.

Willkommen in der Brigittenau, Wiens 20. Bezirk – einem Juwel, das oft im Schatten seiner bekannteren Nachbarn steht, aber mit einer Fülle von versteckten Schätzen aufwartet. Jahrhunderte hindurch wurde die Entwicklung des Bezirks von der Donau geprägt. Und auch heute noch ist die Donau ein wesentlicher Faktor für den Bezirk, denn gemeinsam mit der Leopoldstadt bilden die beiden Bezirke zusammen eine Insel zwischen Donau und Donaukanal.

Obwohl es im 20. Bezirk kein markantes historisches Zentrum gibt, hat sich die Brigittenau seit ihrer Abtrennung von der Leopoldstadt im Jahr 1900 zu einem lebendigen Wohn- und Arbeitsviertel entwickelt. Das kulinarische Highlight des Bezirks ist zweifellos das Restaurant »Mraz & Sohn« in der Wallensteinstraße. Was 1990 als Familienbetrieb von Markus Mraz und seinem Vater Karl-Heinz gegründet wurde, hat sich unter der Leitung von Markus und seinen Söhnen Lukas und Manuel zu einer kulinarischen Institution entwickelt. 2023 verließ Manuel das Lokal, um sich mehr seiner Familie und seiner Leidenschaft für Musik und Kunst zu widmen.

Entspannte Haute Cuisine

Dennoch blieb die kulinarische Qualität unverändert hoch: Mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet bietet das Restaurant ein Überraschungsmenü, das die Gäste auf eine Geschmacksreise mitnimmt. »Mraz & Sohn« ist anders als das klassische Fine Dining – hier wird der Haute Cuisine ihre Schwere genommen. Zwischen Vinylplatten, moderner Kunst und einer lässigen, punkigen Atmosphäre servieren Vater und Sohn kulinarische Meisterwerke mit unkonventionellem Charme. Die Atmosphäre ist chic-modern und absolut entspannt – hier wird man geduzt, und in einem der drei Räume hat man freien Blick in die offene Küche.

Doch die Brigittenau hat noch mehr zu bieten. Die »Rosebar Centrala« in der Rauscherstraße, ein mitteleuropäisch inspiriertes Wirtshaus, versteht sich als ein »Bistro-Style Living Room« und serviert eine internationale Mischung aus altösterreichischen Rezepten in modernem Gewand, britischen Klassikern und einer Auswahl an Natural Wines. Das Lokal wurde von den beiden Gastronomen Ola Szwarc (man kennt ihre Küche aus dem »Brösl« im angrenzenden zweiten Bezirk) und Nadim Amin ins Leben gerufen. Gekocht wird unprätentiös, aber ­raffiniert mit einem klaren Fokus auf Qualität und Herkunft der Zutaten. Das liebevoll restaurierte Wirtshaus ist mit Pariser Bistrotischen ausgestattet, geboten wird eine wechselnde, saisonal beeinflusste Karte. Es wird auf Einfachheit und hohe Qualität gesetzt – und das gelingt mit Gerichten wie eingelegten Salz- und Essiggurken, erdschweren roten Rüben mit Aioli und Kren sowie Briochebrötchen mit Schweinefleisch und Maroni.

Für Liebhaber der traditionellen Wiener Küche ist der »Zwischenbrückenwirt« eine empfehlenswerte Adresse. Seit 2013 führen Günther Szigeti und Sabine Girsig das gemütliche Lokal mit einer Mischung aus traditioneller und moderner Wirtshaus­küche. Neben klassischen Gerichten wie Schnitzel und Gulasch überrascht die wechselnde Karte mit internationalen Einflüssen. Ob Süßkartoffelsuppe oder Ceviche vom Kabeljau – hier wird traditionelle Küche kreativ interpretiert. Besonders beeindruckend ist außerdem die umfangreiche Weinkarte mit über 400 österreichischen Weinen.

Wer’s exotischer mag, sollte das »Xian« besuchen. Das Restaurant bietet asiatisches Streetfood in einem restaurierten Gasthaus und verbindet Kunst, Kultur und Gastronomie. Neben chinesischen Teigtaschen und Sichuan-­Nudeln werden auch chinesischer Tee, Sake und steirische Weine serviert. Regelmäßige Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen machen das »Xian« neben der Kulinarik auch zu einem kulturellen Hotspot des 20. Bezirks.

Fine Dining zum Frühstück

Für den perfekten Start in den Tag empfiehlt sich das »Le petit jeudi«. Das Bistro von Paul Schödl, früher Küchenchef im angesagten »Mast Weinbistro«, bringt französische Einflüsse auf österreichische Teller – mit frischen Zutaten aus der Region. Das Konzept ist Casual Fine Dining – allerdings bereits zum Frühstück und zum Brunch. Donnerstags und freitags kann man auch entspannt Abendessen kommen. Schödls Kreationen sind alles andere als Standard – etwa Over-easy-Eier mit Topinambur, Broccoli und schwarzem Knoblauch oder eine Erdäpfelwaffel mit Paprikakraut und Blunzn. Auch sehr cool: die Weinkarte! Top ausgetüftelt, viele Naturweine. Ein weiteres Highlight ist das charmante »Le Brunch«. Seit der Wiedereröffnung im Januar 2023 unter der Leitung von Esra Buzluk-Senekci und ihrem Mann bietet das Lokal Frühstück, Sandwiches und süße Mehlspeisen. Die Einrichtung ist ein Mix aus orientalisch, französischen Landhausstil-Elementen und modernen Akzenten, die eine gemütliche Atmosphäre schafft. Besonders beliebt ist das Bagel-Frühstück. Auf jeden Fall einen Besuch wert!

Für einen entspannten Abend mit Freunden und Freundinnen ist die Bar »Rakete« in der Nähe des Augartens der ideale Ort. Andreas Brunner hat hier einen gemütlichen Treffpunkt geschaffen, der das Grätzel belebt. Regionale Weine, Fassbier und solide Cocktails mit individueller Note wie der Signature-Drink »Apropos Apropos« mit Wermut laden zum Verweilen ein. Die Bar bietet Platz für 25 Personen und verfügt über einen kleinen Schanigarten, in dem man das bayrische Tegernseer Fassbier genießen kann.

Restaurants

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Hannah Speyer
Hannah Speyer
Chefin vom Dienst Digital
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