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Zebra Bistro: Quartierseele mit französischem Akzent

Neueröffnung
Bistro
Zürich

Manchmal braucht es Geduld. Sieben Jahre lang warteten Mino Luck und sein Schwager und Geschäftspartner auf den Moment, als der Traum vom eigenen Lokal Wirklichkeit wurde. Als im Herbst 2024 endlich das Telefon klingelte, war klar: Jetzt oder nie. Und seit dem 6. September ist das «Zebra Bistro» im Zürcher Kreis 4 geöffnet und wirkt so, als wäre es schon immer Teil des Quartiers gewesen.

Die Idee, ein eigenes Restaurant zu eröffnen, entstand aus persönlicher Nähe. Mino Luck lebte über ein Jahrzehnt unweit der Langstrasse, ging täglich an dem Lokal vorbei, das jahrzehntelang von einem Wirt mit Chicken Wings und Fondue geprägt war. Die Grösse, die Lage, der Charakter – alles schrie nach einem kleinen, ehrlichen Bistro. Mino ist ursprünglich gelernter Koch mit über zehn Jahre Küchenerfahrung. Dann schlug er einen Umweg in die Physiotherapie ein. Heute steht er wieder in der Küche. Oder im Service. Oder dort, wo man ihn sonst gerade braucht.

Für das Quartier, alles dazwischen und ausserhalb

Für die Neueröffnung wurde das «Zebra Bistro» behutsam erneuert. Abgeschliffene Tische, neu gepolsterte Bänke, selbstgebaute Lampen und eine aufgefrischte Bar beleben die Räume neu. Auch kulinarisch geht es in eine neue Richtung: «Die Idee war von Anfang an ein französisches Quartierbistro – nicht streng klassisch, sondern mit französischem Touch. Ein Restaurant fürs Quartier, das aber genauso gut Gäste von ausserhalb anzieht», erzählt Mino.

Lokale und biologische Produkte werden wenn immer möglich verwendet. Kaum Salzwasserfisch, lieber Süsswasser aus der Region. Gemüse, Eier und Kräuter stammen von Produzenten, die man persönlich kennt. Manche Zutaten sind nur da, solange sie verfügbar sind. So steht aktuell das Entenei mit Gemüsevelouté und Croutons von der Entlebucher Alp auf der Karte. Sind diese aufgebraucht, verschwinden sie eben wieder von der Karte. Was aus ist, ist aus. Dafür wird frisch gekocht, saisonal gedacht und Foodwaste vermieden.

Auch die Weinkarte folgt dem Beziehungsprinzip. Kuratiert von Sommelier Tom, liegt der Fokus auf Frankreich, der Schweiz und dem Alpenraum. Viele Winzer kennt man persönlich, manche werden neu entdeckt. Die Karte lebt, verändert sich und bleibt stets schlank.

Was auf den Teller kommt, ist reduziert, aber durchdacht. Die samtig-cremige Blumenkohlsauce des Bio-Nüsslisalats mit Verjus-Vinaigrette, Apfel und Kürbiskernen setzt sofort einen Akzent. Und im Hauptgang begeistert das Spiel mit Konsistenzen: Die Linsen mit Balsamico und Rotwein, Schwarzwurzel, confiertem Lauch und Haselnuss. Die Linsen sind fast mousse-artig, dazwischen crunchige Stückchen und eine feine Süsse. Das schmeckt! Zum Abschluss folgt ein Apfel-Dessert mit hausgemachter Brioche, Beerenkompott und Crème Chantilly.

Zebra Bistro
Stauffacherstrasse 147, 8004 Zürich
zebra-bistro.ch
Di bis Sa, 17 bis 23 Uhr


Swenja Willms
Swenja Willms
Autorin
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