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China

Denkt man an erstklassige Weine schweifen die Gedanken nicht unbedingt zuvorderst nach China. Dabei zählt das Reich der Mitte zu den ältesten Weinbauländern der Welt, denn bereits 2000 v. Chr. wurde hier nachweislich Wein erzeugt. Zu Zeiten der Tang-Dynastie 700 n. Chr. entstanden Weingärten berichtete Marco Polo darüber, er habe einen ausgezeichneten Wein in Taiyan getrunken. Im 14. Jahrhundert allerdings wurde jede weitere Entwicklung durch die staatliche Verordnung zur Rodung der Weinberge gestoppt. Erst ab 1892 nahm der Weinbau wieder richtig Fahrt auf. In den letzten gut 30 Jahren hat China sich vorgenommen eine maßgebliche Rolle auf der Weltweinkarte einzunehmen. Dafür wurde die Rebfläche massiv ausgeweitet, viel in Kellertechnik investiert und mit renommierten Weinmachern aus Australien, aber auch z.B. aus Österreich, großes Knowhow in das Land geholt. Allein die Rebfläche beläuft sich heute auf ca. 790.000 Hektar, damit hat China mit Frankreich gleichgezogen und Italien überholt, nur Spanien liegt noch vorn. Die Rebsorten stammen allesamt aus Europa, dabei handelt es sich in erster Linie um Chardonnay, Chenin Blanc, Gewürztraminer, Riesling und Müller-Thurgau für Weißweine, und Blaufränkisch, Cabernet Sauvignon, Carignan, Malbec und Gamay für Rotweine. Die Weißweine stammen zumeist aus der North Eastern Plateau oder der Bohai Bay im Osten der Hauptstadt Peking. Rotweine kommen hingegen aus Shacheng, der Northwestern Area sowie den Provinzen Snadong und Hubei. Für die Chinesen selbst spielt Wein keine große Rolle, Reiswein und Bier sind hier die bevorzugten alkoholischen Getränke, sowie auch Spirituosen wie Cognac. Viel Wein geht in den Export, gemessen an der Größe des Landes und dem Gesamtexport chinesischer Waren entspricht das aber gerade einmal 1%. Ca. 8 Mio. Hektoliter werden jährlich erzeugt, das ist verglichen z.B. mit Deutschland recht wenig. Doch immerhin befinden sich darunter bereits einige bemerkenswerte Weine auf sehr hohem Niveau, die dafür auch für teures Geld den Besitzer wechseln. Der Weinbau in China hat bereits jetzt ein große Dynamik entwickelt. 23 Provinzen verzeichnet das Land, und jede weist eine eigene traditionelle Küche auf, die zumeist mit den in Europa bekannten chinesischen Gerichten nur wenig zu tun hat. Die Gerichte aus Sichuan sind von kräftigen Gewürzen und Kräutern geprägt wie Chili, Ingwer und Frühlingszwiebeln. Die Küche in Shanghai setzt auf Fisch und Meeresfrüchte, die Lu-Küche hingegen auf Teigwaren wie Nudeln und Maultaschen. Die uigurische Küche hingegen weist persische Einflüsse auf. Die Nyonya-Küche wiederum malaysische. Farben spielen in chinesischen Gerichten generell eine große Rolle und bilden dabei die 5 Elemente Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser ab. Berühmt ist natürlich die Peking-Ente, eine Rezeptur aus der Ming-Dynastie, die eine sehr aufwendige Zubereitung verlangt. Auch die Restaurant-Kultur kann sich mit zahlreichen Nennungen im Guide Michelin sehen lassen.

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