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Kaffee und Gene: Ist Koffein nun gesund oder nicht?

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Ob Kaffee für die Gesundheit förderlich ist oder nicht, hängt maßgeblich von den eigenen Genen ab. Um welches Gen handelt es sich hier? Und wie kann ich das einfach Zuhause testen?

Kaffee gehört für viele Menschen zur täglichen Routine wie kaum ein anderes Getränk. Ob morgens als Muntermacher oder nachmittags als geselliger Genuss – Kaffee ist aus unserem Alltag kaum wegzudenken. Doch wie gesund ist Kaffee eigentlich? Die Antwort auf diese Frage ist komplexer, als viele vielleicht vermuten, denn sie hängt maßgeblich von unseren Genen ab. Wie Genexperte Daniel Wallerstorfer, Gründer des Salzburger HealthTech-Unternehmens »NovoDaily«, erklärt, entscheidet ein bestimmtes Gen darüber, wie unser Körper auf das enthaltene Koffein reagiert und gibt Tipps für den ultimativen Selbsttest.

Genexperte Daniel Wallerstorfer
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Genexperte Daniel Wallerstorfer

Koffein: Segen oder Fluch?

Koffein, der Hauptwirkstoff im Kaffee, ist bekannt für seine belebende Wirkung: Es blockiert im Gehirn die Adenosin-Rezeptoren und verhindert so, dass wir uns müde fühlen. Doch diese Wirkung kann auch ihre Schattenseiten haben. Studien zeigen, dass ein übermäßiger Koffeinkonsum die Lebenserwartung um bis zu 21 Prozent senken kann. Wallerstorfer erläutert, dass Koffein den Blutdruck steigern und das Risiko für Herzinfarkte insbesondere bei jungen Menschen mit Bluthochdruck erheblich erhöhen kann. Weitere gesundheitliche Risiken durch übermäßigen Koffeinkonsum sind Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Inkontinenz und sogar Fehlgeburten.

Hier kommt das sogenannte »Koffein-Gen«, das CYP1A2-Gen, ins Spiel. Es ist verantwortlich für den Abbau des Wirkstoffes im Körper. Wallerstorfer erklärt: »Von diesem Gen haben wir alle zwei Kopien, aber nicht bei jedem Menschen sind beide Kopien voll funktionsfähig.« Menschen, bei denen beide Gene aktiv sind, bauen Koffein schneller ab und sind weniger anfällig für die negativen Auswirkungen. Bei rund 41 Prozent der Bevölkerung ist dies der Fall, bei 43 Prozent funktioniert nur eine Kopie des Gens. Andere, bei denen nur ein Gen funktioniert oder beide defekt sind, haben ein höheres Risiko, dass Koffein schädlich wirkt.

Bei Menschen mit einem oder zwei defekten Genen erhöht sich das Herzinfarktrisiko um 63 Prozent, wenn sie täglich vier oder mehr Tassen Kaffee konsumieren. Im Gegensatz dazu können Personen mit funktionierenden Genen ihr Herzinfarktrisiko sogar um 20 Prozent senken, wenn sie ein bis zwei Tassen pro Tag trinken. 

Gesundheitliche Vorteile für manche

Doch Kaffee hat auch gesundheitliche Vorteile – zumindest für Menschen mit den richtigen genetischen Voraussetzungen. Laut einer schwedischen Studie aus dem Jahr 2008 entwickeln Frauen, die regelmäßig Kaffee trinken und ein funktionierendes CYP1A2-Gen haben, sieben Jahre später Brustkrebs als Frauen, die keinen oder selten Kaffee konsumieren. Diese schützende Wirkung ist auf die im Kaffee enthaltenen Antioxidantien zurückzuführen.

Eine genetische Analyse kann Aufschluss darüber geben, ob das eigene Koffein-Gen intakt ist und ob der tägliche Kaffeegenuss unbedenklich ist oder besser reduziert werden sollte. Für Menschen, die auf Koffein verzichten müssen, gibt es laut Wallerstorfer dennoch Wege, um Energie zu tanken: »Eine Tasse Kaffee pro Tag scheint für die meisten verkraftbar zu sein, aber der Rest der Energie sollte durch einen optimierten Lebensstil kommen. Ausreichender Schlaf, körperliche Aktivität und gesunde Ernährung sind gute Alternativen.«

Der Selbsttest

Ein einfacher Weg, um zu testen, ob Koffein ungesund für den Körper ist, ist ein kleiner Selbsttest, den man Zuhause schnell mal ausprobieren kann. Daniel Wallerstorfer verrät:

Testen Sie, ob Sie nach einer Tasse Kaffee noch schlafen können. Ist die Antwort »Ja«, sind die CYP1A2 Gene vermutlich intakt. Wenn man erst Stunden später schlafen kann, ist meist mindestens eines der beiden Gene defekt, heißt Kaffee ist für den Körper ungesund. Es gibt aber einen Gewöhnungseffekt, also ist dieser Selbsttest kein sonderlich genauer »Gentest«.

Blick auf den österreichischen Konsum

Eine Studie des Marktforschungsinstituts GfK aus dem April 2024, an der 1.008 österreichische Kaffeetrinker:innen teilnahmen, zeigt auf, dass Kaffee quer durch alle Altersgruppen konsumiert wird. Fast die Hälfte der 15- bis 29-Jährigen genießt täglich oder sogar mehrmals täglich eine Tasse des beliebten Heißgetränks. In der Altersgruppe 50 bis 59 Jahre steigt dieser Wert auf 78,4 Prozent und bei den über 70-Jährigen sind es sogar beeindruckende 89,9 Prozent. Es zeigt sich: Je älter die Menschen werden, desto häufiger greifen sie zur Kaffeetasse.

Zum Kaffeekonsum Österreichs 2024


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Kristina Mitrovic
Kristina Mitrovic
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