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Neues Fine-Dining-Restaurant in Kreuzberg: »Fukagawa« folgt auf »Tante Fichte«

Neueröffnung
Berlin
Ramen
Fine Dining

Nach dem Abschied des »Tante Fichte« beginnt an gleicher Adresse ein neues Kapitel: Mit dem »Fukagawa« zieht japanisch geprägtes Fine Dining in Kreuzberg ein.

Wo bis Ende 2025 im »Tante Fichte« mediterrane Küche serviert wurde, schlägt Berlin-Kreuzberg nun ein neues kulinarisches Kapitel auf. In den ehemaligen Räumen des gefeierten Speiselokals hat mit dem »Fukagawa« ein Restaurant eröffnet, das japanische Ramen-DNA in ein inszeniertes Fine-Dining-Konzept übersetzt – ambitioniert und klar auf ein fachkundiges Publikum zugeschnitten.

Dass dieser Ort wieder gastronomisch bespielt wird, wurde lange gehofft. Das »Tante Fichte« hatte sich seit seiner Eröffnung 2021 als feste Größe im Kiez etabliert. Die Schließung zum Jahresende 2025 kam nicht aus wirtschaftlicher Not: Der Mietvertrag lief aus, eine Verlängerung war nicht vorgesehen. Gastgeberin Viktoria Kniely und Küchenchef Dominik Matokanovic entschieden sich zudem für einen Neuanfang in der Steiermark, wo sie den elterlichen Familienbetrieb übernehmen. Nun folgt der inhaltliche Bruch – und zugleich eine bewusste Neuausrichtung.

Familiäres Erbe trifft auf internationale Handschrift

Hinter dem »Fukagawa« steht Leonardo Donati, der in Berlin bereits zwei Ramen-Bars betreibt. Der Name ist Programm: Donatis Vater Miki Nozawa führte in den 1990er-Jahren eines der ersten japanischen Restaurants der Stadt – ebenfalls unter dem Namen »Fukagawa«. Die Neueröffnung versteht sich damit nicht nur als weiteres Projekt, sondern als Homage auf seine persönliche gastronomische Geschichte.

Für die Küche verantwortlich ist Felix Thoms. Der 35-Jährige, zuletzt Betreiber von »Bob & Thoms«, bringt Erfahrung aus Häusern wie dem »Alt Luxemburg« und der »Villa Hammerschmiede« mit. Unterstützt wird er von Markus Suntinger, der zuvor unter anderem im »CODA« arbeitete. Während Sabrina Schulz das gestalterische Konzept verantwortet, kümmert sich Donati um die kulinarische Gesamtidee – geschärft durch jüngste Reisen nach Japan.

Ramen neu gedacht

Im Mittelpunkt steht ein acht- bis neungängiges Menü, wahlweise omnivor oder vegetarisch, zum Preis von 162 Euro. Der Ansatz: Ramen nicht als Schüsselgericht zu denken, sondern als System. Öl, Brühe und Würzung – die klassischen Säulen – tauchen in unterschiedlichen Gängen immer wieder auf, teils deutlich, teils nur als Referenz.

Handwerklich bildet die Brühenarbeit das Fundament. Vier Varianten werden täglich angesetzt: eine klare Chintan-Hühnerbrühe, Tori-Paitan, eine kräftige Tonkotsu aus Schweineknochen sowie eine vegetarische Chintan-Gemüsebrühe. Der Einstieg erfolgt mit einem kalten Ramen-Shot und einer mit Brühe gefüllten Praline, danach folgen Gänge wie bretonische Jakobsmuschel mit schwarzem Knoblauchöl in Tonkotsu-Reduktion, Bluefin-Thunfisch mit frischem Wasabi oder Wagyu aus Kagoshima, gegrillt auf dem Konro mit Binchotan-Kohle.

Das »Fukagawa« richtet sich damit klar an ein Publikum, das bereit ist, sich auf japanische Produktkunde, kulinarische Systematik und formale Präzision einzulassen. Ein Restaurant, das nicht erklärt, sondern fordert.


Redaktion
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