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Restaurantguide 2026: Die besten Restaurants der Bundesländer im Überblick

Restaurantguide 2026
Kulinarik

Auch heuer präsentiert Falstaff die besten Restaurants in Österreich. Salzburg katapultiert sich mit drei 100-Punkte-Betrieben an die Landesspitze.

Eine Regel kennen Genießer nun schon seit Jahrzehnten. Wer in Österreich ganz besonders gut essen will, kommt um Salzburg nicht herum. Neu dagegen ist die Tatsache, dass im druckfrischen Falstaff Restaurant & Gasthaus Guide 2026 im Bundesland gleich drei Restaurants mit der Höchstwertung von 100 Punkten gelistet sind. Zum eben generalüberholten »Ikarus« schlossen zeitgleich zwei Veteranen der feinen Kulinarik in den Olymp auf. »Döllerers Restaurant« in Golling und »Obauer« in Werfen.

Auch in Oberösterreich darf man sich über ein Restaurant in der allerhöchsten Liga freuen – dank Lukas Nagl und seinem Team, die im Traunkirchner »Bootshaus« zur Höchstform aufgelaufen sind. Zusammen mit den drei Neuen gibt es somit nun ein Sextett, das sich über 100 Punkte freuen darf – das »Steirereck« in Wien und das »Landhaus Bacher« verteidigten ihre Position.

Salzburg

Döllerers Restaurant, Golling, 100 Falstaff Punkte

So gut besucht war das Salzburger Siegerpodest noch nie. Doch die Stimmen der Falstaff-Community waren eindeutig: Der letzte Service-Punkt gab den Ausschlag – 100 Punkte und somit Maximalwertung nun auch für Döllerers Restaurant in Golling. Andreas Döllerers Interpretation einer »Alpine Cuisine« begeistert ohnehin schon seit Langem. Seine Idee: die Gäste einladen auf eine Reise »über hohe Berge, durch tiefe Täler, über Flüsse, Seen und Almen«. Sprich: Die Grundprodukte bezieht der Koch aus der alpinen Welt. Was man aber nicht mit bodenständiger Regionalküche verwechseln sollte. Andreas Döllerer ist ein viel gereister Mann. Im Menü zeigt sich das an den Details: So kommen die Frischwassergarnelen mit »Südstaatenmarinade«, zum Rauriser Reh gibt’s Kumquats in Gyokuro-Grüntee. Und ein Dessert trägt den poetischen Namen »Erinnerungen an Kobe«. Da passt es, dass Alexander Koblinger, der als einer von nur 291 Menschen weltweit den Titel Master Sommelier tragen darf, auch noch eine Ausbildung als »Sake Samurai« hat. Er ist Teil jenes exzellenten Service- Teams, das nun den finalen (und verdienten!) Schritt zur Höchstwertung schaffte.

»Ikarus«, Salzburg, 100 Falstaff Punkte

Wie wird es werden? Mit dieser Frage begann der vorjährige Siegertext über das Ikarus, nachdem niemand – Verschwiegenheit ist schließlich Konzernregel – genau wusste, was nach der vorläufigen Schließung passieren würde. Nun ist klar: Das Ikarus wurde nach dem großen Umbau des Hangar-7 schöner als je zuvor. Mit weniger Tischen, einer neuen Ikarus-Skulptur in der Mitte, begehbaren Weinschränken und einer feschen Käselade. Doch das Wichtigste stand zum Glück nie zur Disposition: jenes einzigartige Gastkoch-Konzept, das Dietrich Mateschitz gemeinsam mit Eckart Witzigmann und Roland Trettl entwickelt hat und das bis heute unter Küchenchef Martin Klein besteht. Zur Erinnerung: Hier werden nicht die Speisen und Menüfolgen prominenter Küchenchefs aus aller Welt irgendwie nachgekocht. Hier werden sie bis ins kleinste Detail und mit fast schon absurd anmutender Präzision in einer Weise nachvollzogen, die den jeweiligen Gast-Chefs allerhöchsten Respekt abringt. Kein Aufwand ist zu groß, um Fisch, Krustentiere, Fleisch, Gewürzmischungen oder rare lokale Pflanzen zu besorgen, um das Erlebnis authentisch zu machen. Das eindeutige Resümee: Ikarus fliegt – wie eh und je.

»Obauer«, Werfen, 100 Falstaff Punkte

Manche fanden es schon lange überfällig. Heuer ist es so weit: 100 Punkte für jenes traditionsreiche Restaurant in Werfen, das seit einer gefühlten Ewigkeit zu Österreichs allerbesten Betrieben zählt. Zuletzt wurde viel ins Ambiente investiert – der Falstaff-Community gefällt der Obauer nun so gut wie nie zuvor. Über Küche und Keller gab es in diesem Familienbetrieb ohnehin schon lange nichts mehr zu diskutieren. Mit bemerkenswerter Stilsicherheit führt Rudi Obauer das Küchenteam, Bruder Karl gibt den perfekten Gastgeber. Und Rudis Sohn Berthold liefert neue Impulse am laufenden Band. Zuletzt wurden etwa im Nachbarhaus weitere fesche Zimmer gebaut und der geschmackvolle Obauer Marktladen als niedrigschwellige Einstiegtüre in die Obauer-Welt installiert. Der bewusst gepflegte Dialekt der Brüder darf nie darüber hinwegtäuschen, was die Familie als Philosophie – oder Erklärung – definiert: »Bodenständig bleiben. Für die Welt offen sein.« East meets West gab’s hier schon vor Jahrzehnten. Und der fein- bis hintersinnige Humor war hier auch schon immer zu Hause. Schriftlich festgehalten: »Auch wir kochen mit Wasser ... aber mit reinstem Gebirgsquellwasser.«

Die besten Restaurants in Salzburg


WIEN

Steirereck, 1030 100 Falstaff Punkte

Zur Erstellung eines Verzeichnisses all jener, die hier in den letzten Jahrzehnten ausgebildet wurden und dann anderswo reüssierten oder gar ein eigenes Lokal aufsperrten, müsste ein Forschungsauftrag vergeben werden. In Kompaniestärke rückten junge Damen und Herren aus, um, aufmunitioniert mit einem enormen Wissen über Lebensmittel, Produzenten, Kochtechniken, Fertigkeiten, Käsesorten, Zitrusvarianten, Brote wirklich aller Art und vielem mehr, ihr umfassendes Steirereck-Know-how – gleich einem Doktorat der Gastronomie – in die Welt zu tragen. Wie eine Elite-Hochschule der Branche steht das Restaurant im Wiener Stadtpark für Genussvermittlung auf allerhöchstem Niveau. Wobei man dank der geschickten Raumaufteilung im futuristischen Metall-Glas-Gebilde gar nicht bemerkt, mit bisweilen fast hundert Menschen gleichzeitig zu lunchen oder zu dinieren. Eine hoch- professionelle Leistung von Birgit Reitbauer und ihrem Gemahl Heinz, die ihresgleichen sucht. Andere mögen es als Luxusrestaurant titulieren. Die Reitbauers nennen es ganz einfach: »Im Herzen ein österreichisches Gasthaus – leidenschaftlich bestrebt, seinen Gästen eine wundervolle Zeit zu bereiten.«

Die besten Restaurants in Wien


Kärnten

Restaurant Hubert Wallner, Dellach 99 Falstaff Punkte

2025 hat der Wörthersee-Platzhirsch sein Revier verkleinert und erweitert zugleich. Das charmante Bistro Südsee ist Geschichte, das Bistro Seensucht hingegen blieb. Dafür eroberte Hubert Wallner nun die Landeshauptstadt gleich doppelt: In der Klagenfurter Zentrale der Kärntner Sparkasse lockt tagsüber das entspannte Tagescafé George und abends die Sky-Bar Marie, wo man nun mit Blick auf den Lindwurm Casual Fine Dining genießen kann – auch als eine Art Teaser für einen Besuch im Herzstück des Wallnerschen Imperiums. Dort in Dellach mit Aussicht über den tiefblau glitzernden Wörthersee zelebriert er jene Küche, für die er unzählige Auszeichnungen erhielt – und auch heuer wieder von der Falstaff-Community zu einem der beiden Sieger in Kärnten erkoren wurde. Die meisten Gäste entscheiden sich für Wallners Degustationsmenü, bei dem der Chef in Sachen Wassergetier Lokales mit internationalen Zutaten mischt – auf Hamachi folgt etwa Seeforelle aus Greifenburg. Beim Fleisch ist ohnehin Bioqualität aus heimischen Höfen angesagt. Weinmäßig ist man bei Sommelière Magdalena Lechner in besten Händen. Die Wörthersee-Saison kann kommen!

Die Forelle, Weissensee 99 Falstaff Punkte

Da hat sich was getan am idyllischen Weißensee. Hannes Müllers »Die Forelle« mit seiner »Berg.See.Küche« war schon länger auf dem Sprung auf die vordersten Ränge und hat nun mit Hubert Wallner gleichgezogen. Müllers Leitgedanken unterscheiden sich von denen so mancher Kollegen: Unter regional versteht er vor allem das alpine See-Hochtal rund um »seinen« See. Für ihn hat hier nichts »immer Saison«. Nose to tail hält er für das Normalste auf der Welt, unter Verzicht fallen sogenannte internationale Luxusprodukte. Und: Weggeworfen wird hier fast nichts. Müller nennt das »Rescued Kitchen«, früher sagte man Restlküche dazu. Wie all das umgesetzt wird, erfährt und erschmeckt man beim »Berg.See.Degustationsmenü«. Dem primär mit österreichischen Bouteillen und einigem aus der Nachbarschaft bestückten Keller war schon bisher die Leidenschaft für Wein anzumerken. Nun kamen hochwertige und komplexe alkoholfreie Menübegleiter dazu. Grund genug für die Falstaff-Community, auch hier einen Punkt mehr zu geben. Womit Die Forelle nun also ex aequo zum Kärntner Sieger aufrückte. Gratulation!

Die besten Restaurants in Kärnten


Oberösterreich

Bootshaus, Traunkirchen, 100 Falstaff Punkte

Reden wir ausnahmsweise erst mal über das Frühstück. Wer hier im Seehotel Das Traunsee nach einem abendlichen Mahl im Bootshaus und einer Nacht mit beruhigendem Seegeplätscher schon wieder Appetit hat, merkt erst in der Früh so richtig, wie tief sich das Haus dem Süßwasserfisch in all seinen Facetten verschrieben hat. In einer gekühlten Lade finden sich Fischsalate, Rollmöpse und marinierte oder gebeizte Filets in einer Vielfalt und Köstlichkeit, die möglicherweise weltweit einzigartig ist. All das ist Resultat einer Leidenschaft, die Küchenchef Lukas Nagl als Visionär über die Jahre entwickelt hat. Kein Wunder, dass Nagl als Berater und Vortragender in Sachen Wassergetier höchst gefragt ist. Mehrere seiner Bücher vermitteln, wie man sich auf ähnliche Weise dem Thema Fisch annähern kann. Nur fehlen dem kochenden Amateur halt leider jene Berufsfischer, die hier dem Chef persönlich ihren Tagesfang ganz frisch abliefern. Wobei es falsch wäre, ihn als reinen Fischkoch zu qualifizieren. Seine Menüs – à la carte gibt es im Bootshaus nicht – spiegeln die kulinarische Vielfalt des Salzkammerguts in allen Facetten.

Lukas Nagl.
© Georg Kukuvec Photography
Lukas Nagl.

Die besten Restaurants in Oberösterreich 


Tirol

Stüva, Ischgl 99 Falstaff Punkte

Wünschen kann man sich ja, dass der Sohn des Hauses – nach Stagiaires bei einigen der besten Köche Europas – zurückkommt und das eigene Hotelrestaurant zu einem der besten der Nation macht. Fix damit rechnen kann man leider nicht. Doch genauso kam es im Yscla der Familie Parth in Ischgl: 2008 stieg Benjamin ein, nachdem er bei Heinz Winkler, Marc Haeberlin und Sven Elverfeld nicht nur schaute, sondern regelrecht aufsog, wie die großen Meister es denn so machten. Es begann ein Aufstieg, den sich so wohl niemand vorstellen konnte. Heute ist die Liste all der Auszeichnungen mit Punkten, Gabeln, Sternen usw. des immer noch jungen Mannes derart umfangreich, dass sie auf der Homepage des Hauses eine eigene Seite einnimmt. Worin sich alle einig sind: Parth ist ein Saucenmeister. Und er liebt Meeresgetier aller Art – Hauptsache allererste Qualität. Erfrischend: Parth verzichtet auf wortreiche Speisenpoesie, sein Menü liest sich bemerkenswert knapp und präzise. Was nicht darüber hinwegtäuschen sollte, dass das, was dann kommt, von höchstem Produktverständnis und klarem Geschmack geprägt ist. Was ihm bislang in Tirol, so das Urteil der Falstaff-Community, noch keiner nachmacht.

Benjamin Parth.
Foto beigestellt
Benjamin Parth.

Die beste Restaurants in Tirol


Niederösterreich

Landhaus Bacher, Mautern an der Donau, 100 Falstaff Punkte

Ein Menü zu kochen, ist Standard in dieser Art von Gastronomie. Zwei Menüs tun sich nicht allzu viele an. Gar drei Menüs? Nein. Vier Menüs stehen im Landhaus Bacher zur Auswahl. Während Ehefrau Susanne – sie sagt es nur ganz leise – das für übertrieben hält, lässt es sich Gemahl Thomas Dorfer nicht nehmen, den Gästen diese Vielfalt zu bieten. Somit vollständig aufgezählt: Jahreszeiten-Menü, Landhaus-Menü, Vegetarisches Menü und Klassisches Menü. Dass es mittags auch noch ein Menü gibt, lassen wir mal dezent unter den Landhaus-Tisch fallen. Manches Gericht aus der Grün- derzeitära von Schwiegermutter Lisl wird hier – zum Glück – wohl auf alle Ewigkeit auf der Karte bleiben. Oder kann sich irgendjemand vorstellen, hier nicht den bald 36 Jahre »alten« Klassiker »Caviar-Ei« bestellen zu dürfen? Auch Sauerrahm-Schmarrn oder Wachauer Marillenpalatschinken sind das, was man Standards nennt und nie aus dem Repertoire fallen dürfen. Doch Thomas Dorfer wird auch deshalb landauf, landab so geschätzt, weil er aufbauend auf den Fundamenten des Hauses stets neue Wege beschreitet, um hier in Mautern niemals das Gefühl aufkommen zu lassen, die kulinarische Uhr stehe still. Danke dafür.

Thomas Dorfer und Susanne Dorfer-Bacher führen das Traditionshaus unaufgeregt.
© Günter Standl
Thomas Dorfer und Susanne Dorfer-Bacher führen das Traditionshaus unaufgeregt.

Die besten Restaurants in Niederösterreich


Taubenkobel, Schützen 98 Falstaff Punkte

»Unsere Heimat ist Europa«. Dieses kulinarische wie auch politische Statement prangt in Versalien unübersehbar auf der Homepage des Taubenkobel. Die schon immer kosmopolitische Familie blickte stets über den Tellerrand, ohne die burgenländischen Wurzeln aus den Augen zu verlieren. Als sich etwa Küchenchef und Patron Alain Weissgerber nun schon vor geraumer Zeit anschickte, eine offene Feuerstelle einzubauen, nahm er als einer der ersten in Österreich einen Trend vorweg. So spielen die Gerichte vom Holzofen eine zentrale Rolle im Restaurant: Ob Ötscherblick-Schwein oder Wildfang-Steinbutt – die Kraft des Feuers lässt andere Aromen und Konsistenzen entstehen als ein E-Herd. Wobei Butt und Seezunge aus anderen Landen die Ausnahme bilden; schon eher dominieren Marchfelder Artischocken, Zander (hier stammt er wirklich aus dem Neusiedler See) oder südburgenländische Tauben das Menü. Apropos Tauben: Einmal im Jahr – ein paar Wochen vor Weihnachten – fliegen sie aus ihrem Kobel. Da suchen Barbara Eselböck und ihr Alain alljährlich einen jeweils anderen Ort, um im Rahmen eines Pop-up dem Wiener Publikum ihre Aufwartung zu machen.

© Taubenkobel

Die besten Restaurants im Burgenland


Steiermark

Die Weinbank Restaurant, Ehrenhausen 99 Falstaff Punkte

Auf dieses Wortspiel kamen wohl schon viele, aber man darf es trotzdem einmal mehr sagen und schreiben: Die Weinbank ist in jeder Hinsicht eine Bank. Das betrifft die grandiose Küche von Gerhard Fuchs. Das meint den namensgebenden Wein, der in immer wieder verblüffender Komplexität und Jahrgangstiefe in den Kellern des Lokals schlummert. Was uns unweigerlich zum zweiten Part des Duos führt – Christian Zach, einst im Wiener Korso als Sommelier in Diensten, bis er mit Fuchs den kongenialen Partner fand. Man verglich das Gespann Fuchs und Zach auch schon mit Tim und Struppi, Laurel und Hardy oder – wohl treffender – Lennon und McCartney. Wie auch immer – was hier passiert, ist weit und breit einzigartig. Mit dem Speisekartenstudium verliert man hier jedenfalls keine Zeit – die Küche entscheidet. Und zwar so, dass man schon sehr eng gestrickt sein muss, wenn einem nicht (fast) alles passt. Oder wie es die beiden mit ihrer nachlesbaren Philosophie ausdrücken: »Die richtige Wahl haben Sie ohnehin schon getroffen. Sie sitzen in der Weinbank. Was jetzt noch zu tun ist? Das Gehirn ausschalten und dem Bauch folgen. Auf Ihr Gefühl hören und uns vertrauen.«

Die Weinbank von Christian Zach und Gerhard Fuchs ist ein Dorado für Fine-Dine-Fans, Weinfreaks und Wirtshausfreunde.
© Die Weinbank
Die Weinbank von Christian Zach und Gerhard Fuchs ist ein Dorado für Fine-Dine-Fans, Weinfreaks und Wirtshausfreunde.

Die besten Restaurants in der Steiermark 


Vorarlberg

Griggeler Stuba, Lech 98 Falstaff Punkte

Wie nennt man in der Welt des Sports das intensive und wiederholte Auftreten von Auszeichnungen so schön: Medaillenregen. Auch in der Welt der Kulinarik legt man höchsten Wert auf Punkte, Gabeln, Sterne und allerlei sonst. Und der aus Bad Driburg in Nordrhein-Westfalen stammende Küchenchef Sebastian Jakob fuhr sie zuletzt allesamt ein. Somit erweist er sich immer wieder erneut als Glücksgriff für die Familie Lucian. Auch weil Jakob in seinem vorigen Betrieb – der bayerischen Hotellegende Schloss Elmau – in den acht Restaurants so ziemlich jeden Kochstil der Welt kennenlernen durfte. In der intimen Griggeler Stuba spürt man deshalb bei jedem Gang die Weltgewandtheit der Küche. So tauchen – dezent eingestreut – Einflüsse aus China, Japan oder Südamerika auf, ohne dass eines der Gerichte banal ins Ethno-Fach verrutscht. »Griggeler Experience« heißt das kulinarische Schauspiel, stets formidabel begleitet mit den Preziosen aus dem legendären Weinkeller des Burg Vital, wo Weindirektor Maximilian Lucian eine Karte mit mehr als 4000 Positionen zusammengetragen hat. Im Winter lodert in der Stuba der Kamin. Kein Wunder, dass Buchungen hier eine gefragte Währung sind.

Rote Wand Chef's Table, Lech 98 Falstaff Punkte

Während drüben im Haupthaus der Roten Wand ein neues Küchenteam seinen Start hatte, herrscht in der Dependance – dem kleinen Schualhus – Kontinuität. Julian Stiegers Performance am Chef’s Table ist von Routine, Ruhe und bemerkenswertem Gefühl fürs Produkt geprägt. Das Ritual ist seit Jahren eingespielt. Die Gäste sammeln sich an der Hotelrezeption und werden durch einen unterirdischen Gang – mit Wind und Wetter ist im Zugertal stets zu rechnen – ins Erdgeschoss der ehemaligen Mini-Schule geleitet, wo man sich als Ouvertüre bei Aperitif und ersten Happen auf den Abend einstimmt. Einen Stock höher beginnt dann die Handlung. Die Anzahl der Gänge ist groß, deren Größe klein. Was sich Hausherr Joschi Walch einst beim New Yorker Chef’s Table at Brooklyn Fare zum Vorbild nahm, geht heuer in die elfte Saison und blieb trotzdem in dieser Form ein einzigartiges Projekt in Österreich. Julian Stieger mit Vergangenheit im Steirereck oder Geranium ist seit der Eröffnung der dritte Chef am »Table«. Und diesmal schaut es ganz so aus, als ob einer die »Direktion« dieser kleinen Schule längerfristig in seiner Lebensplanung vorgesehen hat.

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