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Wie ist man ein guter Gast? Ein kleiner Guide für die nächste Party

Interview
Kulinarik
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Was macht den Unterschied zwischen dem charmanten und dem nervigen Gast? Simone und Adi Raihmann sind gerne und oft Gastgeber:innen. Im Gespräch mit Falstaff erzählt Gastgeberin Simone Raihmann von Fauxpas, kleinen Gesten – und der einzigen Zutat, die bei keinem Besuch fehlen darf.

Ein Gast zu sein, klingt einfach. Man sagt zu, bringt vielleicht eine Flasche Wein mit, und das war’s. Doch wer öfter Menschen bei sich hat, weiß: Es gibt sie, die guten Gäste – und jene, die sich selbst als Hauptdarsteller der Abendgesellschaft sehen. Simone und Adi Raihmann, die Köpfe hinter »Karma Food« und »Maison Buffet«, beschreiben im Falstaff-Talk die Kunst des Gastseins: Es geht nicht ums Mitbringsel, nicht ums perfekte Benehmen, sondern um die Haltung.

Falstaff: Woran erkennt man den »guten Gast«?
Wenn jemand mit guter Energie durch die Tür kommt. Ein guter Gast spürt die Stimmung und fügt sich ein – egal, ob der Abend gerade leise oder lebendig ist.

Welche Geste bleibt Ihnen als Gastgeber besonders im Herzen?
Wenn jemand am Ende sagt: »Danke fürs Teilen.« Das meint nicht nur das Essen, sondern die gemeinsame Zeit. Solche Worte sind mehr wert als jedes »Sehr lecker«.

Die ewige Frage lautet: Soll ich etwas mitbringen? – Was antworten Sie am liebsten?
Am schönsten ist: »Bring dich selbst mit – ich freue mich auf dich.« Wer dann noch eine Flasche Wein mitbringt, die er wirklich liebt, verrät gleich ein Stück seiner Persönlichkeit.

Wie verhält sich ein rücksichtsvoller Gast am Buffet?
Er schaut, dass alle etwas bekommen. Was nervt, sind die Gäste, die sich als Erste den Teller vollschaufeln oder das Buffet unachtsam hinterlassen.

Und wie geht man elegant mit Dingen um, die man nicht essen möchte?
Einfach klar und unkompliziert: »Danke, ich esse kein Gluten, freue mich aber sehr auf das Gemüse.« Ohne Drama, ohne Diskussion.

Gab es schon Mitbringsel, die Sie überrascht haben?
Oh ja! Eine Gurke – frisch aus dem Garten, noch mit Morgentau. Ich habe sie fast ehrfürchtig angeschnitten.

Und eine lustige Anekdote?
Ein Freund hat einmal die ganze Torte angeschnitten, als wäre es seine Geburtstagstorte. Natürlich war es meine. Aber er tat es mit so viel Begeisterung, dass wir alle lachen mussten.

Welcher Gast-Mythos stimmt nicht?
Dass man den Teller immer leer essen muss. Das ist Unsinn. Gastgeber:innen wollen, dass die Gäste satt und glücklich sind – nicht, dass sie sich zwingen.

Wie wichtig ist es, dass Gäste neugierig probieren?
Sehr wichtig – solange es authentisch ist. Man muss nicht alles mögen, aber ein kleiner Bissen zeigt Offenheit und Neugier. Essen ist schließlich auch Kultur.

Merken Sie Unterschiede zwischen Menschen, die selbst oft Gastgeber sind, und solchen, die nie einladen?
Ja. Gastgeber achten auf Details: Kerzen, Stimmung, Timing. Die anderen genießen einfach. Beides hat seinen Reiz.

Was wiegt mehr: höfliche Worte oder echtes Interesse am Essen?
Ganz klar: echtes Interesse. Ein »Wie hast du das gemacht?« ist für uns mehr wert als hundert höfliche Floskeln.

Und im Restaurant – wie wird man dort zum guten Gast?
Erstens: Das Serviceteam wertschätzen. Zweitens: In die Augen schauen, wenn man bestellt. Drittens: Trinkgeld geben, nicht kleinlich rechnen.

Sie erleben viele internationale Gäste – gibt es kulturelle Unterschiede?
Natürlich. In Japan steckt man die Stäbchen nie in den Reis. In Italien ist Cappuccino nach elf Uhr ein Sakrileg. Und in Wien? Da darf der Schmäh beim Essen nie fehlen.

Was können wir von Kindern lernen?
Ihre Echtheit. Wenn ihnen etwas schmeckt, strahlen sie. Wenn nicht, sagen sie: »Mag ich nicht.« Ganz ohne Etikette, aber mit Herz.

Wenn Sie sich etwas von Gästen wünschen könnten – was wäre das?
Zeit. Nicht nur fürs Essen, sondern fürs Bleiben, Reden, Geschichten teilen.

Und Ihr wichtigster Rat an alle Gäste?
Denkt dran: Ihr seid Teil der Stimmung. Bringt Freude und Offenheit – und wenn etwas schiefläuft, rettet es mit einem Lachen.


Kristina Mitrovic
Kristina Mitrovic
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