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© Falstaff/mia

3 Standler verraten: Das erwartet Wien in der neuen Markthalle am Naschmarkt

Wien
Käse
Neueröffnung
Bäcker

Der »Naschpark« ist bereits seit einigen Wochen eröffnet, am 21. November folgt die Eröffnung der 800 Quadratmeter großen Markthalle. Diese soll das kulinarische Angebot der Stadt erweitern. Falstaff hat sich mit drei Standlern des neuen »Marktraums« unterhalten.

Es sind wohl wenige Projekte im Vorfeld so viel diskutiert worden wie der Bau der neuen Markthalle am Naschmarkt. Am 21. November – mit einiger Verzögerung – eröffnet die Halle nun endlich. 13 Standler werden in dem neuen Gebäude ausgewählte Produkte verkaufen.

Unter ihnen die Brüder Gianni und Pasquale Valentino, von der Mozzarella-Bar »Fratelli Valentino« am Alsergrund: »Ein bisschen Verrücktheit gehört schon dazu«, lachen die beiden Brüder in ihrem gelb-grünen Verkaufsstand am Eingang der Markthalle. Beim Besuch von Falstaff ist es noch eine Baustelle, doch Gianni plant das Standl noch mit seiner Kunst zu verzieren.

Italienischer Käse aus Wien

Verkaufen werden sie hier ihren selbstgemachten Käse: »Wir werden unseren italienischen Mozzarella, gemacht in Wien anbieten. Auch Burrata und Ricotta aus eigener Produktion. Auch als Antipasti-Platte angerichtet, mit Eingelegtem und frischem Focaccia«, erklärt Pasquale im Gespräch mit Falstaff, »wir stehen voll hinter unseren Produkten.«

© Mostlikely Architecture/DnD Landschaftsplanung

Doch die neue Filiale am Naschmarkt ist nicht die einzige Neuigkeit bei den Apuliern: Mit 2026 eröffnen sie eine neue Produktionsstätte in Liesing. Aktuell sind sie die einzige Käserei in Wien, die Mozzarella vor Ort herstellt. »Die Nachfrage ist da und wir sind in Gesprächen mit einigen Gastronomen«, so Pasquale.

Bekanntheit in der Wiener Gastro-Szene erreichten die beiden Brüder durch ihre Bar in der Alser Straße, die sie vor drei Jahren gemeinsam eröffneten. Die dort gelebte Apéro-Kultur entwickelte sich zum Gästemagnet: »Wir sind jeden Abend voll.« Am Naschmarkt aber werden Gianni und Pasquale sich aufs Essen konzentrieren und keine Getränke ausschenken. Dafür ist das Team der Marktbar »brutal gut« zuständig, das auch hinter dem neu eröffneten »Bistro Fantasy« in der Gumpendorfer Straße und dem »Café Florida« steht.

Viele Bewerbungen

In der Mitte der Halle befindet sich ein großer Community Table, am Dach und am Vorplatz der Halle gibt es Sitzgelegenheiten im Freien. In einer Küche soll es Workshops geben.

Xaver Kislinger vom »Bistro Fantasy« erklärt das Konzept der Marktbar: »Wir sind der Getränkepartner der ganzen Halle und freuen uns schon, den Sommer voll mitzunehmen.« Die Gastronomen haben sich »wie vermutlich halb Wien« für ihren Platz in der Markthalle beworben: »Es ist eine Prestigelage mitten am Naschmarkt und das Konzept ist spannend.«

Die Richtung der Küche möchte man sich offen lassen, sich aber an Streetfood orientieren: »Wir wollen flexibel bleiben. Von Burgern bis hin zu Sandwiches oder Gastspielen von Köchen soll es bei uns alles geben.« Aber wer weiß: »Vielleicht schaut es in zwei Jahren ganz anders aus«, so Kislinger.

Nicht nur neu am Naschmarkt, sondern in Wien, ist die Bäckerei Sorger. Für den Grazer Traditionsbetrieb ist es die 31. Filiale und die erste in der Bundeshauptstadt. »Wir haben seit ein paar Jahren mit der Expansion nach Wien geliebäugelt«, so Geschäftsführer Albin Sorger-Domenigg. Gemeinsam mit seinem Partner Paul Sorger-Domenigg hat er schon vor ein paar Jahren nach geeigneten Locations in Wien geschaut.

»Wir freuen uns auf das Abenteuer Wien und an der Seite von so vielen coolen Betrieben zu sein«, so Sorger-Domenigg, »Und wer weiß, es muss nicht nur bei einer Filiale in Wien bleiben.«

Neues für Wien

Im Zuge der Vorbereitungen für die Eröffnung in Wien wurde auch das Angebot erneuert: »Die Frankowitsch-Aufstriche wird es auch in Wien geben – die Zusammenarbeit in Graz funktioniert gut und die Marke kennt man in Wien auch.« Weiters soll es eine Auswahl an Jausenbroten mit hundertprozentigem Roggenbrot geben, die saisonal wechseln. »Natürlich wollen wir auch ein Stück Steiermark nach Wien bringen. Wir haben drei neue Salate mit Käferbohnen, Rindfleisch und Roten Rüben – mit ganz viel Kernöl.«

Und obwohl die Eröffnung von vielen kritisch gesehen wird und sogar Protestaktionen für den Eröffnungstag geplant sind: Die Standler und Gastronomen bereiten sich emsig auf die Eröffnung am 21. November vor.

Folgende Unternehmen werden im Marktraum vertreten sein:

  • Bio-Fleischerei Waldgut: Bio-Freilandfleisch aus dem Waldviertel
  • 28Lots: Handgeschöpfte Schokolade aus Wien. Hergestellt wird diese im dritten Bezirk.
  • Blün: Aquaponik-Fischzucht und Gemüse aus der Donaustadt. Das Gemüse wird mit dem Abwasser aus der Welszucht unterstützt.
  • Mosers Wildfang: Wildfangfisch aus dem Millstätter See in Kärnten.
  • Käsehütte Maria Taferl: Familienunternehmen, das in der Umgebung von Melk Käse herstellt.
  • Fratelli Valentino: frische, apulische Käsespezialitäten aus Wien.
  • Bioschanze & Hut & Stiel: Gemüse & Pilze aus Wien.
  • Dolls Gärtnerei: Schnittblumen aus Floridsdorf.
  • Röstraum: Kaffeerösterei und Barista-Genuss
  • Unverschwendet: gerettete Lebensmittel als Delikatessen, etwa als Marmeladen, Chutneys oder Sirup
  • Brotzeit: Greisslerei mit regionalen und kuk Spezialitäten
  • brutal gut Gastronomie: Marktbar mit Aperitivo und Snacks
  • Bäckerei Sorger: Der steirische Bäcker exportiert erstmals nach Wien.


Miriam Al Kafur
Digital Redakteurin
Hannah Speyer
Hannah Speyer
Chefin vom Dienst Digital
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