Paradies aus der Vogelperspektive: Die atemberaubende Insel Saona in der Dominikanischen Republik im Herzen des Karibischen Meeres. Das klare, tiefblaue Wasser umgibt dieses tropische Juwel, während weiße Sandstrände die Küste säumen.

Paradies aus der Vogelperspektive:  Die atemberaubende Insel Saona in der Dominikanischen Republik im Herzen des Karibischen Meeres. Das klare, tiefblaue Wasser umgibt dieses tropische Juwel, während  weiße Sandstrände die Küste säumen.
© Shutterstock

Fahrkarte ins Paradies: Die schönsten Kreuzfahrten im Winter 2024

Kreuzfahrten boomen – mehr als 300 Schiffe gleiten derzeit über die Weltmeere, das Angebot an Routen ist inzwischen vielfältig wie nie zuvor und kaum mehr überschaubar. Falstaff hat sechs der schönsten Kreuzfahrten, die in den kommenden Monaten auf dem Programm stehen, ausgewählt.

Dass Kreuzfahrten nach der Corona-Pandemie nun ein so erfolgreiches Comeback feiern, ist wohl im Wesen solcher Reisen begründet: Höchst gegensätzliche Städte und Länder lassen sich dabei ohne Reisestress in wenigen Tagen oder Wochen verbinden, das schwimmende Hotel reist immer mit – und bietet dabei Annehmlichkeiten, die höchsten Genuss und beste Erholung sicherstellen. Ein Schiff gelangt bequem an Reiseziele, die sonst nur schwer zugänglich sind. Naturräume wie die norwegischen Fjorde, die karibischen Inseln oder die Antarktis entfalten gerade von der Wasserseite aus ihre ganze Schönheit. Und manch einer genießt es vor allem, an einem Tag auf See einfach über das schier endlose Meer zu schauen. Die Reedereien fahren heute die entlegensten Winkel der Erde an, ob mit Megalinern oder Luxusyachten, ob Tropengürtel oder Ewiges Eis, ob mit viel Bordspektakel für Familien oder puristisch für Globetrotter mit Bucket-Liste. Falstaff stellt sechs Top-Routen des Jahres 2024 für jeden Typ und Geschmack vor.

»Detoxen« im Karibik-Paradies

Auf der Reise von Florida nach Guadeloupe erlebt man traumhafte Strände, malerische Kolonialbauten und hinreißende Palmenbuchten. Eine Kreuzfahrt durch die Karibik, die verzaubert!

© Stefanie Hilgarth / carolineseidler.com

Die Karibik ist ein Sehnsuchtsort, der sofort Bilder im Kopf entstehen lässt: puderweiße Strände, windschiefe Palmen und türkisfarbenes Wasser wie in einem gigantischen Infinity Pool. Von Florida aus steuern Riesenschiffe mit Tausenden Passagieren die tropische Inselwelt an, sie haben Kartbahnen oder Wasserrutschen über zehn Decks an Bord. Weniger hektisch ist eine Karibik-Seereise auf einem Schiff wie der neuen Explora I mit Platz für maximal 900 Gäste.

In der Lifestyle-Metropole Miami mit seinem Art-déco-Viertel und vibrierenden Nachtleben beziehen die Reisenden ihre Suiten, um sich in den folgenden zwei Wochen möglichst allem Trubel zu entziehen. Mit einem Zwischenstopp an einem der klangvollsten Landzipfel der Welt – Key West – geht es in Richtung Süden. Zwei Seetage bieten nun die Gelegenheit, letzte heimatliche Sorgen hinter sich zu lassen, bevor die Karibik ihr intensives Farbenspiel aufführen darf.

Miami mit seinen Art-déco-Gebäuden und seiner berühmten Flaniermeile Ocean Drive gehört 
zu den beliebtesten Reisezielen 
in den USA.
© Shutterstock
Miami mit seinen Art-déco-Gebäuden und seiner berühmten Flaniermeile Ocean Drive gehört zu den beliebtesten Reisezielen in den USA.

In Spanish Town, einem verschlafenen Örtchen auf Virgin Gorda, der drittgrößten der Britischen Jungferninseln, ist man endlich angekommen. Der schönste Landausflug führt zu The Baths: Granitblöcke formen dort Grotten im glasklaren Wasser. Gleich hinter dem Strand türmen sich die geschliffenen Felsen wild über der sattgrünen Vegetation auf, so als wollten sie ein Piratenversteck vor neugierigen Blicken verbergen. Noch ruhiger wird es am nächsten Tag in Deshaies auf Guadeloupe, einem französischen Übersee-Department, wo ein Spaziergang durch den Orchideengarten das Auge erfreut. Pralles Leben erwartet die Passagiere erst wieder in San Juan, der Hauptstadt Puerto Ricos mit seiner geschützten Altstadt und der Unesco-Welterbe-Festung La Fortaleza. Weitere Karibik-Perlen folgen – die Explora I legt in Basseterre an, im kleinen Inselstaat St. Kitts und Nevis. Saint-Pierre dient wiederum als Ausgangspunkt für Erkundungen der Blumeninsel Martinique. Ausflüge führen in Fischerdörfer, zum Rum-Destillieren und in den Tropischen Regenwald. Weiter südlich warten Stopps auf St. Lucia und den Amerikanischen Jungferninseln, wo man sich noch einmal vom tropischen Karibikblau betören lassen kann. Zwei Tage dauert die Reise zurück nach Miami. Genug Zeit, um die Eindrücke zu verarbeiten.

Erst in diesem Jahr ist die hochmoderne Explora I als jüngstes Flottenmitglied von Explora Cruises vom Stapel gelaufen.
© Explora Journeys

»Explora I«

Die Explora I ist das erste von sechs Luxusschiffen, die von der Reederei MSC Cruises aus Italien unter der Marke Explora
Journeys auf die Weltmeere geschickt werden. Jungfernfahrt war im August 2023. Das Schiff verfügt über 461 Suiten mit Meerblick und bodentiefen Fenstern, vier Pools und einen 700 qm² großen Wellnessbereich. Design und Ambiente an Bord sind europäisch, die Gästeschar international, die Bordsprache ist Englisch.
explorajourneys.com

Ozeaniens Wunder erleben

Maori-Kultur und mystische Fjorde in Neuseeland, Regenwälder und artenreiche Natur in Tasmanien, zum krönenden Abschluss die Weltstadt Sydney: Dieses facettenreiche Programm lässt sich in 19 Tagen auf einer Kreuzfahrt mit der MS Europa II von
Hapag-Lloyd Cruises kombinieren.

© Stefanie Hilgarth / carolineseidler.com

An Bord geht es auf Neuseelands Nordinsel, in Auckland mit seinem Sky-Tower. Bei einem ersten Stopp können Reisende die Geysire und Thermalquellen von Rotoura besuchen oder einen Ausflug in J.R.R. Tolkiens Auenland unternehmen, ins Hobbit-Dorf aus den »Herr der Ringe«-Filmen. Auch einen Helikopterflug zum aktiven Vulkan White Islands bietet die Reederei an. Nach einem Seetag folgen die Marlborough Sounds, ein Netz aus Flusstälern, die der Pazifik einst überflutet hat. Die Gegend ist auch Weinanbaugebiet, Weingüter laden zur Kostprobe ein. Nach Stopps unter anderem in Wellington und Christchurch folgt ein Landschaftstraum: Einen Tag lang kreuzt die MS Europa II in den einsamen Fjorden der Südinsel, etwa im Milford Sound, was selbst bei regnerischem Wetter seinen eigenen Reiz hat.

Der Milford Sound ist eine von Neuseeland beeindruckendsten Naturattraktionen. Der 16 Kilometer lange Fjord wird auch als »achtes Weltwunder« gehandelt.
© Shutterstock
Der Milford Sound ist eine von Neuseeland beeindruckendsten Naturattraktionen. Der 16 Kilometer lange Fjord wird auch als »achtes Weltwunder« gehandelt.

Während das übrige Australien eher heiß ist, präsentiert sich das Klima auf der vorgelagerten Insel Tasmanien im Süden milder und gemäßigter. Das hat eine überbordende Flora und reiche Tierwelt hervorgebracht. Zwar bleibt auf einem Landgang keine Zeit, tief in die Wildnis vorzudringen. Kängurus, Koalas und Wombats lassen sich aber auch ohne viel Aufwand im Bonorong-Wildpark beschauen. Auf das putzige Tiererlebnis folgt ein düsteres Kapitel der Geschichte: Port Arthur, einst Australiens größte Sträflingskolonie.

Die Europa II schlägt schließlich Kurs ein in Richtung australisches Festland. Die Zwölf Apostel, bis zu 60 Meter aufragende Kalksteinfelsen, sind für Seereisende weithin sichtbar. Ein Stopp auf Kangaroo Island führt zu Wallabys, Seelöwen und Schnabeltieren, bevor man in die entspannte australische Lebensweise eintauchen kann: erst in Adelaide, dann in der Surfstadt Melbourne, schließlich in Sydney. Die Einfahrt in den Hafen führt vorbei am weltberühmten Opernhaus.

Melbourne ist Australiens Mekka für alles, was trendig und gut ist.
© Shutterstock
Melbourne ist Australiens Mekka für alles, was trendig und gut ist.
Die 2012 in Betrieb genommene MS Europa II gilt als eines der luxuriösesten Kreuzfahrtschiffe weltweit.
© Hapag-Lloyd-Cruises

»MS Europa II«

Die MS Europa II von Hapag-Lloyd Cruises gilt als bestes Kreuzfahrtschiff der Welt. Der
Berlitz Cruise Guide vergibt für sie seit Jahren die Bestnote Fünf-Sterne-Plus. Platz bietet das Schiff für maximal 500 zahlende Gäste, die in Suiten mit eigener Veranda reisen. Der Luxus an Bord definiert sich zeitgemäß über viel Platz und die persönliche Betreuung durch die Crew. Trotz der hohen Tagesreisepreise herrscht eine legere Atmosphäre. Bordsprache ist Deutsch.
hl-cruises.de

Das Mittelmeer entdecken

Städte-Hopping rund ums Mittelmeer klappt wunderbar, ohne immer wieder den Koffer packen zu müssen – per Schiff. Das Fahrgebiet haben natürlich auch die deutschen Kreuzfahrt-Anbieter im Angebot. Wer an Bord jedoch internationales Publikum und amerikanische Smalltalk-Konventionen schätzt, ist bei Celebrity Cruises richtig. Die US-Reederei schickt ihr jüngstes Flaggschiff, die Celbrity Ascent, im Frühjahr 2024 nach Europa.

© Stefanie Hilgarth / carolineseidler.com

Die zehntägige Seereise im Juni durch das westliche Mittelmeer beginnt in einer der populärsten Metropolen des Kontinents: Barcelona. Die Sagrada Familia, der Park Güell und die Ramblas sind für viele Pflichtstopp, bevor es an Bord geht. Doch fraglos ist die Stadt überlaufen. Ruhe kehrt ein auf dem ersten Seetag, der die Reisenden an die französische Riviera bringt. Auch wenn man den Hafen von Cannes nicht stilecht auf der eigenen Segelyacht erreicht, so kann man dennoch in die Bootsschuhe schlüpfen und dem mondänen Flair nachspüren. Und dann: Bella Italia! In La Spezia fällt die Wahl des Ausflugs nicht leicht. Cinque Terre liegt gleich nebenan, jener vielgerühmte Küstenstreifen mit seinen fünf Dörfern, die dramatisch auf die Klippen zwischen Bergkette und Meer gesetzt wurden. Pisa hat den Schiefen Turm. Und Florenz steht ebenso bereit, um einmal seinen Dom, den Ponte Vecchio und die Uffizien zu zeigen. Mehr Pracht geht kaum.

Kataloniens Hauptstadt Barcelona ist für seine Kunstwerke und Architektur bekannt.
© Shutterstock
Kataloniens Hauptstadt Barcelona ist für seine Kunstwerke und Architektur bekannt.

Anläufe in Ajaccio und Cagliari laden dazu ein, die Inseln Korsika und Sardinien zu erkunden. Dann nimmt das Schiff Kurs auf Malta, wo man den Landgang ganz der Festungsstadt Valletta widmen kann, die wie eine maritime Trutzburg von drei Seiten vom Meer umgeben ist. Der Rückweg nach Rom führt über Sizilien und Neapel, diesen liebenswürdig chaotischen Moloch am Fuße des Vesuvs, wo die Verlockungen des Lebens wegen der steten Bedrohung durch den Vulkan ein bisschen drängender zu sein scheinen als in der Hauptstadt. Die Ewige Stadt Rom in all ihrer Pracht ist für die Kreuzfahrtgäste ein würdiger Höhepunkt am Ende der Reise.

Am 1. Dezember 2023 ist es soweit – dann wird das vierte Schiff der Premium-Kreuzfahrtlinie Celebrity Cruises, die Celebrity Ascent, getauft.
© Celebrity Cruises

»Celebrity Ascent«

Die Celebvrity Ascent mit Platz für bis zu 3260 Passagiere ist das vierte Schiff der sogenannten Edge-Klasse von Celebrity Cruises. Am exklusivsten reist man in einer der zweistöckigen »Edge Villen«. Besonderheit der Schiffsklasse ist eine freischwebende Plattform an der Seite. Der »Magic Carpet« erinnert an einen Balkon über dem offenen Meer, man kann auf ihm zwischen den Decks nach oben und unten fahren. An Bord wird Englisch gesprochen.
celebritycruises.de

Aufbruch zur Guten Hoffnung

Auf der Reise von Afrikas Südspitze quer über den Indischen Ozean bis nach Istanbul reihen sich sagenhafte Orte aneinander, die als Symbole für die Reisesehnsucht schlechthin taugen. Eine mehrmonatige Kreuzfahrt, die man wohl nur einmal im Leben unternimmt.

© Stefanie Hilgarth / carolineseidler.com

Tafelberg und Taj Mahal, Madagaskar und Malediven, die Pyramiden von Gizeh und die Klagemauer in Jerusalem: Auf dieser Kreuzfahrt überlappen sich so viele sagenhafte Orte und Namen, die als Symbole für die Reisesehnsucht schlechthin taugen, so viele unverwechselbare Eindrücke, dass einem beinahe ein wenig schwindelig werden kann. Von Südafrika geht es in 67 Tagen durch den Indischen Ozean, den Persischen Golf und den Suezkanal nach Europa, bis hinauf nach Istanbul. Eine Schiffsreise, die man wohl nur einmal im Leben unternimmt.

Organisiert wird die große Fahrt von der kleinen deutschen Reederei Plantours. Zum Einsatz kommt die »Hamburg«, das kleinste deutsche Kreuzfahrtschiff, das vor vier Jahren umfassend renoviert wurde. Die deutschsprachigen Gäste finden an Bord eine vertraute Umgebung vor, maximal 400 Passagiere können mitreisen. Das Schiff legt auch in Häfen an, die den Megalinern verwehrt bleiben – und die auf den üblichen kurzen Seereisen meist eher links liegen gelassen werden.

Die fantastischen Traumstrände der Seychellen versprechen Urlaub wie im Paradies.
© Shutterstock
Die fantastischen Traumstrände der Seychellen versprechen Urlaub wie im Paradies.

So finden sich im Programm Weltmetropolen wie Kapstadt, Mumbai und Dubai, aber auch unbekanntere Ziele wie Mosambiks portugiesisch geprägte Hauptstadt Maputo, Galle in Sri Lanka, das omanische Salala und Dschidda in Saudi-Arabien. Wer sich gerne tropischen Inselträumen hingibt – und sei es nur für einen Tag des Landgangs – kann mehrere Reisetage im Kalender anstreichen. Honeymoon-Ziele wie Réunion und die Seychellen finden sich im Programm. Die Passagiere können aber auch auf Big-Five-Fotosafari im Busch gehen, Lemuren beobachten, durch intakte Korallenriffe schnorcheln, die blütenweißen Sultanspaläste und die Mega-Wolkenkratzer arabischer Herrscher bestaunen und in die Geschichte von gleich vier Weltregionen eintauchen. So zeigt sich ein schillerndes Panorama der Erde mit ihren Natur- und Kulturschätzen. Reizarme Seetage sind nötig, um zwischendurch überhaupt noch den Überblick zu behalten.

Die Hamburg wurde 2020 umfassend renoviert 
und bietet Platz für 
lediglich 400 Passagiere.
© Plantours Kreuzfahrten

»MS Hamburg«

Die Hamburg von Plantours Kreuzfahrten aus Bremen ist häufig auf ausgefallenen Routen in entfernten Gewässern unterwegs. Mit einer Kapazität von 400 Gästen zählt sie zu den kleinen Kreuzfahrtschiffen. Die Wege auf den lediglich sechs Decks sind kurz, auf die sonst oft übliche Dauerbespaßung wird verzichtet. Im Fokus stehen die Reiseziele, nicht das Bordleben. Man vermarktet sich als familiäres Schiff ohne Schnickschnack für Weltenbummler.
plantours-partner.de

Reise ins ewige Eis

Von den Traumstränden der Copacabana führt die Reise nach Santiago de Chile, vorbei an mächtigen Eisbergen und faszinierend riesigen Pinguinkolonien. Kein Trip hat mehr Kontraste zu bieten.

© Stefanie Hilgarth / carolineseidler.com

Im flimmrig heißen Rio de Janeiro begegnet einem das pralle Leben an jeder Ecke, das leichte und luftige Spiel der Körper, ob beim Samba und Bossa Nova, oder an den ikonischen Stränden von Copacabana und Ipanema, wo man nur Bikini oder Badehose trägt. In der Antarktis dagegen lassen die Temperaturen dem Leben nur wenig Spielraum, hier wächst wenig bis nichts, das Land liegt wie erstarrt unter dem Eis, und der Mensch muss sich in dicke Daunenkleidung hüllen, die jede Bewegung umständlich und ungelenk macht. Beide Orte – das pulsierende Rio und den Weißen Kontinent – verbindet die Seven Seas Voyager auf ihrer Reise. In 25 Tagen fährt das Schiff von Brasilien auf die andere Seite Südamerikas, nach Santiago in Chile. So landet die Badehose ebenso im Koffer wie Mütze und Handschuhe. Doch den Reisenden bleibt etwas Zeit, um sich an die Kälte zu gewöhnen. Von Rio aus cruist man zunächst zur Ilha Grande, die dem nahekommt, was sich die meisten unter einem tropischen Paradies vorstellen: dichter Regenwald, makellose Strände und glasklares Wasser. Auf dem Weg nach Süden macht das Schiff unter anderem in Uruguays Hauptstadt Montevideo Halt. Und für Buenos Aires, die vielleicht europäischste Metropole des Kontinents und Heimat des Tangos, bleiben sogar zwei ganze Tage, bevor die Reise endgültig Expeditionscharakter annimmt.

Die Falkland-Inseln sind bereits ein einsamer Flecken Erde, der – von wenigen Kreuzfahrttouristen abgesehen – vor allem wilden Tieren gehört, die an das raue Klima im Südatlantik angepasst sind: Königspinguine, Seeelefanten, Seelöwen, Schwarzbrauenalbatrosse, sogar Orcas. Dann wartet das Highlight: die Antarktis, eine der letzten weitgehend unberührten Gegenden der Erde, wo der Kapitän vorsichtig navigiert und Eisberge die Route diktieren. Die bizarre Landschaft lässt sich in Zodiac-Schnellbooten entdecken. Der Rückweg durch die gefürchtete Drake-Passage mit stürmischem Wind und extrem hohen Wellen verleidet manchem Gast an Bord das Abendessen. Spätestens wenn das Schiff die chilenischen Fjorde ansteuert, sollte man wieder bei Kräften sein.

Majestätisch weiß leuchtet die Seven Seas Voyager im Hafen von Rio de Janeiro.
© RSSC

»Seven Seas Voyager«

Die Seven Seas Voyager von Regent Seven Seas Cruises verfügt ausschließlich über Suiten mit Privatbalkonen, maximal 698 Gäste finden an Bord Platz. In Dienst gestellt wurde das Schiff bereits 2003. Die Luxusreederei Regent aus Miami verfolgt ein All-inclusive-Konzept, das auch die Landausflüge umfasst, die auf anderen Kreuzfahrten ins Geld gehen können. Bordsprache: Englisch.
rssc.com

Immer Richtung Norden

Mit dem Postschiff Richtung Nordkap geht’s vorbei an spektakulären Fjorden, beschaulichen Fischerdörfchen und gewaltigen Gletschern, bis man schließlich die nördlichste Spitze Europas erreicht. Eine unvergesslische Reise.

© Stefanie Hilgarth / carolineseidler.com

Eine Seereise in den hohen Norden Europas zählt zu den Kreuzfahrt-Klassikern. Am traditionsreichsten ist die Tour auf einem der Postschiffe von Hurtigruten, die schon seit dem Jahr 1893 im Linienverkehr entlang der norwegischen Küste unterwegs sind. Touristen können in zwölf Tagen einmal von Bergen über das Nordkap bis Kirkenes mitfahren – und wieder zurück.

Auf den 2500 Seemeilen laufen die Schiffe 34 Gemeinden an der Küste an. In manchen Dörfern legen sie nur eine Viertelstunde an, um Fracht abzuladen, teils nachts. In größeren Orten können die Mitreisenden an Land gehen. Besonders charmant ist Ålesund mit seinem Ensemble an bunten Jugendstilhäusern, auch die Studentenstadt Trondheim lohnt einen ausgedehnten Tagesausflug. Aber natürlich ist es vor allem die nordische Natur, die Menschen auf diese Kreuzfahrt lockt. Der Geirangerfjord mit den Sieben Schwestern, einem spektakulär schönen Wasserfall, kommt dem Idealbild nordischer Wildnis ziemlich nahe. Die Lofoten nördlich des Polarkreises gleichen einer Kulisse für epische Sagen, wild und rau und anmutig tauchen sie am Horizont auf. Immer weiter nach Norden geht es nach Tromsø, wo einst Arktisexpeditionen in See stachen, und weiter zur Insel Kvaløya mit ihren Rentierherden – bis zum Nordkap, dem nördlichsten Punkt des europäischen Festlands. Die letzten Kilometer dorthin überwindet der Bus.

© Shutterstock

Das ganze Jahr über verkehren Hurtigruten-Schiffe auf der Postschiffroute. Im Winter sei die Kreuzfahrt zum Nordkap sogar noch schöner, sagen manche. Rund um den 70. Breitengrad warten dann alle sehnsüchtig auf das magische Flimmern am Himmel: das Leuchten der Polarlichter. Dafür steht man abends trotz bitterer Kälte noch lange beseelt an der Reling. Und morgens, wenn die Sonne beginnt sich langsam in den Tag zu schieben, glimmen die verschneiten Berge rosarot.

Die Postschiffe garantieren auch während der strengen Winter mit unpassierbaren Straßen die Versorgung abgelegener Orte.
© Andrea Klaussner Hurtigruten

»Hurtigruten«

Hurtigruten hat zwar auch Hightech-Expeditionsschiffe in der Flotte. Bekannt sind die Norweger aber für ihre Fracht- und Kreuzfahrtschiffe, die auf der historischen Postschiffroute zwischen Bergen und Kirkenes verkehren. Komfort und Ausstattung sind nicht mit modernen Schiffen zu vergleichen, für die meisten Gäste wichtiger ist hier aber ohnehin das Naturerlebnis. Auf der Postschiffroute steht Gästen aus dem D-A-CH-Raum ein deutsch-sprachiges Expertenteam
an Bord zur Seite.
hurtigruten.de

Erschienen in
Falstaff Nr. 08/2023

Zum Magazin


Nichts mehr verpassen!

Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an.

Detlef Berg
Blogger
Sebastian Späth
Chefredakteur Deutschland
Mehr zum Thema