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© Bernhard Raab

Martin Heinzl: »Wenn jemand mit echter Leidenschaft arbeitet, entsteht eine ansteckende Euphorie«

Interview
Nachwuchs
Jungwinzer
Weinviertel

Der Weinviertler Jungwinzer Martin Heinzl holte sich den Sieg der Schlossquadrat-Trophy und damit den Titel »Weintalent des Jahres« – Falstaff hat gefragt, was ihn inspiriert, welchen Wein er immer griffbereit hat und wohin sich die Weinbranche entwickelt.

Martin Heinzl vom Weingut Heinzl-Gettinger in Deinzendorf absolvierte nach Abschluss der HBLA Klosterneuburg bereits Praktika im Napa Valley sowie in Südafrika. Seit 2020 arbeitet der 26-Jährige am Weingut seiner Familie, das erstmals bereits 1620 erwähnt wurde, aktiv in dritter Generation mit. Mit Grüner Veltliner Ried Steinviertel und Sauvignon Blanc Ried Junge Bergen aus dem Weinviertel überzeugte der Jungwinzer bei der 16. Schlossquadrat-Trophy und holte sich den Titel »Weintalent des Jahres«

Dieser Sieg ist für mich eine riesige Ehre. Er fühlt sich nicht nur wie eine tolle Bestätigung für mich als Person an, sondern ist auch eine großartige Anerkennung für die Arbeit, die hinter meinen Weinen steckt.

Falstaff: Wieso haben Sie für den Wettbewerb einen Grünen Veltliner gewählt?

Martin Heinzl: Ganz einfach: Der Grüne Veltliner ist meine absolute Lieblingssorte. Es gibt weltweit kaum eine Rebsorte, die eine solch unglaubliche Vielfalt mitbringt – diese Vielseitigkeit fasziniert mich einfach immer wieder aufs Neue.

Was hat Sie in Ihrer Wein-Laufbahn am meisten geprägt?

Ich würde lügen, wenn ich nicht meine Eltern nennen würde. Dank ihnen bin ich von klein auf mit dem Weinbau groß geworden – und vor allem mit der besonderen Art von Menschen, die der Wein in unser Leben bringt. Sie haben den Grundstein für meine Begeisterung gelegt.

Das Weingut Heinzl-Gettinger wird in 3. Generation bewirtschaftet. Was bedeutet für Sie Tradition?

Tradition ist für mich das absolute Fundament. Wie bei einem Haus braucht man ein stabiles und tragfähiges Fundament, um darauf zukunftsorientiert und kreativ aufzubauen.

Was inspiriert Sie als Winzer?

Mich inspirieren vor allem Winzerkolleg:innen, die ihren eigenen Weg konsequent verfolgen und zu 100 Prozent hinter dem stehen, was sie tun. Wenn jemand mit echter Leidenschaft arbeitet, entsteht eine ansteckende Euphorie – und genau diese Energie schmeckt man am Ende auch im Glas.

Welchen Wein haben Sie immer gut gekühlt griffbereit?

Definitiv etwas Prickelndes! Ob Champagner, Prosecco oder ein feiner österreichischer Sekt – ich finde, wir sollten viel öfter anstoßen und die besonderen Momente feiern.

Wohin entwickelt sich die Weinbranche Ihrer Meinung nach?

Ich habe den Eindruck, dass sich die Branche in eine sehr feinfühlige und aufmerksame Richtung entwickelt. Wir legen heute viel mehr Wert auf Details als früher. Das ist eine positive Entwicklung, von der vor allem die Winzer:innen profitieren, die mit Herzblut und Präzision bei der Sache sind.

 

Deinzendorf 109
2051 Deinzendorf
Österreich
Rafaela Mörzinger
Redaktions- und Portalmanagerin Falstaff
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