Pinkafelds prickelnder Geheimtipp: Das Bäcker-Bistro mit dem Extra-Angebot
Seit 163 Jahren gibt es die Bäckerei Ringhofer, doch diese Art des Genusses ist neu im Südburgenland: 200 Weine warten neben den Urkorn-Spezialitäten der Bio-Bäcker: Aus dem Brot-Laden wurde ein Bistro mit Schaumwein-Schwerpunkt.
Zeitungen liegen auf, am kommunikativen Zehner-Tisch sitzen die Einheimischen beim Kaffee und es duftet nach Krapfen. Doch ein wesentliches Detail unterscheidet die Pinkafelder Bäckerei Ringhofer von allen Kollegen des Landes: Vor der Ladentheke mit Dinkelbrot, Grammelpogatscherln und Marmeladekipferln warten sechs Flaschen Schaumwein, mustergültig auf Eis, in der großen Silberschale. »Das soll Schwellenangst nehmen und auch zeigen, dass es nichts Elitäres ist, ein Glas Schaumwein zu bestellen«, erklärt Günter Ringhofer das ungewöhnliche Detail.
Aus einer »Sektlaune« entstanden
Was ins Glas kommt zu den Bio-Bäckereien, zeigen die Schiefertafeln mit dem »Kostglas der Woche«. Doch die offen angebotenen Weine (»immer 0,1 Liter, keine Achtel«) sind nur die Spitze des Sortiments, das Petra und Günter Ringhofer führen. 200 Positionen listet die Weinkarte auf, die neben den köstlichem Frühstücksangebot auf den Tischen aufliegt. 20 davon sind Schaumweine – vom Rosé-Sekt Pia Strehns bis zum Champagner von Henri Giraud. Der prickelnde Schwerpunkt hat seine Fans: »vor allem Franciacorta gibt es nicht so oft in der Gegend, da kommen einige Fans extra zu uns«, verrät Ringhofer. Vor allem aber beginnt die Geschichte der Weinbar beim Bäcker mit dem Sprudel.
2023 hatte man erstmalig zu einem vorweihnachtlichen Umtrunk mit Schaumweinen aus mehreren Regionen geladen. »Sparkling Christmas« entpuppte sich als ungewöhnlicher Erfolg. 120 Gäste drängten sich um die Sektschale in der Bruckgasse. Bei der Neuauflage im Vorjahr standen dann über 400 Besucher unterm eigens angefertigten Sternenhimmel und genossen ihren Sprudel. Da hatte man aber bereits das »Bistro« eingerichtet, wie es die Ringhofers nennen.
Die Vinotheken-Pionierin ist zurück!
Gemeinsam mit einem Tischler hat man bewusst viele kleine Sitzmöglichkeiten geschaffen, an denen improvisierte Runden je nach Bedarf zusammenrücken. »Wichtig war uns, dass alles, was mit dem Namen Ringhofer verbunden ist, auch in höchster Qualität passiert«. Bei den Rohstoffen setzt man schon seit Jahren auf »bio«. Und auch beim Wein gibt es eine doppelte Qualitätskontrolle. Denn während sich Bäckermeister Günter in die Rolle als Wein-Scout erst hineinfuchste, hatte Petra Ringhofer einst der lokalen Wein-Treff »Vino en paso« gegründet. Zu den Kontakten und dem geschulten Gaumen kam die Neugierde. Auf den Franciacorta etwa stieß man beim Golfen am Gardasee, die Bio-Produktion von Barone Pizzini begeisterte die Pinkafelder auf Anhieb. Und Günter Ringhofer hat heute die größte Freude, »wenn sich Weinkenner unserer Expertise anvertrauen«.
After Work mit einem »Schampus«
Vieles bezieht das Bäcker-Bistro vom Weinhandel Döllerer, aber auch so manche eigene Vorliebe – etwa deutscher Riesling – findet den Weg in die Weinkarte. Und vom Champagner benötigt die unkonventionelle Vinothek in der beschaulichen Pinka-Stadt mittlerweile einen Karton pro Woche, wie die Ringhofers verraten. Mittlerweile wird auch warm aufgekocht im Bistro. Das Mittagsgericht dient dann als »Unterlage« auch für die Weinfreunde beim After Work. Nicht einmal am Sonntag ruht der Weinkühler. Denn die Bäckerei versorgt bewusst auch an diesem Tag die Kunden mit frischem Gebäck. »Da waren wir die Ersten im Burgenland«. Und mit der Bäcker-Vinothek als Ort der Frühschoppens ist man es sogar bundesweit!
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