Wirtshaus ohne Wein: Wie sich das »Reznicek« immer wieder neu erfindet
Gab es so noch nie: Das »Reznicek« als Wirtshaus ohne Wein – dafür mit Drinks aus der Feder der »Tür 7« auf Basis von Hans Reisetbauers Edelbränden.
Ein Abend im »Reznicek«, an dem keine einzige Flasche Wein bestellt wird. Nein, das wird jetzt keine Negativschlagzeile über die Teuerung, die Gäste wurden auch nicht unfreiwillig trockengelegt – ganz im Gegenteil.
»Jeder der möchte, wird betrunken sein«, verspricht Sommelier und Wirt Simon Schubert zu Beginn des Abends. Wie das funktionieren soll? Schnaps!
Die richtige Grundlage dafür schafft Küchenchef Julian Lechner mit einem sechsgängigen Menü. Statt Wein gibt es dazu Edelbrände – auch, aber nicht nur pur – von Hans Reisetbauer, einem der besten Brenner der Welt. Barchef Geri Tsai aus der legendären »Tür 7« mixt die Brände zu passenden Speisenbegleitern. »So was haben wir noch nie gemacht«, heißt es unisono.
Bevor die Gäste eintreffen, rechnen die Gastgeber noch einmal die Zentiliter durch und stellen eine Wein-Schnaps-Gleichung auf. Schließlich will man die Gäste nicht schon beim vierten Gang niederstrecken. »Die Drinks dürfen nicht in die Höhe schießen, sondern sollen sich in die Gerichte eingliedern«, erklärt Tsai.
»Das Beste, was wir je gemacht haben«
Zum gebeizten Lachs in Dill-Gelée mit Krencreme kommt Gin Tonic mit Blue Gin von Reisetbauer, Grapefruit und Dille. »Aufgelegt« ist der Karottenbrand mit Kalê Kräuterlikör und Lillet Blanc zur besonders weichen, fast schon cremigen Kalbszunge mit Safranschaum und Kernöl.
Die rosa gegarte Ente mit gefülltem Erdäpfelknödel bekommt Frische durch den Himbeerbrand, Jahrgang 2020 und von Falstaff mit 100 Punkten bewertet, und auch laut Reisetbauer »mit das Beste, was wir je gemacht haben.« Ein Glück, dass man für diesen Abend eine der letzten Flaschen aufgetan hat und von Tsai mit Verjus, Portwein, Monin Karamell und Limette ausbalanciert wird.
Das »Reznicek« bricht immer wieder aus dem Wirtshaus-Alltag aus und erfindet sich durch Gastspiele namhafter Köche, Winzer und ungewöhnliche Foodparings neu. Fazit: Gab es so noch nie, wird es so aber hoffentlich (!) noch einmal geben.
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