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Degustations-Hammer: Das beste Läckerli kommt nicht aus Basel

Kekse
Schweiz
Produkttest

Die Basler Läckerli gelten als kulinarisches Aushängeschild der Rheinstadt. Eine Degustation der SRF-Sendung «Kassensturz» stellt dieses Selbstverständnis nun in Frage. Das bestbewertete Läckerli kommt nämlich nicht aus Basel.

Mandeln, kandierte Früchte, kräftige Gewürze – das kann nur eines bedeuten: Läckerli. Und die sorgen aktuell für Gesprächsstoff in Basel. Eine Degustation der SRF-Sendung «Kassensturz» zeigt nämlich: Das beste Läckerli stammt laut Jury nicht aus der Rheinstadt selbst, sondern aus dem Sortiment der «Migros».

Für die Blinddegustation liess «Kassensturz» acht verschiedene Basler Läckerli von einer Fachjury verkosten. Bewertet wurden das Aussehen, der Duft, die Konsistenz und – als zentrales Kriterium – das Aroma. In der Jury sassen Gabi Meier, Gwenda Bösch, Jorma Signer und Sanjay Singh. Besonders überzeugen konnte das Siegerprodukt «Feinste Leckerli» (Note 5,2 von 6). Gelobt wurde die ausgewogene Aromatik und die «sehr feine Säure»; das Zitronenaroma sei klar erkennbar und sorge für Frische im ansonsten eher dichten gewürzbetonten Gebäck.

Bekannte Namen unter Druck

Weniger erfreulich fiel das Urteil über das Läckerli der Basler Manufaktur «Jakob Basler Leckerly» aus. Trotz seiner Beliebtheit bei Einheimischen und Tourist:innen erzielte es lediglich die Note 3,4. Das Unternehmen hält an seiner Linie fest: «Wir orientieren uns bewusst an einer historischen Rezeptur mit einem hohen Honig-Anteil», erklärt die Manufaktur. Dieses «Honig Läckerli» habe in den letzten Jahren an Zuspruch gewonnen. Der Jury fehlten jedoch Gewürznoten, Nussaroma und Tiefe.

Die Basler Läckerli vom «Läckerli Huus» wurden mit der Note 4,7 bewertet.
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Die Basler Läckerli vom «Läckerli Huus» wurden mit der Note 4,7 bewertet.

Neben dem Migros-Sieger wurden weitere Läckerli bekannter Hersteller wie «Brändli», «Saveurs Suisse», «Läckerli Huus» und «Sutter Begg» beurteilt. Mehrere Proben wurden von der Jury als zu hart, zu süss oder in der Gewürzbalance wenig differenziert beschrieben. Auch ein zu dominanter Honigton sowie eine fehlende Zitrusfrische wurden vereinzelt kritisiert.

Vielfalt statt eindeutiger Sieger

Jury-Mitglied Gabi Meier, die erste Brot-Sommelière der Schweiz, betont, wie gross die Bandbreite beim Traditionsgebäck ist. «Es gibt eine enorme Vielfalt – und am Ende ist es immer auch eine Liebhabersache, welche Geschmacksnoten man bevorzugt.« Oder wie Sanjay Singh, Geschäftsführer der Leckerlimanufaktur Spalentor Basel, betont: «Es ist toll, dass all das ein Läckerli sein darf

Die SRF-Degustation ist weniger als eine Ansage an Basel zu verstehen, denn als Momentaufnahme eines vielfältigen Marktes. Sie zeigt, wie unterschiedlich Rezepturen, Texturen und Aromaprofile selbst bei einem Traditionsgebäck ausfallen können. Und, dass Geschmäcker letztlich verschieden bleiben.


Linda Carstensen
Linda Carstensen
Portalmanagerin Schweiz und Autorin
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