Globus: «Wir wollen der Treffpunkt Basels werden»
Die Wiedereröffnung des Globus in Basel hatte es in sich: Rund 65.000 Menschen strömten in den ersten drei Tagen ins Warenhaus am Marktplatz. Wir haben mit der Geschäftsführerin übers neue Konzept gesprochen.
Auch knapp drei Wochen nach der Wiedereröffnung ist das Kult-Warenhaus noch gut besucht. Auf den sechs Stockwerken sind über 1000 Brands ausgestellt – von Beauty über Fashion bis zu Einrichtungsgegenständen. Eine Etage hat in der Zeit seit der Eröffnung aber besonders eingeschlagen. «Wir spüren eine grosse Begeisterung der Baslerinnen und Basler für die Delicatessa», sagt Geschäftsführerin Ricarda Boucinha-Rieder.
In der Gourmetabteilung im Untergeschoss des Gebäudes ist die Veränderung nach der dreijährigen Bauzeit deutlich spürbar. Neu befinden sich in der Delicatessa lange Holztafeln, an denen die Gäste in Ruhe etwas essen können. Mit der Basler Bäckerei Kult, «Asia Deli» und der «Balik Bar» befinden sich gleich drei Gastronomieanbieter im Untergeschoss. Die Tische und die angrenzende Bar sollen die Besuchenden zum Aufenthalt einladen. «Wir wollen der Treffpunkt Basels werden», resümiert Boucinha-Rieder.
Dazu passt, dass das Basler Architekturbüro Miller & Maranta sich auch bei der Käserei für eine offene Verkaufsfläche entschieden hat. Statt in einer klassischen Theke werden die Produkte in einer Art Bibliothek präsentiert. «Das Ziel ist, dass die Mitarbeitenden mit dem Kunden auf Augenhöhe sind und keine Hemmschwelle besteht», erklärt die Geschäftsführerin. Wer das Sortiment betrachtet, merkt schnell: Globus setzt bewusst auch auf Marken aus der Region. Nebst dem Sortiment der Kult-Bäckerei finden beispielsweise auch die Produkte der Basler Sterneköchin Tanja Grandits ihren Platz in der Delicatessa.
Lokale Marken und Produkte
Mit dem Umbau sollen die Verkaufsflächen fliessender ineineinander übergehen – anders als in der Filiale in Zürich, bei der die einzelnen Brands klarer voneinander abgetrennt sind. Nur ein paar Meter von Designstücken der Marke «Vitra» stehen die Plüschtiere der hippen Londoner Marke «Jellycat», die es bereits für um die 20 Franken zu kaufen gibt. «Wir wollen die Leute nicht abschrecken», sagt Boucinha-Rieder. Mit verschiedenen Pop-ups möchte die Geschäftsführerin zudem Abwechslung ins Sortiment bringen: Im Erdgeschoss befindet sich gerade eine Verkaufsfläche des Schweizer Schmuckbrands «Tara Style», in der Damenabteilung sind die Kleidungsstücke des Basler Modelabels «Lamarel» für ein paar Monate ausgestellt. «Es ist uns sehr wichtig, dass wir lokale Partner ins Boot holen und ihnen eine Chance geben.»
Für die Wiedereröffnung hat Boucinha-Rieder ihr Team von 30 Mitarbeitenden im Provisorium auf 200 Angestellte ausgebaut. «Unser Ziel ist, dass die Kunden sich bei uns gut beraten fühlen.» Erste Rückmeldungen hat das Team bereits umgesetzt: Konnte man zu Beginn im Café «Draft» im obersten Stock nur mit Karte bezahlen, ist es nun auch mit Bargeld möglich. Auf der vierten Etage befindet sich übrigens auch der neue Hinterausgang zum Martinskirchplatz, mit der begrünten Fassade des Hauses. Dass auch dieses architektonische Stück des Warenhauses ankommt, zeigt sich an den vielen Schaulustigen vor der Fassade.