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© Claudia Salzmann

Dieser Getränke-Trend gehört verboten

Meinung
Kritik
Matcha
Getränke
Trend

Grün trifft Rot, TikTok flippt aus – und ich frage mich nach dem ersten Schluck: Warum nur? Der Matcha-Strawberry-Latte ist schön fürs Foto, aber geschmacklich eine Farce.

Matcha-Strawberry-Latte-Hype hat Bern erreicht, lese ich in den Zeitungen. Auf Instagram werde ich mit Fotos der grün-roten Getränke geflutet, und TikToker zeigen zuhauf, wie man sie zubereitet. Höchste Zeit also, endlich einen zu trinken. Lange suchen muss ich nicht, denn seit einiger Zeit hat sich dieser unsägliche TikTok-Trend nicht nur in Pop-ups, sondern auch bei Baristas auf die Getränkelisten geschlichen.

Matcha-Strawberry-Latte besteht aus pulverisiertem Grüntee mit Milch und Erdbeerpüree. Nach dem Test bin ich konsterniert. Vielleicht liegt es an meinem Alter (42), aber ich verstehe das Getränk nicht. Die Zutaten passen hinten und vorne nicht zusammen. Ein schönes Bild lässt sich vom Getränk alleweil machen, was an den komplementären Farben liegt: Grün knallt der Matcha, rot leuchten die zermatschten Erdbeeren.

Dass das Visuelle wegen Instagram & Co. mehr zählt als der Geschmack, ist keine gute Entwicklung. Das Auge trinkt mit, ja, aber schmecken sollte es schon auch. Als Vergleich fällt mir die französische Spezialität Kir Royal ein, die meiner Meinung nach ebenfalls verboten gehört: Crème de Cassis mit Champagner. Champagner zu mischen ist ein Schwerverbrechen. Maximal erlaubt ist ein günstiger Weisswein.

Aber zurück zur Latte: Der Erdbeersaft, oft so dickflüssig wie Konfitüre, gehört für mich aufs Brot. Die feinen Matcha-Noten gehen komplett unter, werden von der Milch verfälscht, den Eiswürfeln verwässert und vom Erdbeerpüree übertüncht. Vielleicht ist es ein Versuch, den nicht ganz so zugänglichen Matcha einer breiteren Masse schmackhaft zu machen? Für mich schmeckt der Mix allerdings genau so, wie er auf TikTok aussieht: beliebig, aber Hauptsache farbig.


Claudia Salzmann
Autorin
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