Rauchverbot auf Berns Terrassen
Draussen rauchen darf man in der Schweiz praktisch überall. Doch jetzt kommen die ersten Verbote in Berner Restaurants.
Die Vorfreude war riesig, als wir eine Einladung zum Geburtstagsfest ins Spitzenlokal «Casa Novo» am Läuferplatz erhielten. Das Wetter war perfekt, die Aare war voller Schwimmer und jeder Tisch der mutmasslich tollsten Terrasse besetzt. Als ich eine Zigarette anzündete, sprintete ein Kellner zum Tisch und erklärte, dass hier neu Rauchverbot gelte. Überrascht drückte ich sie aus und rauchte an diesem Abend nur oben vor dem Lokal. Schade ist es eigentlich nur, weil es eine gewisse Unruhe ins Lokal bringt. Aber das Positive lässt sich nicht wegdiskutieren: Man pfafft weniger und bewusster.
Später am Abend ging es zum Schlummertrunk auf die wunderschöne Terrasse des «Bellevue Palace». Auch da standen keine Aschenbecher auf den Tischen. Dafür gibt es einen Raucherbereich, dort gilt eine Mindestkonsumation von 30 Franken. Wohl setzten sich zu viele Raucherinnen und Raucher auf der Hauptterrasse hin, konsumierten lediglich ein Bier und paffen die elegante Bellevue-Gesellschaft voll.
Störend finde ich es bei Zigarren, die penetrant riechen und lange dauern. Wer will schon die Gerichte des Staatskochs und «Bellevue»-Küchendirektoren Gregor Zimmermann in einer Rauchschwade geniessen? Eben. Spätestens beim nächsten Anlass wurde mir klar, dass das Rauchverbot auf Berner Terrassen nun definitiv auf dem Vormarsch ist: Im «Restaurant Rosengarten» begibt man sich ebenfalls vors Lokal, um der Tabaksucht zu frönen.
Pioniere, was das Rauchverbot auf Terrassen angelangt, sind Noemi Wüthrich und Christoph Schürch vom «Restaurant Darling» im Breitenrain. Sie haben eine Sitzbank in einer Ecke des Restaurantgartens eingerichtet. Hier trifft man sich mit anderen auf den sündigen Glimmstängel. Das trägt sogar zur allgemeinen Stimmung bei: Denn am Ende des Abends kennt sich die halbe Beiz und die Gäste diskutieren quer über die Tische miteinander. Was gibts denn Schöneres?