«Es ist eine erste Liebe, die beendet wird»
Das Restaurant «Zur Goldige Guttere» in Zürich schliesst im Sommer 2025. Im Interview mit Falstaff blicken die zwei preisgekrönten Wirtinnen, Linda Hüsser und Meret Diener, auf eine erfolgreiche Zeit zurück. Der Abschiedsschmerz ist spürbar.
Falstaff: Linda Hüsser, magst du dich an die Eröffnung der «Zur Goldige Guttere» erinnern? Wie hast du dich damals gefühlt?
Linda Hüsser: Es war aufregend und surreal. Ich kann mich vor allem ans Pre-Opening erinnern mit unseren Friends & Family. Alle kamen in Gold gekleidet. Nach diesem Abend waren wir zuversichtlich, dass es auch den anderen Gästen gefallen wird. Und so war es auch.
Was war eure ursprüngliche Vision für das Restaurant?
Meret Diener: Unsere Freude an der Gastronomie zu teilen und ein Jahr lang ein Restaurant zu füllen. Das ist uns gelungen, im November feiern wir unseren dritten Geburtstag!
Welche Herausforderungen haben euch in diesen Jahren am meisten geprägt?
Meret Diener: Die Erfahrungswerte zur Führung eines Restaurants haben uns am Anfang komplett gefehlt. Jetzt sind wir ein grosses Stück weiser geworden. Was sicherlich immer eine Herausforderung bleiben wird, ist die Organisation rund um das ganze Personal. Zum Glück haben wir so ein super eingespieltes Team.
Was habt ihr in dieser Zeit über euch und eure Leidenschaft für die Gastronomie gelernt?
Linda Hüsser: Sie hat sich definitiv bestätigt. Wir haben in der Zwischenzeit auch schon ein zweites Restaurant eröffnet, den «Roten Delfin». Generell beinhaltet unser Job viel Arbeit, macht aber umso mehr Freude und wir lernen täglich Neues dazu.
Wie blickt ihr der Schliessung der «Zur Goldige Guttere» entgegen?
Linda Hüsser: Sehr traurig. Es ist eine erste Liebe, die beendet wird. Wir bedauern es sehr, dass unser Restaurant an der Sihlfeldstrasse ihre Türen schliessen wird. Es überwiegt aber der Stolz darauf, was wir mit der Guttere kreiert haben. Wir sind gespannt was die Zukunft bringt.
Was werdet ihr am meisten vermissen?
Meret Diener: Das Ensemble vom Team und den Gästen. Und das wunderschöne, alte Lokal mit den dunkelgrünen Täferungen.
Was ist das schönste Kompliment, das ihr von einem Gast erhalten habt?
Meret Diener: Dass wir den herzlichsten Service der Stadt haben, man sich in der Guttere einfach wohlfühlt und mega fein essen darf, und das mit gutem Gewissen – alles was wir mit der Guttere bewirken wollten.
Danke für das Gespräch, Linda Hüsser und Meret Diener.
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