Falstaff-Talk mit John Kapon: «Der geschätzte Umsatz unserer ersten Schweizer Auktion beläuft sich auf 5 Millionen Franken»
Falstaff hat mit Acker-Chairman John Kapon über die Pläne in Europa und den soeben erschienenen, aufregenden Auktionskatalog gesprochen.
Faltaff: Acker Wines kommt erstmals aufs europäische Festland. Warum dieser Schritt?
John Kapon: In Grossbritannien sind wir erfolgreich im Retail-Bereich tätig. Jetzt wollen wir auch mit den Auktionen in Europa einsteigen. Es gibt hier zwar viele kleinere, spezialisierte Auktionshäuser, wir als grösserer Player wollen es jetzt mal versuchen und schauen, ob unser Auktionsstil auch in Europa Anklang findet.
Was unterscheidet Eure Auktionen von den Angeboten anderer Auktionshäusern?
Unsere Auktionen sind echte Events – es ist wie eine Weinparty, aber auch eine Auktion. Wir lieben Wein, ihn zu verkosten und zu teilen und zu feiern. Bei traditionellen Auktionen sitzt man auf einem Stuhl und kriegt Wasser und Crackers, das ist bei uns definitiv anders. Was uns sicher auch unterscheidet ist unser Angebot – wir versuchen nur das beste vom besten in unserem Katalog zu haben. Während andere Auktionshäuser auch Alltagsweine zulassen, findet man bei uns nur echte Auktionsweine.
Was ist wichtiger Burgund oder Bordeaux?
Burgund! Die Region macht etwa 50 Prozent des Marktes aus, Bordeaux zwischen 20 und 25 Prozent, auf Kalifornien entfallen etwa 10 Prozent, 5 auf die Champagne, nochmals 5 auf Italien und dann bleiben noch 5 Prozent für die ganze restliche Welt.
Warum haben Sie eigentlich genau Zürich ausgewählt für Ihre Auktionen hier?
Wir wollten schon länger auf dem europäischen Festland eine Präsenz haben und Zürich ist dafür ideal. Das Land ist dank der Mehrsprachigkeit sehr international, die Wirtschaft ist gut und über die Jahre haben wir hier auch immer wieder erstklassige Sammlungen und Kunden in der Schweiz gefunden.
Der Katalog für die Auktion wurde mit Spannung erwartet. Was kann man von der ersten Acker-Auktion in Europa erwarten?
Die Lose sind wirklich bemerkenswert! Der geschätzte Umsatz beläuft sich auf rund 5 Millionen Franken. Wir haben grossartige Kollektionen mit dabei aus verschiedenen europäischen Ländern. Und was besonders toll ist: Wir haben Einreichungen von fünf Top-Domainen aus dem Burgund – Dagueneau, Fourrier, Dugat-Py, Duroché und Château de l'Étoile.
Sind auch Schweizer Weine mit dabei?
Nein, leider nicht. Das ist mir jetzt peinlich. (lacht)
Das muss es nicht sein.
Natürlich gäbe es auch in der Schweiz Kandidaten für uns. Donatsch vielleicht? Es gibt gute Schweizer Weine, aber die meisten sind nun mal noch nicht Weltklasse. Vielleicht können wir ja auch hier mehr lernen und vielleicht sogar dabei behilflich sein, Schweizer Wein zu Weltruhm zu verhelfen.
Danke für das Gespräch, John Kapon.