Haben Biertrinker schlechtere Ernährungsgewohnheiten als Wein- oder Spirituosentrinker?
Eine neue US-Studie deckt spannende Unterschiede im Ess- und Bewegungsverhalten von Bier- und Weinkonsumenten auf.
Eine aktuelle Studie aus den USA zeigt, dass Biertrinker einen ungesünderen Lebensstil pflegen als Konsumenten von Wein, Spirituosen oder einer Kombination dieser alkoholischen Getränke. Die Ergebnisse einer Umfrage, die 1.900 Erwachsene in den USA zu ihrem Alkoholkonsum und ihren Ernährungsgewohnheiten befragte, enthüllen, dass Biertrinker häufiger rauchen, weniger Sport treiben und eine höhere Kalorienzufuhr haben. Sie schneiden beim sogenannten Healthy Eating Index (HEI), einem Index, der die Ernährungsqualität misst, mit nur 49 von 100 Punkten am schlechtesten ab. Im Vergleich dazu erzielten Weintrinker 55 Punkte, während Spirituosentrinker und jene, die eine Kombination von Alkoholarten konsumieren, etwa 53 Punkte erreichten.
Biertrinker
Die Studie, die von Dr. Madeline Novack an der Tulane School of Medicine in New Orleans durchgeführt wurde, identifiziert mehrere demografische Merkmale, die Biertrinker häufig aufweisen: Sie sind eher männlich, jünger und gehören zu niedrigeren Einkommensgruppen. Diese Faktoren könnten ihre Ernährungs- und Lebensgewohnheiten beeinflussen. Biertrinker nehmen mehr kalorienreiche, ballaststoffarme Lebensmittel zu sich und konsumieren häufig kohlenhydratreiche Nahrungsmittel sowie verarbeitetes Fleisch. Im Gegensatz dazu tendieren Weintrinker dazu, ausgewogenere Mahlzeiten zu sich zu nehmen, die neben Fleisch auch Gemüse und Milchprodukte beinhalten.
Bier und ungesunde Essgewohnheiten – Ein Teufelskreis?
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Studie ist der Zusammenhang zwischen Bierkonsum und bestimmten Lebensmitteln. In den USA wird Bier oft in Kombination mit Mahlzeiten serviert, die reich an Kohlenhydraten, verarbeitetem Fleisch und gesättigten Fetten sind. Diese Ernährung könnte dazu beitragen, dass Biertrinker tendenziell schlechtere Ernährungsgewohnheiten entwickeln. Hinzu kommt, dass Bier als Durstlöscher für salzige und frittierte Speisen genutzt wird, was den Konsum von Bier zusätzlich anheizen kann.
Dr. Novack betonte auch die gesundheitlichen Risiken, die mit Alkoholmissbrauch verbunden sind, insbesondere im Hinblick auf Lebererkrankungen wie die Leberzirrhose. Diese Erkrankung ist eine der Hauptursachen für chronisches Leberversagen in den USA und weltweit. In vielen Fällen tritt Leberzirrhose in Verbindung mit einer schlechten Ernährung und übermäßigem Alkoholkonsum auf. Besonders Biertrinker könnten aufgrund ihrer Ernährungsgewohnheiten und ihres häufigeren Rauchverhaltens einem höheren Risiko ausgesetzt sein.
Obwohl die Studie einige methodische Schwächen aufweist – wie die Selbstangabe der Ernährungs- und Trinkgewohnheiten der Teilnehmer – lassen die Ergebnisse den Schluss zu, dass Bier oft mit ungesunden Lebensmitteln und Verhaltensweisen assoziiert wird. Umso wichtiger ist es, auch bei moderatem Konsum von Bier und anderen alkoholischen Getränken auf eine ausgewogene Ernährung und einen gesunden Lebensstil zu achten.
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