Käse als gelebte Leidenschaft
Kann man sich auf einen Wettbewerb, wie die «Swiss Cheese Awards» vorbereiten? Zwei Gewinner antworten im Interview mit Falstaff.
Am 6. Oktober 2026 öffnen die «Swiss Cheese Awards» zum 14. Mal ihre Pforten, dieses Mal in Fribourg. Bis zum 11. Oktober wird eine 200-köpfige Jury die Sieger:innen des Wettbewerbs küren – aus 1000 verschiedenen Käsen in 33 Kategorien. Aber was macht die «Swiss Cheese Awards» so besonders? Markus Sturny von der «Käserei Lanthen» in Schmitten ist Swiss Champion Extrahart- Hartkäse. Silvio Schöpfer, von der «Käserei Schöpfer» in Kleinstein Werthenstein ist Kategoriensieger Emmentaler AOP. Beide haben das Siegesgefühl im Laufe ihrer Karriere schon mehrfach erfahren. Jeder von ihnen ein wenig anders. Nachhaltig aber war das Erlebnis für beide. Sowohl persönlich wie auch ökonomisch.
Austragungsort als Einflussfaktor?
Falstaff: Die «Swiss Cheese Awards» finden in diesem Jahr in Fribourg statt. Was bedeutet das für Sie?
Markus Sturny: Es ist für mich eine grosse Ehre, dass ein so bedeutender Event bei uns daheim vor der Haustür stattfindet. Ich habe mich schon im Oktober 2024, als ich in Lugano gewonnen habe, riesig gefreut. Aber daheim eine Auszeichnung entgegennehmen zu dürfen, das wäre schon etwas sehr Besonderes.
Silvio Schöpfer: Wo die «Swiss Cheese Awards» ausgetragen werden, hat sicher einen Einfluss. Grundsätzlich aber hängt es von den Menschen ab, die den Käse bewerten. Wie bei allen Disziplinen, die man nicht genau messen kann. Das ist es immer Geschmackssache.
«Swiss Cheese Awards» bedeutend für die Branche
Falstaff: Warum sind die «Swiss Cheese Awards» wichtig für die Branche?
Markus Sturny: Für die Branche sind die «Swiss Cheese Awards» sehr wichtig. Sie helfen, die Top-Qualität der präsentierten Käseprodukte öffentlich zu machen. Aus der enormen Vielfalt der unterschiedlichen Käsesorten die besten herauszulesen, ist sehr schwierig.
Silvio Schöpfer: Die «Swiss Cheese Awards» bieten eine Plattform für den Austausch mit Mitbewerbenden. Und dann ist es natürlich auch ein Branchentreffen. Man sieht alte Freunde wieder, kann fachsimpeln und hats lustig.
Falstaff: Hat sich nach dem Sieg an den «Swiss Cheese Awards» etwas für Sie verändert?
Markus Sturny: Wir waren von einem auf den anderen Tag in der ganzen Schweiz bekannt. Das war schon ein grosser Ansturm. Insgesamt kann man sagen, dass wir uns mit unserer Auszeichnung in der Branche und bei unserer Kundschaft einen Namen gemacht haben.
Silvio Schöpfer: Wir sind eine kleine Käserei mit einem kleinen Marketingbudget. Aber nun sind wir in der Region bekannt. Die Kunden wissen, dass wir guten Käse produzieren.
Feinheiten, Faktoren und ein wenig Glück
Falstaff: Woran erkennt man einen Siegeskäse?
Markus Sturny: Alle Feinheiten entfalten sich erst mit dem Gaumen. Bei der Wahl eines Siegerkäses kommen jedoch viele Faktoren zusammen, auf die man keinen Einfluss hat: die Reihenfolge der Käse, die Uhrzeit der Degustation, die Zusammensetzung der Jury, der Ort und auch das Menschliche.
Silvio Schöpfer: Die vordersten Plätze liegen so nah beieinander. Da braucht es immer ein wenig Glück.