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«MasterChef»-Kandidat: «Wenn die Kritik hart war, war sie berechtigt»

Interview
Koch
TV-Shows

Salim Moussa steht in der aktuellen Staffel von «MasterChef» Schweiz am Herd und schwitzt. Im Falstaff-Interview erzählt er, warum er sich für die Kochshow beworben und was er von den Profis gelernt hat. Zudem verrät er Tipps für zukünftige Kandidat:innen.

Falstaff: Salim, warum hast du dich bei «MasterChef» Schweiz» beworben?

Salim Moussa: Weil ich neugierig war. Ich wollte etwas ausprobieren, was ich in meinem Leben noch nie gemacht habe und herausfinden, wie stark meine Koch-Skills wirklich sind. Ausserdem wollte ich identifizieren, wo ich mich und meine Fähigkeiten noch weiterentwickeln kann.

Für viele ist Kochen eine lästige Pflicht. Wieso gefällt es dir?

Kochen bedeutet für mich zwei Dinge: Erstens kann ich abschalten und mich regenerieren. Ich würde es fast als Meditationstherapie bezeichnen. Zweitens habe ich die Möglichkeit, meine Kreativität im Alltag auszuleben – sonst bin ich als stellvertretender IT-Betriebsleiter vorwiegend mit Fakten beschäftigt.

Es gibt sicher auch etwas, das dir beim Kochen schwerfällt. Was wäre das?

Ich koche – ich backe nicht. Selbstgemachte Desserts gibt's bei mir eher selten.

Mit welchem Gericht hast du beim Casting für «MasterChef» Schweiz überzeugt?

Eine Fusion aus meiner Vergangenheit und meiner Gegenwart. Mein Nani ist Davoserin und hat mir immer Capuns gekocht – mein absolutes Lieblingsgericht. Heute lebe ich mit meiner kleinen Familie im Wallis, wo Cholera eine Spezialität ist. Als ich beim Wandern in den Bergen eine Wolke betrachtete, kam mir plötzlich die Idee, diese zwei Gerichte zu kombinieren. Das war vor etwa drei Jahren. Seither habe ich am Rezept getüftelt, es perfektioniert und dann beim Casting präsentiert.

Capuns: Capuns ist ein traditionelles Bündner Gericht. Päckchen aus Spätzleteig, der mit Kräutern und Fleischstückchen vom Landjäger, Salsiz oder Bündnerfleisch angereichert ist, werden in Mangoldblätter eingewickelt und in Milchwasser gekocht. Je nach Rezept werden sie noch mit Bergkäse überbacken.

Cholera: Cholera ist ein Gemüsekuchen mit Lauch, Kartoffeln, Käse und Äpfeln, der im Wallis häufig zubereitet wird.

 

Wie lautete das Feedback der Profis?

In der ersten Folge musste ich das Gericht noch einmal kochen, seht selbst. (lacht)

Das Feedback deines Umfelds auf deine Kochkünste ist wohl überwiegend positiv. Wie bist du mit Kritik in der Show umgegangen?

Ich finde, wir wurden sehr fair beurteilt. Ich hatte es mir viel schlimmer vorgestellt. Die Kritik der Profis war konstruktiv. Und wenn sie hart war, dann war sie sehr wahrscheinlich berechtigt. Ich glaube, man muss sich als Hobbykoch auch eingestehen können, dass man nicht immer die volle Leistung bringen kann oder genau das umsetzen kann, was man sich vorgenommen hat. Ich habe die Kritik geschluckt und mich dann sofort auf die nächste Aufgabe konzentriert.

Welche neuen Fertigkeiten hast du während der Show gelernt?

Ich bin sicherlich als kompletterer Amateur-Koch aus dieser Erfahrung herausgegangen. Dank den Gastaufritten und Challenges der beiden Spitzenköche Sven Wassmer und Silvio Germann konnte ich meine Skills bestimmt verfeinern. Mehr gibt es in der Show zu sehen – mein Call-to-Action. (lacht)

Gab es eine Herausforderung, bei der du das Gefühl hattest, an deine Grenzen zu stossen? Wie bist du damit umgegangen?

Ja, ich und meine Fähigkeiten wurden definitiv herausgefordert. Ich habe versucht, konzentriert zu bleiben, ruhig zu atmen und diese Erfahrung als Learning zu betrachten. Ich habe mir immer wieder ins Gedächtnis gerufen, dass ich genau wegen dieser Erfahrung bei «MasterChef» bin. Ich habe nicht an der Competition teilgenommen, um in meiner Komfortzone zu bleiben, sondern um sie aktiv zu verlassen.

Eine tolle Einstellung. Was würdest du künftigen Kandidat:innen nach deiner Erfahrung bei «MasterChef» mit auf den Weg geben wollen?

Zwei Dinge: Überlegt euch, was es alles braucht, um all eure Koch-Skills zu trainieren. Macht euch vorgängig Gedanken. Vorbereitung ist alles. Und: Stellt euch vor, wie so ein Drehtag aussehen könnte. Bereitet euch mental auf das Unbekannte vor. Nicht jeder Körper und nicht jede Psyche ist dafür gemacht.

Vielen Dank für das Gespräch, Salim.

Die acht neuen Folgen von «MasterChef» Schweiz werden ab dem 29. Oktober jeden Dienstag um 20.15 Uhr auf 3+ ausgestrahlt. Wer nicht solange warten möchte, kann sich die Episoden eine Woche vorab auf dem Streamingdienst oneplus ansehen.


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Linda Carstensen
Linda Carstensen
Portalmanagerin Schweiz und Autorin
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