Restaurant der Woche: «Chez Smith»
Kürzlich eröffnet: Das «Chez Smith» in Zürich-Binz.
«Chez Smith» anstatt «Smith and De Luma». In Zürich-Binz heisst das Konzept neu: bodenständige Quartierbeiz. Wer Lust hat, kommt nur auf ein Glas Wein vorbei. Wer will, geniesst mit Freunden einen gemütlichen Abend. Steinpilz-Croquetas zum Auftakt und dazu ein Glas Champagner. 25 Weine bietet das Lokal im Offenausschank an, vom einfachen Apérowein für 7 Franken bis zum gereiften Bordeaux für 21 Franken. Die krachende Sauerteigbrotscheibe mit kantabrischen XXL-Sardellen auf Jerseybutter ist zu schnell verputzt, da muss noch eine her. Und später noch eine.
Nostalgie trifft Gourmet
Mittlerweile ist die Flasche aus der 1700 Positionen fassenden, attraktiv kalkulierten Weinkarte ausgesucht: Hallau Haalde 2014, ein Pinot Noir von Markus Ruch für 95 Franken. Dekantieren? Sehr gerne. Die Linguine alle Vongole schmecken dank sehr gutem Olivenöl wie im Urlaub am Meer, die Pasta hat einen wunderbaren Biss.
Dann der Griff in die Nostalgiekiste: Fischstäbli mit Petersilienkartoffel und Rahmspinat – Kindheitserinnerungen pur! Allerdings setzt der Koch nicht auf ein Tiefkühlfertigprodukt, sondern auf ein frisches Rückenfilet vom Dorsch, und ummantelt es mit knuspriger Panade.
Mit so einem Gericht sind Geschichten und Diskussionen über die früheren Lieblingsspeisen von zu Hause garantiert. Nur bei der Wahl der Käse als Begleitung des letzten Pinot-Schlucks (was für ein grossartiger Wein aus dem schwierigen Jahr 2014!) zeigt sich der Service noch nicht ganz so stilsicher, wie wir es erwartet hatten. Dennoch: Quartierbeizen mit guter Küche wie diese könnte Zürich durchaus mehr vertragen.
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