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Restaurant der Woche: «Tipsy Tiger»

Restaurant der Woche Schweiz
Restaurant
Kulinarik
Kritik
Zürich

Im Zürcher Restaurant «Tipsy Tiger» kommen nicht nur Barflys auf ihre Kosten.

Gourmet-Häppchen an der Zürcher Langstrasse? Ein auf Reis-Chips serviertes Tatar vom Luma-Rind mit Mori-Algen, Meerrettichöl und Szechuanpfeffer macht den Anfang. In diesem Moment könnte das laute, bunte Treiben des Milieus kaum weiter weg sein. «Der Kontrast zur Realität auf der Strasse könnte nicht grösser sein», weiss Küchenchef Samuel Widmer. Nach diversen Stationen in der gehobenen Gastronomie (u. a. «The Dolder Grand», «The Fontenay Hamburg», «Schloss Schauenstein») ist dies seine erste Stelle als Chef. Aus dem Fenster gibt es im «Tipsy Tiger» für den späten Heisshunger Smashburger mit Cheddar und Pickles im Laugenbrötchen.

An der Bar im Erdgeschoss eigens kreierte Cocktails aus dem Zapfhahn. Wer es nicht weiss, kommt nicht auf die Idee, dass hinter einer versteckten Tür die Treppe zum Fine Dining im «Dry Club» führt. Eine Speakeasy-Bar wie zu Zeiten der Prohibition. «Es soll auch da entspannt zu- und hergehen», erklärt Widmer, während er die knackig erfrischenden Rettichröllchen mit Tamari und Yuzu serviert. Der Cocktail aus Sake und Gin, verfeinert mit Kiwi und Matcha, passt perfekt. Gebeizte Forelle mit Sanddorntupfern an einer Dashi. Spitzkohl mit karamellisierten Zwiebeln, Eigelb und Trüffel. Shiso-­Sorbet mit Kartoffel-Amazake.

Raffinierte Überraschungen mit asiatischem Touch. Unerwartet gut: der «Very unusual Gimlet» – Gin, Nutella, Gurke. Klingt nach der ultimativen Mutprobe – aber eben: schräge Kombinationen gehören halt zur Langstras­se. Für den Herbst sind Gastauftritte von renommierten Sterneköchen geplant. Mehr verrät Widmer noch nicht. So wie es sich für eine Speakeasy-Bar gehört.

Bewertung

Essen 43 von 50
Service 19 von 20
Weinkarte 19 von 20
Ambiente 9 von 10
GESAMT 90 von 100

Nicht zwei Mal, sondern satte drei Mal werden die Pommes hier in die Fritteuse getunkt. Und auch sonst ist im Tipsy Tiger alles etwas exklusiver, zum Beispiel der Luma-Burger oder die glasierten Miso-Auberginen. Die Bao-Buns sind so gut, dass sie glatt als Nachspeise durchgehen.
Langstrasse 133
8004 Zürich
Schweiz

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Erschienen in
Falstaff Nr. 05/2024

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Andrea Nagel
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