Willkommen im neuen «Süd»!
Die «Brasserie Süd» am Hauptbahnhof Zürich wird zum «Süd». Valentin Diem und Nenad Mlinarevic ziehen einen radikalen Schlussstrich – und folgen wieder konsequent ihrem Bauchgefühl. Es gibt hausgemachte Pasta, südliche Lebensfreude und ein klares Ziel.
Die «Bauernschänke»-Gründer geben der «Brasserie Süd» im Hauptbahnhof Zürich einen radikalen Neustart: Ab dem 7. Oktober 2025 heisst das Restaurant schlicht «Süd», mit Fokus auf hausgemachte Pasta, unkomplizierte Mittelmeerküche und locker-urbanes Ferienfeeling mitten im Pendler:innen-Strom.
Der Entscheid zum Kurswechsel sei kein plötzlicher gewesen, sondern «ein schleichender Prozess», erzählt Valentin Diem im Gespräch mit Falstaff. «Wir mussten zuerst lernen, wie ein Betrieb in dieser Lage funktioniert. Der Winter lief gut, aber die Sommermonate waren echt harzig.» Der Grund? «Wir waren nicht zu hundert Prozent mit dem Herzen dabei.» Rückblickend sei das Konzept zu sehr «mit dem Kopf entschieden» worden.
Eine solche Brasserie führen – das können andere besser.
– Valentin Diem.
Zurück zum Bauchgefühl
Wenn Diem und Mlinarevic erfolgreich waren, lag es immer daran, dass sie ihrem Instinkt vertraut haben. Genau dort knüpft das neue «Süd» an. «Wir wollen einfach etwas machen, das wir selber lässig finden: tasty food, das verständlich ist, Spass macht und Platz lässt zum Ausprobieren. Das können wir am besten.»
Kulinarisch übernimmt künftig Andrea Vailati aus der «Bauernschänke», der bisherige Küchenchef Thomas Brandner wechselt wieder zurück in die «Bauernschänke», die er vom ersten Tag an mit aufgebaut hat. «Dorthin, wo seine Handschrift am stärksten wirkt», wie Diem betont.
Ob das am Hauptbahnhof funktionieren wird? «Time will tell», sagt Diem – nüchtern, aber gleichzeitig voller Vorfreude. «Wir sind Unternehmer, wir müssen es herausfinden. Aber wir spüren die Energie jetzt schon. Beim ersten Shooting und Tasting war sofort klar: Das wird richtig gut.»
Auch optisch wird nachgeschärft – allerdings ohne die Substanz anzutasten. «Das Gebäude ist denkmalgeschützt und wunderschön, da verbiegen wir nichts. Stattdessen feilen wir intensiv am Vibe: Sound, Tischkultur, Lockerheit im Service. Es geht um Emotion, nicht um Effekthascherei.» Neue Uniformen und ein offener Eingangsbereich sollen den Gästen von der ersten Sekunde an Feriengefühle vermitteln.
Abschied mit Tellerwurf
Bevor das neue Kapitel startet, wird aber noch einmal gefeiert. «Wir machen eine interne Abschiedsparty am Sonntag – griechischer Stil. Teller auf den Boden werfen, um böse Geister zu vertreiben, anstossen, und am Montag (6. Oktober) legen wir los mit dem neuen Konzept.»
Die vergangenen zwei Jahre «Brasserie Süd» seien eine wertvolle Lektion gewesen. «Wir haben gelernt, mit Situationen umzugehen, in denen etwas nicht so kommt, wie geplant – und verstanden, dass sich gerade die ganze Branche verändert: Der Weinkonsum sinkt stark, die Gäste achten mehr auf Gesundheit und die saisonalen Schwankungen sind extremer geworden. Am meisten gelernt habe ich aber, ehrlich zu mir selbst zu sein», bekräftigt Diem.
Und zum Schluss schickt der erfahrene Zürcher Gastronom noch eine Einladung an alle Falstaff-Leserinnen und -Leser: «Ich wünsche mir, dass ihr alle vorbeikommt.»