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Links: Ceylon-Zimt, rechts: Cassia-Zimt.

Links: Ceylon-Zimt, rechts: Cassia-Zimt.
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Zimt: Das Gewürz mit zwei Gesichtern

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Viele greifen gedankenlos zum Zimtpulver im Regal – dabei macht es einen großen Unterschied, ob Cassia oder Ceylon in ihrer Küche landet.

Zimt gehört zu den beliebtesten Gewürzen überhaupt, besonders wenn die Temperaturen draußen sinken. Sein süß-würziger Duft weckt Kindheitserinnerungen und macht jedes Dessert verführerisch. Aber Achtung: Nicht jede Sorte ist unbedenklich genießbar. Ceylon-Zimt und der weit verbreitete Cassia-Zimt unterscheiden sich nicht nur geschmacklich, sondern auch in ihrer Wirkung auf die Gesundheit.

Der Kampf um Ceylon

Seit Jahrtausenden verführt Zimt unsere Sinne. Bereits um 2000 v. Chr. fand er in China und Indien Verwendung, die Ägypter nutzten ihn für Einbalsamierungen, Duftmischungen und als wertvolles Handelsgut. Im römischen Reich galt er als Medizin, Aphrodisiakum und Luxusgut. Später war Zimt ein Motor des globalen Gewürzhandels – und führte sogar zu blutigen Konflikten.

 

 

Ein Mann verarbeitet Zimtstangen in Sri Lanka.
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Ein Mann verarbeitet Zimtstangen in Sri Lanka.
Zimt entsteht aus der getrockneten Rinde verschiedener Bäume der Gattung Cinnamomum. Beim Trocknen rollt sich die dünne Rinde zu den typischen Stangen.

Im 16. Jahrhundert eroberten die Portugiesen Sri Lanka – damals »Ceylon« –, bevor die Niederländische Ostindien-Kompanie rund hundert Jahre später die Kontrolle übernahm und ein weltweites Zimt-Monopol aufbaute. Ende des 18. Jahrhunderts trafen schließlich die Briten ein und beherrschten den Zimt-Handel bis ins 19. Jahrhundert.

Der feine Unterschied

Zimt ist nicht gleich Zimt, es gibt mehrere Sorten. Der edelste unter ihnen ist der Ceylon-Zimt (Cinnamomum verum) aus Sri Lanka. Er besticht durch ein zartes, vielschichtiges Aroma mit feinen Zitrusnoten und enthält nur sehr wenig Cumarin. So ist er auch bei regelmäßigem Genuss unbedenklich und gilt unter Gourmets als erste Wahl. Deutlich kräftiger zeigt sich der Cassia-Zimt (Cinnamomum cassia). Er ist weltweit am weitesten verbreitet und in Supermarkt-Zimtpulvern meist Standard. Sein Geschmack ist süßlich-scharf, sein Nachteil jedoch der hohe Cumaringehalt.

Für Zimtschnecken sollte man zuhause besser Ceylon-Zimt verwenden.
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Für Zimtschnecken sollte man zuhause besser Ceylon-Zimt verwenden.

Cumarin ist ein natürlicher Aromastoff. In geringen Mengen unproblematisch, kann er in höheren Dosen die Leber belasten und Symptome wie Kopfschmerzen oder Schwindel verursachen. Die EU und das Schweizer EDI (Eidgenößisches Departement des Innern) haben deshalb in einer Aromenverordnung Höchstwerte für Cumarin in Lebensmitteln festgelegt. Für den üblichen Genuss von Zimtschnecken oder Weihnachtsgebäck besteht keine Gefahr – wer jedoch täglich größere Mengen Zimt in Müsli oder in warmen Getränken genießt, sollte zu Ceylon-Zimt greifen.

Die Sorten können Sie optisch unterscheiden: Ceylon-Zimt bildet feine, vielschichtige Rollen, während Cassia an seinen dicken, harten Stangen erkennbar ist.

Das Pulver wird ebenfalls immer entsprechend deklariert: Nur wenn »Ceylon« auf der Packung steht, handelt es sich auch wirklich um Ceylon-Zimt.


 

Linda Carstensen
Linda Carstensen
Portalmanagerin Schweiz und Autorin
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