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Zwei Caminada-Zöglinge für Bern

Neueröffnung
Restaurant
Bern

Im «Restaurant Veranda» geht es wiederum mit Fine Dining weiter. Im Juni eröffnen zwei ehemalige Caminada-Mitarbeitende ihr erstes eigenes Projekt.

Zuerst hiess es nur: Zwei Personen aus der Ostschweiz wollen das geschlossene «Restaurant Veranda» übernehmen. Dann kam die interessante Nachricht: Die beiden stellten sich als Zöglinge von Andreas Caminada heraus. Mathias Kotzbeck arbeitet seit sieben Jahren als Küchenchef im «Casa Caminada», einem der drei Restaurants, die der Drei-Sternekoch in Fürstenau betreibt.

Als Gastgeberin an Kotzbecks Seite ist Michaela Berger. Gemeinsam übernimmt das Paar in Bern das versteckt gelegene und derzeit geschlossene Veranda in der Länggasse. «Wir freuen uns auf das Herzensprojekt, doch derzeit ist es noch etwas streng», sagt die Emmentalerin. Gerade organisiert sie zwei Restaurant-Agenden und sie wie auch Kotzbeck haben einen laufenden Vertrag in Fürstenau.

Vom Commis zum Casa-Küchenchef

Dass ihr gemeinsames Restaurant ausgerechnet in Bern zu stehen kommt, hat viel mit Michaela Bergers Wurzeln zu tun: Sie ist im Emmental aufgewachsen, ist mit ihrer Mutter und Grossmutter viel Zeit in der Stadt Bern verbracht.

Ihr Partner Mathias Kotzbeck ist Österreicher und hat sich vom Commis zum Chef de Cuisine hochgearbeitet. Nicht nur in Fürstenau hat er für die Caminada Group gekocht, sondern wechselte ins Sharing-Konzept «Igniv» nach St. Moritz. «Ich hatte schon immer den Traum vom eigenen Restaurant, aber das habe ich mir nie alleine vorgestellt», sagt der 31-Jährige. Ganz anders seine 27-jährige Freundin: «Ich wusste schon in der Kochlehre, dass ich ein eigenes Lokal will.”»

In Schauenstein bekommen sie viel Mitgefühl und Motivation mit auf den Weg geschickt. «Alle freuen sich, dass wir uns selber verwirklichen», sagt Berger. Die Entscheidung sei nicht nur einfach, denn auch dort hätten sie viele Freiheiten gehabt. «Doch alles bewegt sich in einem Rahmen, der bleibt», sagt Mathias Kotzbeck, den alle Mothl nennen.

Zwischen Österreich und Emmental

Im «Veranda» in Bern werden Boden und Wände aufgefrischt, das Mobiliar bleibt und die Hausbesitzerin Verena Brunner ebenfalls. «Uns gefällt die Lage sehr gut, mitten in Bern, nahe beim Bahnhof und dennoch ruhig», so Berger. Und wie sieht es auf der Karte aus? «Daran tüfteln wir schon sehr lange», sagt Mothel. Ihr «Restaurant Veranda» wird eine Mischung zwischen seinen österreichischen Wurzeln und ihrer emmentalischen Herkunft werden. «Man soll sich daheim fühlen und wir stellen die Apérokultur ins Zentrum», verrät sie. Er hält sich bedeckter: Ein Wiener Schnitzel in unbekannter Form wird es geben. Fermentiertes wie Kimchi und anderes Gemüse steht ebenfalls auf dem Programm und das Brot ist im Vordergrund. Ob es das omnipräsente Sauerteigbrot sein wird, sei noch nicht sicher.

Am Mittag empfangen die beiden zum Business-Lunch, bei dem querbeet nach ihren Launen aufgetischt wird. «Unser Lokal soll unsere Geschichte als Paar zeigen, mit all unseren Erlebnissen und Ferien», sagt Michaela Berger. Ihre Reisen führten sie nach Japan, Holland und Österreich. Mit ihrem Hintergrund könnte man denken, dass künftig bestimmt Gastrokritiker Platz nehmen werden? «Unser primäres Ziel ist es, ein nachhaltiges, unkompliziertes, gemütliches und bezahlbares Restaurant zu schaffen», sagt die Gastgeberin. Wenn Auszeichnungen kämen, wäre das natürlich schön.

veranda-bern.ch


Claudia Salzmann
Autorin
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