Ernährungsreport 2025: Das ist den Deutschen beim Einkauf am wichtigsten
Zehn Jahre Ernährungsreport zeigen, dass die Deutschen beim Kochen und Einkaufen wählerischer werden. Ein Blick auf Zahlen, Trends und die ganz persönlichen Essgewohnheiten der Nation.
Wer neugierig ist, was die Deutschen aufs Kassenband legen, in ihren Kochtöpfen brodelt und letztendlich auf ihren Tellern landet, bekommt auch dieses Jahr wieder eine Antwort. Seit 2015 erscheint der Ernährungsreport »Deutschland, wie es isst« basierend auf einer repräsentativen Forsa-Erhebung unter rund 1.000 Menschen ab 14 Jahren. Die aktuelle Ausgabe zeigt klar, worauf Verbraucher:innen beim Essen und Einkaufen Wert legen.
Beginnend mit der ersten Erkenntnis: Es muss schmecken. Der Geschmack der Lebensmittel ist nämlich für 93 Prozent der Befragten der wichtigste Faktor. Der Report beleuchtet jedoch nicht nur Vorlieben, sondern auch Gewohnheiten: Fast die Hälfte der Deutschen kocht täglich, Gemüse und Obst stehen bei 71 Prozent regelmäßig auf dem Tisch, Milchprodukte bei 64 Prozent – Fleisch und Wurst dagegen deutlich seltener als noch vor zehn Jahren.
Preisbewusstsein kehrt zurück
Die Inflation macht sich bemerkbar: 74 Prozent der Befragten achten beim Einkauf auf Angebote, 59 Prozent darauf, dass die Waren preiswert sind – ein klarer Anstieg im Vergleich zu 2020 mit 46 Prozent. Damit gewinnt der Preis wieder an Bedeutung, nachdem er zwischenzeitlich etwas in den Hintergrund gerückt war. Gleichzeitig legen immer mehr Menschen Wert auf eine bewusste Ernährung: 64 Prozent achten auf weniger Zucker, Fette oder Salz in verarbeiteten Lebensmitteln, 57 Prozent darauf, dass sich das Essen einfach und schnell zubereiten lässt – beides deutlich höhere Werte als noch im Jahr 2015.
Außerdem sind die Deutschen neugierig und möchten wissen, wo ihr Essen herkommt und unter welchen Bedingungen es produziert wurde. Regionalität spielt für 77 Prozent eine Rolle, Tierwohl für 65 Prozent und das Bio-Siegel für 59 Prozent. Auch der Nutri-Score wird immer bekannter: 2021 gaben nur 44 Prozent an, ihn wahrgenommen zu haben, heute sind es 90 Prozent. Der Farbcode von A bis E ermöglicht einen schnellen Überblick über die Nährwerte und unterstützt bewusste Entscheidungen beim Einkauf.
Wohnort beeinflusst die Essgewohnheiten
Stadt oder Land? Auch der Standort ist ausschlaggebend für die Essgewohnheit. Menschen in kleinen Orten unter 5.000 Einwohner:innen kochen häufiger täglich und legen mehr Wert auf regionale Produkte. In Großstädten greifen Verbraucher:innen öfter auf Lieferdienste zurück. Immerhin ist das Angebot dort weitaus besser ausgeprägt.
Bundesminister Alois Rainer betont bei der Vorstellung des Ernährungsreport: Lebensmittel sollen für alle Bevölkerungsgruppen erschwinglich bleiben. Gleichzeitig wolle man eine Ernährungspolitik fördern, die Regionalität und Ausgewogenheit verbindet – besonders für Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und Senior:innen. Gemeinschaftsverpflegung, Ernährungsbildung und transparente Kommunikation sind die Stellschrauben für eine Ernährung, die Essen zu einem Genuss mit Verantwortung macht.