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Kaffee wird wieder günstiger – doch foodwatch warnt

Kaffee
Preiserhöhung
Supermarkt
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Nach Monaten steigender Kosten wird Kaffee erstmals wieder günstiger. Trotzdem liegen die Preise weiterhin weit über dem früheren Niveau.

Ein kleiner Lichtblick für alle Kaffeeliebhaber:innen: Nach Monaten steigender Kaffee-Preise senken Supermärkte und Discounter in Deutschland erstmals wieder die Kosten für ihre Eigenmarken. Laut einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur sind Bohnen- und Röstkaffee ab sofort rund sieben Prozent günstiger. Bei Lidl, Rewe, Aldi & Co. kostet das Kilo ganzer Bohnen somit zwischen 11,99 und 12,99 Euro, 500 Gramm gemahlener Kaffee ab 5,49 Euro.

Ein Schritt in Richtung Normalität – zumindest auf den ersten Blick. Denn trotz der Nachlässe liegen die aktuellen Preise noch immer deutlich über dem Niveau vom Jahresbeginn, wie Daten der Vergleich-App Smhaggle zeigen. Blickt man noch weiter zurück, dann wird einem erst bewusst, wie stark die Preise bis jetzt gestiegen sind: Noch 2023 kostete ein Kilo Eigenmarken-Bohnen weniger als acht Euro.

»Rabattaktionen sind reine PR«

Der starke Preisanstieg war kein Zufall. Schlechte Ernten, Trockenperioden und gestiegene Rohstoffpreise in wichtigen Anbauländern trieben die Kosten nach oben. Die Folge: Viele Kund:innen kauften vermehrt den Kaffee im Sonderangebot. Dass die großen Händler genau bei Lebensmittel wie diesem die Preise senken, ist jedoch weniger ein Zeichen von Großzügigkeit. Kaffee gehört – wie Milch oder Butter – zu den sogenannten Eckprodukten: Das sind Artikel, die bei einem rabattierten Preis besonders gut Kundschaft in die jeweiligen Supermärkte ziehen. Ein günstiger Kilopreis auf dem Plakat macht Eindruck – auch wenn andere Waren in den Regalen weiterhin teurer bleiben.

Die Verbraucherorganisation »foodwatch« kritisiert dieses Spiel deutlich: Viele der groß angekündigten Rabattaktionen seien reine PR, sagt Sprecherin Alina Nitsche. Nur wenige Produkte würden tatsächlich dauerhaft günstiger. Kaffee, Eis, Alkohol – sie alle dienen als Signalartikel, während zahlreiche andere Lebensmittel trotz sinkender Energie- und Rohstoffkosten auf hohem Preisniveau blieben.

Zwar hat sich die Inflation zuletzt etwas abgeschwächt, doch laut dem »Statistischem Bundesamt« sind Lebensmittel in Deutschland noch immer rund 37 Prozent teurer als 2020. Der zu verzeichnete Preisrückgang beim Kaffee ist also bestenfalls ein kleiner Trost als ein echter Wendepunkt.


Célin Röser
Célin Röser
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