Vom Aargau an den Bayerischen Hof: Kevin Romes übernimmt das »Atelier« in München
Kevin Romes, zuletzt Küchenchef im Lenzburger »Skins«, zieht es ins Rampenlicht des Münchner »Bayerischen Hofs«. Ab April wird er dort im legendären »Atelier« kochen – mit Lust, Leichtigkeit und unter genauer Beobachtung.
Es ist einer dieser kulinarischen Wechsel, bei denen sich Schicksal und Timing verdächtig gut verstehen. Vor kaum zwei Wochen erhielt Kevin Romes die Kündigung im »Skins« in Lenzburg. Das mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnete Restaurant stellt sein Fine-Dining-Konzept ein, künftig gibt es dort nur noch Mittagstisch. Vergangene Woche saß Innegrit Volkhardt, die geschäftsführende Gesellschafterin des Luxushotels »Bayerischer Hof«, bei ihm am Tisch zum Probeessen. Offenbar waren die Teller überzeugend genug, um rasch Nägel mit Köpfen zu machen: Ab dem 1. April 2026 übernimmt Romes die Küche des Restaurants »Atelier«, einer der renommiertesten Fine-Dining-Adressen Münchens.
Ein Haus mit Geschichte – und Erwartungsdruck
Das »Atelier« ist kein Ort für zaghafte Anfänge. Jan Hartwig erkochte hier einst drei Michelin-Sterne, sein Nachfolger Anton Gschwendtner hielt das Niveau seit 2021 stabil bei zwei Sternen, bevor er das Haus aus persönlichen Gründen Anfang des Jahres verließ. Das Hotel würdigte seine Leistung als prägend für die kulinarische Szene in München. Übergangsweise führte Sous-Chef Valentin Krehl die Küche – nun ist die Nachfolge geregelt. Romes Auftrag sei es, die aktuelle Bewertung von zwei Sternen zu halten.
Vom Stillen ins Scheinwerferlicht
Der Wechsel könnte größer kaum sein: vom beschaulichen Lenzburg in die bayerische Landeshauptstadt, vom konzentrierten Schweizer Feinschmeckertum in ein international beäugtes Grandhotel. Romes spricht offen darüber, dass er »unter Beobachtung« stünde. Und betont im gleichen Atemzug, möglichst unbeschwert weitermachen zu wollen. »Ich koche, worauf ich Lust habe«, sagt er gegenüber Medien.
Geboren in Deutschland, ausgebildet im Dorint Parkhotel Bad Neuenahr-Ahrweiler, führte ihn sein Weg früh zu großen Namen: Johann Lafers »Le Val d’Or«, Christian Jürgens’ »Überfahrt«. Später folgten Stationen in Portugal und Hongkong, bevor er als Sous-Chef im »Einstein Gourmet« in St. Gallen arbeitete – und schließlich 2022 das »Skins« mitprägte.
Bis Ende März wird Romes dort am Herd stehen. Dann bleiben wenige Tage für Umzug und Neuanfang. In München, sagt er, könne er auf ein eingespieltes Team zählen. Wie und ob er die Gäste des »Ateliers« überzeugt, bleibt mit Spannung abzuwarten.
80333 München
Deutschland