Bachls Restaurant der Woche: »Elstar«
Das Restaurant im neuen »Imperial Riding School« wurde nach einer Apfelsorte benannt.
Bemerkenswerte 34 Marken umfasst das Portfolio des Hotelkonzerns Marriott. Zu den luxuriöseren Spielarten zählen die Häuser der »Autograph Collection«. Das zuvor wenig glamouröse »Renaissance«-Hotel am Gelände des historischen »Militär-Reitlehrer-Instituts« wurde zum »Imperial Riding School« herausgeputzt. Das nach der Apfelsorte Elstar benannte Restaurant befindet sich in der Säulenhalle, die alle Teilabrisse überstand. Eröffnungs-Küchenchef war Sandro Balogh, der weltweit in Küchen renommierter Hotels diente.
Vieles auf der Karte ist wohl als Reminiszenz an die k. u. k. Historie zu sehen, so die sämige pannonische Fischsuppe Halászlé, mit dem Preis von zehn Euro angemessener Mini-Fischeinlage. Eine echte Überraschung und das beste Gericht: veganes Rote-Rüben-Tatar mit Erdäpfelbrioche, eine souverän abgeschmeckte Mixtur ohne die landläufig dumpfen Noten dieses Gewächses. Bei den detto veganen Hortobágyer Palatschinken gelingt der geschmackliche Transfer vom traditionellen ins fleischlose Fach weniger gut, die Dinger sind einfach fad.
Kundig gegart: das dicke Filet vom Waller auf Risotto mit Räucherpaprika und von der peruanischen Souschefin beigesteuerter Acevichada-Sauce aus Ei, Knoblauch, Zwiebel und Chili. Auffällig gut: die Patisserie – etwa das Traditionsdessert Rigó Jancsi, meist ein kompakter Schoko-Würfel, hier eine elegant geschichtete luftige Halbkugel. Seltsam, dass von der eh schon knappen Weinkarte manches nicht auffindbar ist. Für ein täglich geöffnetes 140-Plätze-Restaurant braucht man natürlich Personal ohne Ende. Die liebenswürdige, aber eher unbeholfene Start-Truppe ist sinnbildlich dafür, wie schwer es wohl geworden ist, gute Leute im Service zu gewinnen.
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