Fine Dining am Alpenrand: Bachls Kritik des »Zomm« in Seefeld
Die Köche Waal Sterneberg und Thomas Kluckner kochen im »Zomm« in Tirol eine Küche, die naturverbunden, präzise und ganz auf Geschmack konzentriert ist.
Eine »Ode an Jonnie Boer« hieß das Motto des Silvestermenüs im »Zomm«. Zur Erläuterung: der Mann war der einzige Drei-Sterne-Koch der Niederlande und starb 2025 mit nur 60 Jahren. Die beiden Köche Waal Sterneberg und Thomas Kluckner kamen ebendort im Team zusammen. Bei Boer und später bei Lukas Mraz lernten sie diese Art von Küche: naturverbunden, bei allem Aufwand geschmacksorientiert und ohne sinnfreies Beiwerk. Genau damit bauten sich die zwei im alten »Zomm« in Reith seit 2018 eine Fangemeinde auf. Kein Wunder also, dass auch an der neuen Adresse – jetzt auch mit Zimmern – am Rand von Seefeld selten ein Tisch leer bleibt. Ein kleines à la carte-Angebot und Grilladen vom Holzkohlengrill gibt’s auch.
Mit der Übersiedlung von Reith nach Seefeld ist das »Zomm« noch besser geworden.
Warum das Restaurant das beste in Seefeld ist, lässt sich am besten per Menü ergründen – drei bis sechs Gänge zu 62 bis 98 Euro und angesichts des Gebotenen ultragünstig. Zum Apero empfehlen sich Snacks, etwa Entenzungen-Teriyaki vom Grill. Aufregend gut wird's dann bei Alpengarnelen Crudo mit Hokkaido-Essiggurken-Getreidesalat und Garnelensauce, der Lapsang Souchong die zarte Rauchnote verpasst. Dann ein außergewöhnlich aufwendiger Gemüsegang: Sellerie im Salzteig gegart, an der Schnittseite kross angegrillt, fächrig aufgeschnitten, dazu Lauchöl, Kartoffelbutter und Mandelcurry – genial gut. Kemater Rind kommt in zwei Gängen – vorweg Consommé double mit Gemüse und Wintertrüffel, dann Fleisch geschmort und kurz gebraten mit Topinambur. Danach eine Hommage an ein legendäres Pariser Restaurant – Schokotarte »Ambroisie«. Und fürs Wohlfühlen sorgen Sommelier Fabio Falbesoner und Gastgeberin Julia Lackner.
6100 Seefeld in Tirol
Österreich