Bachls Restaurant der Woche: Fortino
Wels darf sich über ein neues kulinarisches Spitzenangebot freuen: Im »Fortino« gibt es prächtige Fleischstücke, Köstliches aus dem Wasser und ausgewählte Tropfen.
Da hat Wels aber Glück gehabt. Nach dem Auszug der Familie Grabmer und Konzentration auf deren Stammsitz »Waldschänke« in Grieskirchen stand das »Fortino« leer. Doch für das modern und etwas grell designte Lokal im Gewerbegebiet, das zur bekannten Leuchtenfirma Molto Luce gehört, fand sich rasch ein neuer Pächter, der das schon bisher beste Restaurant der Stadt zu neuen Höhen führt. Christoph Parzer tat sich zuletzt im elterlichen Betrieb »Orther Stub’n« in Gmunden um und betrieb in Traunkirchen in der »Klosterstube« ein Steakhaus. Letzteres ist quasi mitübersiedelt, wie ein Blick in den Reifungsschrank mit prächtigen Fleischstücken vom Lieferanten Kate & Kon belegt. Allerdings – wer sich »nur« ein Steak grillen lässt, verpasst eine der bemerkenswertesten Küchen Oberösterreichs.
Aus Traunzander und Traunkrebs kocht Parzer mit knackigem Karfiol, Karfiolcreme, Apfel, Salzmandeln und Buchpilzen ein Gericht der Spitzenklasse. Seine Affinität zu Wassergetier dokumentiert auch die dezent safranisierte Fischsuppe mit Fenchel, Seeforelle und Aioli. Und weil Rind sowieso über die Steakkarte abgedeckt wird, baut Parzer als Fleischgang eine perfekt rosa gebratene Brust von der Ente ein, die von der Ausnahmezucht von Jean Claude Miéral aus der Bresse stammt, dazu aromatisch exzellent abgeschmeckt: rote Rübe, ein Mohn-Topfengrießknöderl, Entenleber und Steinpilz. Feuchte Augen bekommt so mancher Großstädter angesichts der Kalkulation der mit Österreich, Deutschland, Italien und vor allem Frankreich bestens bestückten Weinkarte. Rote Burgunder ab 49 Euro. Ein großes Gewächs von Dr. Loosen um 72 Euro. Drei namhafte Champagner südlich der Hundertergrenze. Wie gesagt – glückliches Wels.
Fortino
Europastraße 45
4600 Wels
T: +43 7242 211889
www.fortino.at