Bachls Restaurant der Woche: »Partenope« – Neapolitanische Fischküche in Wien
Aus der »Cucina Cipriano« im sechsten Bezirk wurde das »Partenope« – weiterhin mit Schwerpunkt Meeresgetier.
Wie finden Sie uns im Vergleich zur »Cucina Cipriano«?, fragt Gaetano Brancato. Mindestens genauso gut, darf man dem höflichst im eleganten Zweireiher auftretenden Neapolitaner ohne Zögern antworten. Die Vorgänger sperrten Ende 2025 aus familiären Gründen zu. Sein »Partenope« benannte der neue Padrone, auch Chef dreier Pizzerien, nach der Schutzpatronin seiner Heimatstadt. Der Fokus auf Meeresgetier blieb erhalten – mit naheliegender Zuspitzung auf Süditalien. Ausnahme: der zarte und mürbe Prosciutto »Etrusco« aus der Toskana. Aber dann kommt von Küchenchef Mario Farina das: »Triglia alla parmigiana«, eine maritime Interpretation des Melanzani-Auflaufs mit Rotbarbe in roter livorneser Cacciucco-Sauce – so feinfühlig gegart, dass dem schlanken Fischchen Genüge getan wird.
So auch nicht oft zu haben: sämiges Moschuskraken-Ragout im Tontopf, rundum in Brotkruste eingebacken. Oder die dicken Scialatielli-Nudeln mit Kartoffelwürfeln, Scampo und dem neapolitanischen Kohl-Verwandten Friarielli. Die Tageslieferung ganzer Fische wird am Tablett präsentiert, als Zubereitung stehen »al forno« oder »all’acqua pazza« zur Wahl, bei letzterer werden die Tiere schonend in Sud mit dreierlei Vesuv-Tomatensorten pochiert. Wem komponierte Gerichte lieber sind: Steinbuttfilet »alla mugnaia« mit Zeller-Püree, Mangold und etwas Kürbiskernöl ist eine gute Variante.
Für das Studium der Weinkarte muss man Zeit einplanen – mehr als ein Dutzend Schaumweine, Spannendes aus dem Karst, ein paar große Namen aus Italien und eine tolle Liste Roter aus Bordeaux und Rhône. Nur wenige Italiener haben da mehr zu bieten.